<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Gestik Archive - Dr. Jana Bressem</title>
	<atom:link href="https://www.janabressem.de/tag/gestik/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.janabressem.de/tag/gestik/</link>
	<description>die Gestiktrainerin, die anders denkt</description>
	<lastBuildDate>Sun, 26 Apr 2026 14:01:03 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://www.janabressem.de/wp-content/uploads/2025/09/cropped-2-scaled-1-32x32.jpg</url>
	<title>Gestik Archive - Dr. Jana Bressem</title>
	<link>https://www.janabressem.de/tag/gestik/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Was man an Gestik wirklich ablesen kann — und was nicht</title>
		<link>https://www.janabressem.de/gestik-ablesen-was-wirklich-geht-und-was-nicht-dr-jana-bressem/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Jana Bressem]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 Apr 2026 14:01:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Denken]]></category>
		<category><![CDATA[Gestik]]></category>
		<category><![CDATA[Lehre]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.janabressem.de/?p=4249</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ich lege mich mal aus dem Fenster. Die meisten Aussagen über Gestik ablesen, die Sie gehört haben, sind falsch. Nicht ungenau, nicht vereinfacht — falsch. Der Körper verrät die Lüge. An Gestik erkennt man, ob jemand nervös ist. Dominante Menschen gestikulieren mehr. Mit bestimmten Handbewegungen können Sie andere Menschen subtil beeinflussen. Pacing und Leading. Ich...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.janabressem.de/gestik-ablesen-was-wirklich-geht-und-was-nicht-dr-jana-bressem/">Was man an Gestik wirklich ablesen kann — und was nicht</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.janabressem.de">Dr. Jana Bressem</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size">Ich lege mich mal aus dem Fenster.</p>



<p class="has-medium-font-size">Die meisten Aussagen über Gestik ablesen, die Sie gehört haben, sind falsch. Nicht ungenau, nicht vereinfacht — <em>falsch</em>. Der Körper verrät die Lüge. An Gestik erkennt man, ob jemand nervös ist. Dominante Menschen gestikulieren mehr. Mit bestimmten Handbewegungen können Sie andere Menschen subtil beeinflussen. Pacing und Leading.</p>



<p class="has-medium-font-size">Ich sage das nicht, um zu provozieren. Ich sage es, weil ich seit mehr als zwanzig Jahren Gestenforschung betreibe und weil mich diese Aussagen, offen gestanden, langweilen. Nicht weil sie harmlos wären. Sondern weil sie von etwas viel Interessanterem ablenken.</p>



<p class="has-medium-font-size">Was man an Gestik wirklich ablesen kann, ist subtiler, präziser und für alle, die Menschen führen, unterrichten oder begleiten, erheblich nützlicher als die Frage, ob jemand gerade lügt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Erst einmal zurück in die Wissenschaft</h2>



<p class="has-medium-font-size">1992 veröffentlicht David McNeill, einer der Gründungsväter der modernen Gestenforschung, sein Buch <em><a href="https://press.uchicago.edu/ucp/books/book/chicago/H/bo3641188.html">Hand and Mind</a></em> (University of Chicago Press). Seine These, die das Feld bis heute prägt: Gesten sind keine bloße Begleiterscheinung von Sprache. Sie sind ein eigenständiger Modus des Denkens — sichtbar gemachte Kognition. McNeill nennt sie ein „Fenster zum Geist“.</p>



<p class="has-medium-font-size">Das klingt nach einer akademischen Feinheit. Es ist aber eine grundlegende Umkehrung dessen, wie wir Gestik gewöhnlich verstehen. Gesten sind demnach kein Spiegel innerer emotionaler Zustände, kein unwillkürliches Verraten. Sie sind <em>aktiver Teil des Sprachproduktionsprozesses</em>, eng verzahnt mit Gedanken, Vorstellungen und der Art, wie wir Bedeutung aufbauen.</p>



<p class="has-medium-font-size">Was folgt daraus? Dass ich an Gestik nicht ablesen kann, ob jemand lügt oder nervös ist oder mich dominieren will. Was ich ablesen kann: <em>wie</em> jemand denkt. Wie sich jemand etwas vorstellt. Und was dieser Person gerade besonders wichtig ist.</p>



<p class="has-medium-font-size">Das ist der Unterschied, um den es in diesem Beitrag geht.</p>



<p class="has-medium-font-size">Wie Gestik im Unterricht konkret Aufmerksamkeit steuert, habe ich in einem eigenen Beitrag beschrieben: <a href="https://www.janabressem.de/gestik-im-unterricht-aufmerksamkeit-steuern/">Gestik im Unterricht: Aufmerksamkeit steuern</a></p>



<h2 class="wp-block-heading">Was man an Gestik ablesen kann: Vorstellung und mentale Repräsentation</h2>



