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	<title>Lehre Archive - Dr. Jana Bressem</title>
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	<description>die Gestiktrainerin, die anders denkt</description>
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	<title>Lehre Archive - Dr. Jana Bressem</title>
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		<title>Was man an Gestik wirklich ablesen kann — und was nicht</title>
		<link>https://www.janabressem.de/gestik-ablesen-was-wirklich-geht-und-was-nicht-dr-jana-bressem/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Jana Bressem]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 Apr 2026 14:01:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Denken]]></category>
		<category><![CDATA[Gestik]]></category>
		<category><![CDATA[Lehre]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich lege mich mal aus dem Fenster. Die meisten Aussagen über Gestik ablesen, die Sie gehört haben, sind falsch. Nicht ungenau, nicht vereinfacht — falsch. Der Körper verrät die Lüge. An Gestik erkennt man, ob jemand nervös ist. Dominante Menschen gestikulieren mehr. Mit bestimmten Handbewegungen können Sie andere Menschen subtil beeinflussen. Pacing und Leading. Ich...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.janabressem.de/gestik-ablesen-was-wirklich-geht-und-was-nicht-dr-jana-bressem/">Was man an Gestik wirklich ablesen kann — und was nicht</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.janabressem.de">Dr. Jana Bressem</a>.</p>
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<p class="has-medium-font-size">Ich lege mich mal aus dem Fenster.</p>



<p class="has-medium-font-size">Die meisten Aussagen über Gestik ablesen, die Sie gehört haben, sind falsch. Nicht ungenau, nicht vereinfacht — <em>falsch</em>. Der Körper verrät die Lüge. An Gestik erkennt man, ob jemand nervös ist. Dominante Menschen gestikulieren mehr. Mit bestimmten Handbewegungen können Sie andere Menschen subtil beeinflussen. Pacing und Leading.</p>



<p class="has-medium-font-size">Ich sage das nicht, um zu provozieren. Ich sage es, weil ich seit mehr als zwanzig Jahren Gestenforschung betreibe und weil mich diese Aussagen, offen gestanden, langweilen. Nicht weil sie harmlos wären. Sondern weil sie von etwas viel Interessanterem ablenken.</p>



<p class="has-medium-font-size">Was man an Gestik wirklich ablesen kann, ist subtiler, präziser und für alle, die Menschen führen, unterrichten oder begleiten, erheblich nützlicher als die Frage, ob jemand gerade lügt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Erst einmal zurück in die Wissenschaft</h2>



<p class="has-medium-font-size">1992 veröffentlicht David McNeill, einer der Gründungsväter der modernen Gestenforschung, sein Buch <em><a href="https://press.uchicago.edu/ucp/books/book/chicago/H/bo3641188.html">Hand and Mind</a></em> (University of Chicago Press). Seine These, die das Feld bis heute prägt: Gesten sind keine bloße Begleiterscheinung von Sprache. Sie sind ein eigenständiger Modus des Denkens — sichtbar gemachte Kognition. McNeill nennt sie ein „Fenster zum Geist“.</p>



<p class="has-medium-font-size">Das klingt nach einer akademischen Feinheit. Es ist aber eine grundlegende Umkehrung dessen, wie wir Gestik gewöhnlich verstehen. Gesten sind demnach kein Spiegel innerer emotionaler Zustände, kein unwillkürliches Verraten. Sie sind <em>aktiver Teil des Sprachproduktionsprozesses</em>, eng verzahnt mit Gedanken, Vorstellungen und der Art, wie wir Bedeutung aufbauen.</p>



<p class="has-medium-font-size">Was folgt daraus? Dass ich an Gestik nicht ablesen kann, ob jemand lügt oder nervös ist oder mich dominieren will. Was ich ablesen kann: <em>wie</em> jemand denkt. Wie sich jemand etwas vorstellt. Und was dieser Person gerade besonders wichtig ist.</p>



<p class="has-medium-font-size">Das ist der Unterschied, um den es in diesem Beitrag geht.</p>



<p class="has-medium-font-size">Wie Gestik im Unterricht konkret Aufmerksamkeit steuert, habe ich in einem eigenen Beitrag beschrieben: <a href="https://www.janabressem.de/gestik-im-unterricht-aufmerksamkeit-steuern/">Gestik im Unterricht: Aufmerksamkeit steuern</a></p>



<h2 class="wp-block-heading">Was man an Gestik ablesen kann: Vorstellung und mentale Repräsentation</h2>



<p class="has-medium-font-size">Stellen Sie sich vor, ein Kind erzählt vom Ausflug in den Zoo. Es sagt: „Und dann sind wir ganz schnell gerannt“ und dabei fliegen die Arme nach hinten, die Schultern ziehen sich zusammen, der ganze Oberkörper wird zum Sprint. Das Kind erinnert sich nicht nur an das Rennen. Es erlebt es noch einmal, versetzt sich körperlich in den Moment zurück, erlebt ihn noch einmal im eigenen Körper. Die Geste zeigt: Das Kind ist in der Szene. Es ist die rennende Figur.</p>



<p class="has-medium-font-size">Die Gestenforschung hat für diesen Unterschied präzise Begriffe entwickelt: <a href="https://press.uchicago.edu/ucp/books/book/chicago/H/bo3641188.html"><em>Character Viewpoint</em> und <em>Observer Viewpoint</em></a>.</p>