<p class="has-medium-font-size">Stellen Sie sich vor, ein Kind erzählt vom Ausflug in den Zoo. Es sagt: „Und dann sind wir ganz schnell gerannt“ und dabei fliegen die Arme nach hinten, die Schultern ziehen sich zusammen, der ganze Oberkörper wird zum Sprint. Das Kind erinnert sich nicht nur an das Rennen. Es erlebt es noch einmal, versetzt sich körperlich in den Moment zurück, erlebt ihn noch einmal im eigenen Körper. Die Geste zeigt: Das Kind ist in der Szene. Es ist die rennende Figur.</p>



<p class="has-medium-font-size">Die Gestenforschung hat für diesen Unterschied präzise Begriffe entwickelt: <a href="https://press.uchicago.edu/ucp/books/book/chicago/H/bo3641188.html"><em>Character Viewpoint</em> und <em>Observer Viewpoint</em></a>.</p>



<p class="has-medium-font-size">Bei einer Character-Viewpoint-Geste schlüpft die sprechende Person in die Rolle einer Figur im Geschehen: die Hände und der Körper führen aus, was die Figur tut, orientiert sich so, als wäre man selbst in der Szene. Bei einer Observer-Viewpoint-Geste bleibt die Person außen: Sie beschreibt, wie Objekte oder Figuren sich relativ zueinander verhalten, wie in einem Schaubild oder auf einer Karte, gesehen von oben.</p>



<p class="has-medium-font-size">Beide Perspektiven sind kommunikativ vollwertig, aber sie tun unterschiedliche Dinge. Und genau das ist es, was für alle relevant ist, die beruflich mit Menschen sprechen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Im Unterricht: Miterleben oder analysieren?</h3>



<p class="has-medium-font-size">Stellen Sie sich eine Lehrkraft vor, die eine Szene im Englischunterricht erklärt: eine Figur gibt einer anderen etwas. Wenn die Lehrkraft dabei den Arm ausstreckt, als würde sie selbst etwas überreichen, dann nutzt sie Character Viewpoint. Die Lernenden erleben die Handlung von innen — als körperlichen Akt, als Beziehung, als Moment.</p>



<p class="has-medium-font-size">Erklärt dieselbe Lehrkraft dieselbe Szene aus der Beobachterperspektive. Sie zeichnet eine Linie in die Luft, deutet an, dass etwas übergeben wurde, verlagert sich der Fokus. Das Geben wird schematisch, abstrakt. Es ist nicht mehr eine Handlung, die man nachfühlt, sondern ein Vorgang, den man betrachtet.</p>



<p class="has-medium-font-size">Beide Perspektiven sind im Unterricht sinnvoll, aber nicht beliebig austauschbar. Character Viewpoint eignet sich, wenn eine Handlung eingeleibt werden soll: beim Vormachen, beim Erzählen, beim Erklären von Prozessen, die man nachvollziehen soll. Observer Viewpoint eignet sich, wenn ein Sachverhalt übersichtlich und distanziert dargestellt werden soll — Raumrelationen, Strukturen, Beobachtungsaufgaben.</p>



<p class="has-medium-font-size">Heißt konkret: Eine Lehrkraft kann mit der Gestenperspektive steuern, ob Schülerinnen und Schüler eher miterleben oder eher analysieren sollen. Das ist kein stilistisches Detail. Es ist ein didaktisches Werkzeug und ein unbewusstes Wechseln zwischen beiden Perspektiven kann erklären, warum Lernende manchmal nicht ganz folgen können, obwohl die Erklärung sachlich stimmt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">In der Führung: Nähe oder Überblick?</h3>



<p class="has-medium-font-size">In Führungssituationen verändert die Gestenperspektive, wie eine Botschaft wirkt — unabhängig von dem, was verbal gesagt wird.</p>



<p class="has-medium-font-size">„Wir gehen diesen Weg gemeinsam“ — gesagt mit einer Character-Viewpoint-Geste, die ein Mitgehen körperlich andeutet, wirkt anders als dieselbe Aussage mit einer Observer-Viewpoint-Geste, die eine Route von außen beschreibt. Im ersten Fall signalisiert der Körper: Ich bin dabei, ich gehe mit. Im zweiten: Ich sehe das Ganze, ich überblicke es.</p>



<p class="has-medium-font-size">Das sind keine Widersprüche, aber sie kommunizieren unterschiedliche Rollen. Character Viewpoint markiert Nähe, Empathie und gemeinsames Handeln. Observer Viewpoint markiert Distanz, Überblick und — in bestimmten Kontexten — Beurteilung.</p>



<p class="has-medium-font-size">Das wird besonders relevant in Feedbackgesprächen und Konfliktsituationen. Wenn eine Führungskraft eine schwierige Situation schildert und dabei körperlich in die Innenperspektive der betroffenen Person wechselt — Character Viewpoint — dann macht sie Empathie sichtbar, nicht nur verbal behauptbar. Observer Viewpoint in derselben Situation wirkt analytischer, manchmal auch kühler. Beides kann angemessen sein. Aber es sollte eine Entscheidung sein, keine Gewohnheit.</p>