<p class="has-medium-font-size">Bei einer Character-Viewpoint-Geste schlüpft die sprechende Person in die Rolle einer Figur im Geschehen: die Hände und der Körper führen aus, was die Figur tut, orientiert sich so, als wäre man selbst in der Szene. Bei einer Observer-Viewpoint-Geste bleibt die Person außen: Sie beschreibt, wie Objekte oder Figuren sich relativ zueinander verhalten, wie in einem Schaubild oder auf einer Karte, gesehen von oben.</p>



<p class="has-medium-font-size">Beide Perspektiven sind kommunikativ vollwertig, aber sie tun unterschiedliche Dinge. Und genau das ist es, was für alle relevant ist, die beruflich mit Menschen sprechen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Im Unterricht: Miterleben oder analysieren?</h3>



<p class="has-medium-font-size">Stellen Sie sich eine Lehrkraft vor, die eine Szene im Englischunterricht erklärt: eine Figur gibt einer anderen etwas. Wenn die Lehrkraft dabei den Arm ausstreckt, als würde sie selbst etwas überreichen, dann nutzt sie Character Viewpoint. Die Lernenden erleben die Handlung von innen — als körperlichen Akt, als Beziehung, als Moment.</p>



<p class="has-medium-font-size">Erklärt dieselbe Lehrkraft dieselbe Szene aus der Beobachterperspektive. Sie zeichnet eine Linie in die Luft, deutet an, dass etwas übergeben wurde, verlagert sich der Fokus. Das Geben wird schematisch, abstrakt. Es ist nicht mehr eine Handlung, die man nachfühlt, sondern ein Vorgang, den man betrachtet.</p>



<p class="has-medium-font-size">Beide Perspektiven sind im Unterricht sinnvoll, aber nicht beliebig austauschbar. Character Viewpoint eignet sich, wenn eine Handlung eingeleibt werden soll: beim Vormachen, beim Erzählen, beim Erklären von Prozessen, die man nachvollziehen soll. Observer Viewpoint eignet sich, wenn ein Sachverhalt übersichtlich und distanziert dargestellt werden soll — Raumrelationen, Strukturen, Beobachtungsaufgaben.</p>



<p class="has-medium-font-size">Heißt konkret: Eine Lehrkraft kann mit der Gestenperspektive steuern, ob Schülerinnen und Schüler eher miterleben oder eher analysieren sollen. Das ist kein stilistisches Detail. Es ist ein didaktisches Werkzeug und ein unbewusstes Wechseln zwischen beiden Perspektiven kann erklären, warum Lernende manchmal nicht ganz folgen können, obwohl die Erklärung sachlich stimmt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">In der Führung: Nähe oder Überblick?</h3>



<p class="has-medium-font-size">In Führungssituationen verändert die Gestenperspektive, wie eine Botschaft wirkt — unabhängig von dem, was verbal gesagt wird.</p>



<p class="has-medium-font-size">„Wir gehen diesen Weg gemeinsam“ — gesagt mit einer Character-Viewpoint-Geste, die ein Mitgehen körperlich andeutet, wirkt anders als dieselbe Aussage mit einer Observer-Viewpoint-Geste, die eine Route von außen beschreibt. Im ersten Fall signalisiert der Körper: Ich bin dabei, ich gehe mit. Im zweiten: Ich sehe das Ganze, ich überblicke es.</p>



<p class="has-medium-font-size">Das sind keine Widersprüche, aber sie kommunizieren unterschiedliche Rollen. Character Viewpoint markiert Nähe, Empathie und gemeinsames Handeln. Observer Viewpoint markiert Distanz, Überblick und — in bestimmten Kontexten — Beurteilung.</p>



<p class="has-medium-font-size">Das wird besonders relevant in Feedbackgesprächen und Konfliktsituationen. Wenn eine Führungskraft eine schwierige Situation schildert und dabei körperlich in die Innenperspektive der betroffenen Person wechselt — Character Viewpoint — dann macht sie Empathie sichtbar, nicht nur verbal behauptbar. Observer Viewpoint in derselben Situation wirkt analytischer, manchmal auch kühler. Beides kann angemessen sein. Aber es sollte eine Entscheidung sein, keine Gewohnheit.</p>



<p class="has-medium-font-size">Kurz gesagt: Character Viewpoint verbindet, Observer Viewpoint ordnet. In Unterricht und Führung ist diese Unterscheidung deshalb wichtig, weil sie nicht nur Verständlichkeit, sondern auch Beziehung und Perspektive mitkommuniziert. </p>



<p class="kt-adv-heading4249_05647c-4b wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4249_05647c-4b"><em>„Character Viewpoint verbindet, Observer Viewpoint ordnet.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Was man tatsächlich ablesen kann: Abstrakte Konzepte im Raum</h2>



<p class="has-medium-font-size">Gesten können nicht nur konkrete Ereignisse darstellen: sie verräumlichen auch abstrakte Konzepte. Und das ist eine der folgenreichsten Beobachtungen der Gestenforschung, weil es erklärt, was passiert, wenn jemand über etwas spricht, das man nicht sehen oder anfassen kann.</p>



<p class="has-medium-font-size">Zeit etwa wird in westlichen Sprachen, z.B. im Deutschen oder Englischen, häufig als horizontale Linie organisiert: Vergangenheit links, Zukunft rechts. Wenn jemand über Entwicklungsprozesse spricht und dabei die Hand von links nach rechts durch den Raum führt, zeigt er, wie er Zeit im Kopf verortet: als gerichteten Verlauf, als Pfad, als etwas Lineares. Diese <em><a href="https://press.uchicago.edu/ucp/books/book/chicago/H/bo3641188.html">metaphorischen Gesten</a></em> — ein Begriff aus der Gestenforschung — machen sichtbar, welches Bild jemand von einem Konzept hat, das sprachlich allein schwer zu greifen ist.</p>



<p class="has-medium-font-size">„Spannung“ zwischen zwei Positionen — die Hände markieren zwei Pole im Raum, der Abstand zwischen ihnen wird spürbar. „Zwei Seiten einer Medaille“ — eine Handbewegung zeigt etwas Umwendbares, Doppelseitiges, ohne dass ein Wort dafür fällt. „Wir ziehen an einem Strang“ — eine gemeinsame Zugbewegung in dieselbe Richtung, die Richtung und Zusammenhalt gleichzeitig setzt. In all diesen Momenten leistet die Geste etwas, das Sprache allein nicht leistet: Sie macht das Abstrakte körperlich erfahrbar.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Im Unterricht: Abstraktes sichtbar machen</h3>



<p class="has-medium-font-size">Für Lehrkräfte ist das besonders relevant, wenn Begriffe nicht direkt zeigbar sind, wenn „Gleichheit“, „Zusammenhang“ oder „Widerspruch“ erklärt werden müssen, ohne dass man auf etwas Konkretes zeigen kann. Metaphorische Gesten überbrücken genau diese Lücke: Sie modellieren den Begriff räumlich und geben Lernenden eine visuelle Struktur, an der sie sich orientieren können.</p>



<p class="has-medium-font-size">Das entlastet kognitiv. Wer einen abstrakten Inhalt nicht nur hört, sondern auch sieht — als räumliche Relation, als Bewegung, als Richtung — verarbeitet ihn auf zwei Kanälen gleichzeitig. Die Forschung zeigt, dass das Verstehen erleichtert und Erinnern stützt. Nicht weil Gesten dekorativ sind, sondern weil sie Bedeutung mitstrukturieren.</p>



<p class="has-medium-font-size">Konkret: Eine Lehrkraft, die beim Satz „Hier haben wir zwei Perspektiven“ die Hände an zwei verschiedenen Orten im Raum positioniert, gibt dem Begriff „Perspektive“ einen Ort. Wenn sie später auf diese Stellen zurückgreift — auch ohne das Wort zu wiederholen — aktiviert sie dasselbe mentale Bild. Die Geste wird zum Anker.</p>



<h3 class="wp-block-heading">In der Führung: Orientierung und gemeinsame Deutung</h3>



<p class="has-medium-font-size">In Führungssituationen sind metaphorische Gesten besonders dann wirksam, wenn es darum geht, Visionen, Strategien oder Beziehungen vermittelbar zu machen. Also genau dann, wenn das Gesagte abstrakt bleibt, wenn man es nicht an etwas Konkretem festmachen kann.</p>



<p class="has-medium-font-size">„Wir bauen eine Brücke zwischen den Abteilungen“ — mit einer verbindenden Bewegung zwischen zwei Punkten im Raum — ist nicht nur Metapher. Es ist ein körperliches Angebot: So stelle ich mir das vor, so verorten wir uns zueinander. Wer diese Geste macht und wer sie aufnimmt, wessen Hände anfangen, in dieselbe Richtung zu zeigen, der beginnt, dasselbe Bild zu teilen. Das ist keine Manipulation. Es ist gemeinsame Bedeutungskonstruktion.</p>



<p class="has-medium-font-size">In einem Meeting, in dem über Strategie diskutiert wird, können metaphorische Gesten deshalb zeigen, ob jemand ein Problem als Prozess denkt — Handbewegung entlang einer Achse — oder als Zustand, den man hält oder bewacht. Das sind keine trivialen Unterschiede. Sie können erklären, warum zwei Personen scheinbar über dasselbe reden und dabei komplett aneinander vorbeikommen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was man nicht ablesen kann — und warum das wichtig ist</h2>



<p class="has-medium-font-size">Ich komme zurück zu den Aussagen vom Anfang. Der Körper verrät die Lüge. Nervösität zeigt sich in der Gestik. Dominante Menschen gestikulieren mehr.</p>



<p class="has-medium-font-size">Die Forschungslage dazu ist eindeutig: Es gibt keine zuverlässigen gestischen Marker für Deception — für Lügen. <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33381072/">Meta-Analysen</a> über Jahrzehnte der Forschung zeigen, dass kein einzelnes Verhaltenssignal zuverlässig Täuschung anzeigt. Wer glaubt, an bestimmten Handbewegungen erkennen zu können, ob jemand die Unwahrheit sagt, irrt sich: systematisch, mit realen Konsequenzen für Bewerbungsgespräche, Gerichtsverhandlungen, Elterngespräche.</p>



<p class="has-medium-font-size">Gleiches gilt für die Vorstellung, mit gezielter Gestik andere Menschen unbewusst in bestimmte Richtungen zu drängen. Die Wirkungsforschung dazu ist weit schwächer, als populäre Darstellungen suggerieren. Gestik <em>beeinflusst</em> Kommunikation: das ist unbestritten. Aber sie tut es auf eine Art, die weit weniger mechanisch, weit weniger manipulierbar ist, als es Serien wie &#8222;Lie to me&#8220; behaupten.</p>



<p class="kt-adv-heading4249_a32ca6-63 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4249_a32ca6-63">Das Faszinierende an Gestik liegt nicht in ihrer Eignung zur Kontrolle anderer. Es liegt darin, dass sie uns ein Fenster öffnet: ins Denken, in Vorstellungen, in das, was jemandem wirklich wichtig ist. Das ist, wenn man so will, respektvoller gegenüber dem Gegenüber. Und für Führungskräfte, Lehrende und Coaches erheblich nützlicher.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gestik lesen heißt besser zuhören</h2>



<p class="has-medium-font-size">Wie jemand sich ein Ereignis vorstellt und aus welcher Perspektive — Character oder Observer. Wie jemand abstrakte Konzepte im Raum verortet und was das über sein mentales Modell verrät. </p>



<p class="has-medium-font-size">Keines davon erfordert eine Ausbildung in Gestenforschung. Es erfordert Aufmerksamkeit und die Bereitschaft, das, was Hände tun, genauso ernst zu nehmen wie das, was wir sagen.</p>



<p class="has-medium-font-size">Eine Übung für die nächste Woche: Achten Sie in einem Gespräch oder einer Besprechung einmal gezielt darauf, ob Ihr Gegenüber eher in der Szene ist oder von außen beschreibt. Sie werden überrascht sein, was Sie sehen.</p>



<p class="has-medium-font-size">Wenn Sie noch mehr über Gesten und Denken wissen möchten,  lesen Sie hier weiter: <a href="https://www.janabressem.de/gesten-kommunikation-verbessern/">Gesten und Kommunikation</a></p>



<p class="kt-adv-heading4249_b30dcf-7b wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4249_b30dcf-7b">Gestik ist lernbar — wenn man weiß, wonach man schaut. Wenn Sie neugierig sind, was das für Ihr Team, Ihren Unterricht oder Ihre Beratungsarbeit bedeuten könnte — ich freue mich über Ihre <a href="https://www.janabressem.de/kontakt/" type="page" id="2580">Nachricht</a>.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Häufige Fragen</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Kann man an Gestik erkennen, ob jemand lügt?</h3>



<p class="has-medium-font-size">Nein. Die Gestenforschung zeigt eindeutig: Es gibt keine zuverlässigen gestischen Marker für Täuschung. Meta-Analysen über Jahrzehnte belegen, dass kein einzelnes Körpersignal verlässlich auf Lügen hinweist. Wer das behauptet, bringt keine Forschung mit.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Was ist der Unterschied zwischen Character Viewpoint und Observer Viewpoint?</h3>



<p class="has-medium-font-size">Character-Viewpoint-Gesten zeigen eine Handlung aus der Perspektive einer handelnden Figur — der Körper führt aus, was die Figur tut. Observer-Viewpoint-Gesten beschreiben das Geschehen von außen, wie auf einer Karte oder in einem Schaubild. Beide transportieren Bedeutung — aber unterschiedliche.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Was sind metaphorische Gesten?</h3>



<p class="has-medium-font-size">Metaphorische Gesten verräumlichen abstrakte Konzepte. Sie machen Ideen wie „Zeit“, „Spannung“ oder „gemeinsame Richtung“ körperlich sichtbar. Der Begriff stammt aus der Gestenforschung, geprägt durch David McNeill (1992).</p>



<h3 class="wp-block-heading">Warum ist Gestik für Führungskräfte und Lehrende relevant?</h3>



<p class="has-medium-font-size">Weil Gesten zeigen, wie jemand denkt: nicht ob jemand lügt. Für Führung und Unterricht bedeutet das: Man kann ablesen, aus welcher Perspektive jemand eine Situation erlebt, welche Konzepte mental klar sind, und welche Inhalte besonders wichtig sind. Das eröffnet Handlungsmöglichkeiten, die rein verbale Kommunikation nicht bietet.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Quellen</h2>



<p>Brennen, T. &amp; Magnussen, S. (2020). Research on Non-verbal Signs of Lies and Deceit: A Blind Alley. <em>Frontiers in Psychology</em>, <em>11</em>, 613410. https://doi.org/10.3389/fpsyg.2020.613410</p>



<p>Hinterwimmer S, Patil U and Ebert C (2021) On the Interaction of Gestural and Linguistic Perspective Taking. Front. Commun. 6:625757. doi: 10.3389/fcomm.2021.625757</p>



<p>McNeill, D. (1992). Hand and mind: What gestures reveal about thought. University of Chicago press.</p>



<p>Stites LJ, Özçalışkan Ş. (2017). Who Did What to Whom? Children Track Story Referents First in Gesture. J Psycholinguist Res. 2017 Aug;46(4):1019-1032. doi: 10.1007/s10936-017-9476-0. PMID: 28185052.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Gestik im Unterricht: Warum Ihre Erklärungen nicht ankommen (und wie Sie das ändern)</title>
		<link>https://www.janabressem.de/gestik-im-unterricht-aufmerksamkeit-steuern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Jana Bressem]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Feb 2026 20:26:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gestik]]></category>
		<category><![CDATA[Lehre]]></category>
		<category><![CDATA[Workshops & Didaktik]]></category>
		<category><![CDATA[Didaktik]]></category>
		<category><![CDATA[Unterricht]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Viele Lehrkräfte kennen das Problem: Trotz guter Vorbereitung kommen Lerninhalte nicht an. Der Grund liegt oft nicht in der fachlichen Kompetenz, sondern in fehlender Aufmerksamkeitssteuerung. Dieser Artikel zeigt, wie gezielte Gestik im Unterricht die Aufmerksamkeit lenkt, das Verständnis fördert und Wissen nachhaltig verankert. Das Problem: Wenn Unterrichtsinhalte nicht ankommen Eine neue Unterrichtseinheit steht an. Die...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="kt-adv-heading3641_3e8259-28 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_3e8259-28">Viele Lehrkräfte kennen das Problem: Trotz guter Vorbereitung kommen Lerninhalte nicht an. Der Grund liegt oft nicht in der fachlichen Kompetenz, sondern in fehlender Aufmerksamkeitssteuerung. Dieser Artikel zeigt, wie gezielte Gestik im Unterricht die Aufmerksamkeit lenkt, das Verständnis fördert und Wissen nachhaltig verankert.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Problem: Wenn Unterrichtsinhalte nicht ankommen</h2>



<p class="kt-adv-heading3641_8b3abe-8b wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_8b3abe-8b">Eine neue Unterrichtseinheit steht an. Die Lehrkraft hat sich vorbereitet, die Inhalte sind durchdacht, die Materialien liegen bereit. Doch schon nach wenigen Minuten zeigt sich: Die Informationen kommen nicht an. Fragen werden mehrfach gestellt, Erklärungen müssen wiederholt werden, und spätestens in der nächsten Stunde wird deutlich: vieles ist nicht hängengeblieben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum Lerninhalte scheitern: Die Aufmerksamkeitslücke</h2>



<p class="kt-adv-heading3641_5c0829-3b wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_5c0829-3b">Doch woran liegt das? Oft ist es nicht die fachliche Kompetenz, die fehlt, sondern die <strong>Aufmerksamkeit</strong>. Wenn Lerninhalte nicht ankommen, liegt das häufig daran, dass die Aufmerksamkeit der Lernenden gar nicht dort ist, wo sie sein sollte.</p>



<p class="kt-adv-heading3641_843302-55 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_843302-55">Und genau hier kommt ein oft unterschätztes Werkzeug ins Spiel: <strong>Gestik im Unterricht</strong>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was ist Gestik und warum ist sie wichtig für den Unterricht?</h2>



<p class="kt-adv-heading3641_aa794f-54 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_aa794f-54">Gesten sind weit mehr als bloße Begleiterscheinungen des Sprechens. Sie sind <strong>präzise Steuerungsinstrumente</strong>, die:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Aufmerksamkeit gezielt lenken</li>



<li class="has-medium-font-size">Verständnis nachhaltig fördern</li>



<li class="has-medium-font-size">Lerninhalte im Gedächtnis verankern</li>
</ul>



<p class="kt-adv-heading3641_80256f-1e wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_80256f-1e"><strong>Wissenschaftlicher Hintergrund:</strong> Studien aus der Kognitionswissenschaft und Gestenforschung belegen, dass Gestik einen entscheidenden Einfluss auf Lernprozesse hat.</p>



<h2 class="wp-block-heading">3 wissenschaftlich fundierte Prinzipien: Wie Gestik im Unterricht wirkt</h2>



<h3 class="wp-block-heading">1. Zeigegesten als Wegweiser – Aufmerksamkeit gezielt aufbauen</h3>



<h3 class="wp-block-heading">Was sind Zeigegesten?</h3>



<p class="kt-adv-heading3641_050123-35 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_050123-35">Eine ausgestreckte Hand, ein Finger, der auf die Tafel deutet: <strong>Zeigegesten</strong> sind eines der wirksamsten Werkzeuge, um Aufmerksamkeit zu steuern. Sie schaffen eine unmittelbare Verbindung zwischen dem, was gesagt wird, und dem, worauf es ankommt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Das Prinzip der Joint Attention (geteilte Aufmerksamkeit)</h3>



<p class="kt-adv-heading3641_406b01-18 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_406b01-18">Wenn eine Lehrkraft auf etwas zeigt, folgt der Blick der Lernenden nahezu automatisch. Dieser Mechanismus wird als <strong>Joint Attention</strong> (geteilte Aufmerksamkeit) bezeichnet: ein fundamentales Prinzip menschlicher Kommunikation. Zeigegesten schaffen eine gemeinsame Referenz zwischen Lehrkraft und Lernenden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Praxisbeispiel: Mathematikunterricht</h3>



<p class="kt-adv-heading3641_af6938-f3 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_af6938-f3"><strong>Situation:</strong> Eine Lehrkraft erklärt eine quadratische Funktion anhand eines Graphen an der Tafel.</p>



<p class="kt-adv-heading3641_22ed64-2c wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_22ed64-2c"><strong>Ohne Gestik:</strong> „Der Scheitelpunkt ist der tiefste Punkt der Parabel.&#8220;</p>



<p class="kt-adv-heading3641_2b7261-16 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_2b7261-16"><strong>Mit gezielter Zeigegeste:</strong> Die Lehrkraft zeigt präzise auf die Stelle, an der die Parabel ihren tiefsten Punkt erreicht, während sie den Scheitelpunkt erklärt.</p>



<p class="kt-adv-heading3641_bfc068-d0 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_bfc068-d0"><strong>Ergebnis:</strong> Die Lernenden schauen dorthin, der abstrakte Begriff bekommt einen konkreten Ort. Die Verbindung zwischen Begriff und visueller Darstellung wird hergestellt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wichtig: Zeigegesten richtig einsetzen</h3>



<p class="kt-adv-heading3641_4798d1-78 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_4798d1-78"><strong>Effektiv:</strong> Die Zeigegeste verweist auf etwas Neues, das nicht bereits eindeutig in der Sprache enthalten ist.</p>



<p class="kt-adv-heading3641_247e09-55 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_247e09-55"><strong>Ineffektiv:</strong> Wer auf eine „2&#8243; zeigt, während er „2&#8243; sagt, schafft keine zusätzliche Orientierung.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Reflexionsfrage für Lehrkräfte</h3>



<p class="kt-adv-heading3641_d5daf1-70 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_d5daf1-70">Wer merkt, dass Erklärungen ins Leere laufen, kann innehalten und sich fragen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Wo schauen die Lernenden gerade hin?</li>



<li class="has-medium-font-size">Und wo sollten sie hinschauen?</li>
</ul>



<p class="kt-adv-heading3641_cde85a-14 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_cde85a-14">Eine klare Zeigegeste schließt diese Lücke, denn sie schafft geteilte Aufmerksamkeit.</p>



<h3 class="wp-block-heading">2. Ikonische Gesten als kognitive Entlastung – Verständnis erleichtern</h3>



<h3 class="wp-block-heading">Die kognitive Herausforderung im Unterricht</h3>



<p class="kt-adv-heading3641_a684e7-ca wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_a684e7-ca">Komplexe Lerninhalte fordern das <strong>Arbeitsgedächtnis</strong> stark. Lernende müssen gleichzeitig:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Informationen aufnehmen</li>



<li class="has-medium-font-size">Informationen verarbeiten</li>



<li class="has-medium-font-size">Mit Vorwissen verknüpfen</li>



<li class="has-medium-font-size">Neue Inhalte behalten</li>
</ul>



<p class="kt-adv-heading3641_0c5453-8c wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_0c5453-8c">Diese kognitive Last kann schnell überfordern. Hier helfen <strong>ikonische Gesten</strong> – Gesten, die Inhalte bildlich darstellen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wissenschaftliche Evidenz: Gesten reduzieren kognitive Belastung</h3>



<p class="kt-adv-heading3641_e959bf-af wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_e959bf-af">Studien aus der Gestenforschung belegen: <strong>Gesten reduzieren die kognitive Belastung – sowohl für die sprechende als auch für die zuhörende Person.</strong></p>



<p class="kt-adv-heading3641_f5646a-65 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_f5646a-65">Wenn eine Lehrkraft gestikuliert:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Wird das Gesagte visuell unterstützt</li>



<li class="has-medium-font-size">Werden Informationen leichter verarbeitbar</li>



<li class="has-medium-font-size">Muss das Gehirn weniger Energie aufwenden, um die Information zu dekodieren</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Praxisbeispiel: Naturwissenschaften</h3>



<p class="kt-adv-heading3641_51f024-d2 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_51f024-d2"><strong>Situation:</strong> Eine Lehrkraft erklärt den Wasserkreislauf.</p>



<p class="kt-adv-heading3641_05629b-03 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_05629b-03"><strong>Mit ikonischen Gesten:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size"><strong>Verdunstung:</strong> Aufsteigende Handbewegung</li>



<li class="has-medium-font-size"><strong>Kondensation:</strong> Schwebende Handflächen für Wolkenbildung</li>



<li class="has-medium-font-size"><strong>Niederschlag:</strong> Bewegte Finger für Regen</li>
</ul>



<p class="kt-adv-heading3641_344d6b-4b wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_344d6b-4b"><strong>Ergebnis:</strong> Die Lernenden sehen das Prinzip, während sie es hören. Zwei Sinneskanäle (auditiv + visuell) verstärken das Verständnis.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Doppelter Nutzen für Lehrkräfte</h3>



<p class="kt-adv-heading3641_b4d75e-ad wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_b4d75e-ad">Gestik hilft nicht nur den Lernenden, sondern auch der Lehrkraft selbst:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Das Sprechen fällt leichter</li>



<li class="has-medium-font-size">Die Gedanken werden klarer strukturiert</li>



<li class="has-medium-font-size">Die Erklärung wird flüssiger</li>
</ul>



<p class="kt-adv-heading3641_2b5d8c-ce wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_2b5d8c-ce"><strong>Fazit:</strong> Gestik ist kein zusätzlicher Aufwand, sondern ein Werkzeug, das Kommunikation auf beiden Seiten erleichtert.</p>



<h3 class="wp-block-heading">3. Räumliche Gesten – Erinnerung nachhaltig verankern</h3>



<h3 class="wp-block-heading">Visuelle Spuren im Raum: Wie Gesten im Gedächtnis bleiben</h3>



<p class="kt-adv-heading3641_e94a81-a8 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_e94a81-a8">Gesten verschwinden nicht einfach, wenn die Hand wieder sinkt. Sie hinterlassen <strong>mentale Anker im Raum</strong>.</p>



<p class="kt-adv-heading3641_e936da-b5 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_e936da-b5">Wenn eine Lehrkraft wiederholt an derselben Stelle im Raum gestikuliert, entsteht eine Verknüpfung: Der Ort wird mit dem Inhalt assoziiert. Lernende erinnern sich nicht nur an das Gesagte, sondern auch daran, wo es „stand&#8220;.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Das Prinzip der räumlichen Indexierung</h3>



<p class="kt-adv-heading3641_cf9e91-01 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_cf9e91-01">Dieses Phänomen wird in der Gedächtnisforschung als <strong>räumliche Indexierung</strong> beschrieben. Unser Gedächtnis arbeitet nicht nur mit Wörtern und Bildern, sondern auch mit räumlichen Informationen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Praxisbeispiel: Problemlösung im Unterricht</h3>



<p class="kt-adv-heading3641_d6d661-24 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_d6d661-24"><strong>Situation:</strong> Eine Lehrkraft führt eine neue Unterrichtseinheit ein und unterscheidet zwischen zwei Konzepten.</p>



<p class="kt-adv-heading3641_dcc2a2-a7 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_dcc2a2-a7"><strong>Mit räumlicher Gestik:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size"><strong>Das Problem:</strong> Geste nach links (z.B. offene Hand auf der linken Seite)</li>



<li class="has-medium-font-size"><strong>Die Lösung:</strong> Geste nach rechts (z.B. geschlossene Faust auf der rechten Seite)</li>
</ul>



<p class="kt-adv-heading3641_edffb7-8d wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_edffb7-8d"><strong>Im weiteren Verlauf:</strong> Die Lehrkraft zeigt immer wieder in dieselben Richtungen, wenn sie Problem oder Lösung thematisiert.</p>



<p class="kt-adv-heading3641_0e9819-18 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_0e9819-18"><strong>Ergebnis:</strong> Die Lernenden beginnen automatisch nach links oder rechts zu schauen, wenn sie an Problem oder Lösung denken. Die räumliche Verankerung unterstützt das Abrufen der Information.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Praktische Umsetzung: Einfach und wirkungsvoll</h3>



<p class="kt-adv-heading3641_12f80f-13 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_12f80f-13">Die visuellen Spuren müssen nicht kompliziert sein. Es reicht, wenn bestimmte Inhalte mit bestimmten Raumpositionen verknüpft werden durch:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Zeigegesten in bestimmte Richtungen</li>



<li class="has-medium-font-size">Bewegung im Raum</li>



<li class="has-medium-font-size">Wiederholte Handhaltungen an derselben Stelle</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Zusammenfassung: Gestik als professionelles Werkzeug für Lehrkräfte</h2>



<p class="kt-adv-heading3641_397b5a-c8 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_397b5a-c8">Die drei beschriebenen Prinzipien zeigen: <strong>Gesten sind wirksame Mittel zur Steuerung von Aufmerksamkeit.</strong></p>



<h3 class="wp-block-heading">Die drei Säulen effektiver Gestik im Unterricht:</h3>



<ol class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size"><strong>Zeigegesten</strong> → Aufmerksamkeit lenken durch Joint Attention</li>



<li class="has-medium-font-size"><strong>Ikonische Gesten</strong> → Verständnis fördern durch kognitive Entlastung</li>



<li class="has-medium-font-size"><strong>Räumliche Gesten</strong> → Erinnerung verankern durch räumliche Indexierung</li>
</ol>



<p class="kt-adv-heading3641_e9d34c-73 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_e9d34c-73">Im Zusammenspiel mit Sprache entsteht eine gemeinsame Verständigungsebene, die Lerninhalte nicht nur transportiert, sondern auch nachhaltig verankert.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gestik über den Unterricht hinaus: Universelle Anwendung</h2>



<p class="kt-adv-heading3641_f79ecf-10 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_f79ecf-10">Was im Klassenzimmer funktioniert, gilt überall dort, wo Menschen Inhalte vermitteln:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size"><strong>Teamsitzungen:</strong> Wichtige Entscheidungen treffen und vermitteln</li>



<li class="has-medium-font-size"><strong>Coachings:</strong> Reflexionsprozesse begleiten</li>



<li class="has-medium-font-size"><strong>Präsentationen:</strong> Komplexe Zusammenhänge verständlich machen</li>



<li class="has-medium-font-size"><strong>Führungskommunikation:</strong> Teams effektiv leiten</li>
</ul>



<p class="kt-adv-heading3641_63ce5d-99 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_63ce5d-99">Die Art, wie wir Gesten einsetzen, beeinflusst, ob unsere Botschaften ankommen oder verpuffen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit: Gestik ist eine professionalisierbare Fähigkeit</h2>



<p class="kt-adv-heading3641_1c0f66-9a wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_1c0f66-9a">Gestik ist kein Zufall. Sie ist eine <strong>Fähigkeit, die entwickelt und professionalisiert werden kann</strong>.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Chance für Lehrkräfte:</h3>



<p class="kt-adv-heading3641_a9702b-59 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_a9702b-59">Wer lernt, Aufmerksamkeit bewusst zu steuern, schafft Raum für:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size"><strong>Verständnis:</strong> Inhalte werden klarer</li>



<li class="has-medium-font-size"><strong>Erinnerung:</strong> Wissen bleibt länger präsent</li>



<li class="has-medium-font-size"><strong>Wirkung:</strong> Unterricht wird nachhaltiger</li>
</ul>



<p></p>



<p class="kt-adv-heading3641_2ec834-fc wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_2ec834-fc">Referenzen:</p>



<p>Alibali, M. W., Young, A. G., Crooks, N. M., Yeo, A., Wolfgram, M. S., Ledesma, I. M., Nathan, M. J., Church, R.B., &amp; Knuth, E. J. (2013). Students learn more when their teacher has learned to gesture effectively. Gesture,13(2), 210–233. <a href="https://doi.org/10.1075/gest.13.2.05aliAtit"></a><a href="https://doi.org/10.1075/gest.13.2.05ali">https://doi.org/10.1075/gest.13.2.05ali</a></p>



<p>Church, R.B., Perry, M., Singer, M.A., Cook, S.W. and Alibali, M.W. (2025), Teachers’ Gestures and How They Matter. Top. Cogn. Sci., 17: 545-568.&nbsp;<a href="https://doi.org/10.1111/tops.12755">https://doi.org/10.1111/tops.12755</a></p>



<p>Rueckert, L., Church, R. B., Avila, A., &amp; Trejo, T. (2017). Gesture enhances learning of a complex statisticalconcept. Cognitive Research: Principles and Implications, 2(1), 2. <a href="https://doi.org/10.1186/s41235-016-0036-1Shein"></a><a href="https://doi.org/10.1186/s41235-016-0036-1">https://doi.org/10.1186/s41235-016-0036-1</a></p>



<p class="kt-adv-heading3641_3816db-25 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_3816db-25">Gestik professionalisieren? Das geht. <a href="https://www.janabressem.de/trainings-zu-gestik-und-koerpesprache/">Mehr Infos zum Training</a></p>



<p></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.janabressem.de/gestik-im-unterricht-aufmerksamkeit-steuern/">Gestik im Unterricht: Warum Ihre Erklärungen nicht ankommen (und wie Sie das ändern)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.janabressem.de">Dr. Jana Bressem</a>.</p>
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		<title>Kreative Präsentationen mit ChatGPT: Wie geht das in der Lehre?</title>
		<link>https://www.janabressem.de/praesentationen-mit-chatgpt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Jana Bressem]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Oct 2023 07:15:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lehre]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.janabressem.de/?p=1869</guid>

					<description><![CDATA[<p>Jedes Jahr im Oktober stehe ich vor einer neuen Gruppe von Erstsemestern, um sie in der “Praktischen Rhetorik” auf Vorträge und Referate im Studium vorzubereiten. Doch in diesem Jahr treibt mich eine Frage besonders um: Welche Auswirkungen hat es, wenn Studierende ChatGPT zur inhaltlichen Vorbereitung der Vorträge nutzen? Und wie kann ich diese Technologie optimal...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.janabressem.de/praesentationen-mit-chatgpt/">Kreative Präsentationen mit ChatGPT: Wie geht das in der Lehre?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.janabressem.de">Dr. Jana Bressem</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Jedes Jahr im Oktober stehe ich vor einer neuen Gruppe von Erstsemestern, um sie in der “Praktischen Rhetorik” auf Vorträge und Referate im Studium vorzubereiten. Doch in diesem Jahr treibt mich eine Frage besonders um: Welche Auswirkungen hat es, wenn Studierende ChatGPT zur inhaltlichen Vorbereitung der Vorträge nutzen? Und wie kann ich diese Technologie optimal in die Lehre integrieren?</p>



<p>Insbesondere zu Beginn eines Projekts kann KI als Hilfsmittel dienen. Sie gewährt einen raschen Überblick über ein Thema, indem sie umfassende Informationen zügig zur Verfügung stellt. Dies erlaubt den Studierenden, sich mit den vielfältigen Aspekten des Themas vertraut zu machen und bietet Unterstützung bei der Strukturierung und Gliederung.</p>



<p>Allerdings ist KI meist nur in der Lage , Standardpräsentationen zu generieren, die zwar gut strukturiert sind, aber Originalität und Kreativität vermissen lassen. Der “Lehrerfreund” zeigt das auf Youtube sehr anschaulich: “Mit ChatGPT eine Präsentation in nur 10 Minuten erstellen”. Alles schön und gut, aber am Ende entstehen damit Präsentationen die nur Mittelklasse sind. Wie Lehrerfreund sagt “ne gute 3”, aber mehr auch nicht. Spannend sind solche Vorträge kaum. Nicht, das was ich von den Studierenden sehen möchte.</p>



<p>Was heißt das also jetzt für mich? Mein Ziel muss es sein, den Studierenden zu zeigen, wie sie KI als Werkzeug nutzen können, um über die generierten Informationen hinaus zu denken. Der Schlüssel liegt also darin, KI als Werkzeug zu betrachten, das die Denkprozesse unterstützt, aber nicht ersetzt. Und ich muss die Studierenden darin unterstützen, auf Basis der KI eigene Ideen und Zugänge zu einem Thema zu entwickeln, die kreativ sind und nicht dem Standardmuster folgen. Dann halten sie am Ende des Semesters hoffentlich Präsentationen, die inspirieren und zum Nachdenken anregen.</p>
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