<p class="has-medium-font-size">Kurz gesagt: Character Viewpoint verbindet, Observer Viewpoint ordnet. In Unterricht und Führung ist diese Unterscheidung deshalb wichtig, weil sie nicht nur Verständlichkeit, sondern auch Beziehung und Perspektive mitkommuniziert. </p>



<p class="kt-adv-heading4249_05647c-4b wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4249_05647c-4b"><em>„Character Viewpoint verbindet, Observer Viewpoint ordnet.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Was man tatsächlich ablesen kann: Abstrakte Konzepte im Raum</h2>



<p class="has-medium-font-size">Gesten können nicht nur konkrete Ereignisse darstellen: sie verräumlichen auch abstrakte Konzepte. Und das ist eine der folgenreichsten Beobachtungen der Gestenforschung, weil es erklärt, was passiert, wenn jemand über etwas spricht, das man nicht sehen oder anfassen kann.</p>



<p class="has-medium-font-size">Zeit etwa wird in westlichen Sprachen, z.B. im Deutschen oder Englischen, häufig als horizontale Linie organisiert: Vergangenheit links, Zukunft rechts. Wenn jemand über Entwicklungsprozesse spricht und dabei die Hand von links nach rechts durch den Raum führt, zeigt er, wie er Zeit im Kopf verortet: als gerichteten Verlauf, als Pfad, als etwas Lineares. Diese <em><a href="https://press.uchicago.edu/ucp/books/book/chicago/H/bo3641188.html">metaphorischen Gesten</a></em> — ein Begriff aus der Gestenforschung — machen sichtbar, welches Bild jemand von einem Konzept hat, das sprachlich allein schwer zu greifen ist.</p>



<p class="has-medium-font-size">„Spannung“ zwischen zwei Positionen — die Hände markieren zwei Pole im Raum, der Abstand zwischen ihnen wird spürbar. „Zwei Seiten einer Medaille“ — eine Handbewegung zeigt etwas Umwendbares, Doppelseitiges, ohne dass ein Wort dafür fällt. „Wir ziehen an einem Strang“ — eine gemeinsame Zugbewegung in dieselbe Richtung, die Richtung und Zusammenhalt gleichzeitig setzt. In all diesen Momenten leistet die Geste etwas, das Sprache allein nicht leistet: Sie macht das Abstrakte körperlich erfahrbar.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Im Unterricht: Abstraktes sichtbar machen</h3>



<p class="has-medium-font-size">Für Lehrkräfte ist das besonders relevant, wenn Begriffe nicht direkt zeigbar sind, wenn „Gleichheit“, „Zusammenhang“ oder „Widerspruch“ erklärt werden müssen, ohne dass man auf etwas Konkretes zeigen kann. Metaphorische Gesten überbrücken genau diese Lücke: Sie modellieren den Begriff räumlich und geben Lernenden eine visuelle Struktur, an der sie sich orientieren können.</p>



<p class="has-medium-font-size">Das entlastet kognitiv. Wer einen abstrakten Inhalt nicht nur hört, sondern auch sieht — als räumliche Relation, als Bewegung, als Richtung — verarbeitet ihn auf zwei Kanälen gleichzeitig. Die Forschung zeigt, dass das Verstehen erleichtert und Erinnern stützt. Nicht weil Gesten dekorativ sind, sondern weil sie Bedeutung mitstrukturieren.</p>



<p class="has-medium-font-size">Konkret: Eine Lehrkraft, die beim Satz „Hier haben wir zwei Perspektiven“ die Hände an zwei verschiedenen Orten im Raum positioniert, gibt dem Begriff „Perspektive“ einen Ort. Wenn sie später auf diese Stellen zurückgreift — auch ohne das Wort zu wiederholen — aktiviert sie dasselbe mentale Bild. Die Geste wird zum Anker.</p>



<h3 class="wp-block-heading">In der Führung: Orientierung und gemeinsame Deutung</h3>



<p class="has-medium-font-size">In Führungssituationen sind metaphorische Gesten besonders dann wirksam, wenn es darum geht, Visionen, Strategien oder Beziehungen vermittelbar zu machen. Also genau dann, wenn das Gesagte abstrakt bleibt, wenn man es nicht an etwas Konkretem festmachen kann.</p>



<p class="has-medium-font-size">„Wir bauen eine Brücke zwischen den Abteilungen“ — mit einer verbindenden Bewegung zwischen zwei Punkten im Raum — ist nicht nur Metapher. Es ist ein körperliches Angebot: So stelle ich mir das vor, so verorten wir uns zueinander. Wer diese Geste macht und wer sie aufnimmt, wessen Hände anfangen, in dieselbe Richtung zu zeigen, der beginnt, dasselbe Bild zu teilen. Das ist keine Manipulation. Es ist gemeinsame Bedeutungskonstruktion.</p>



<p class="has-medium-font-size">In einem Meeting, in dem über Strategie diskutiert wird, können metaphorische Gesten deshalb zeigen, ob jemand ein Problem als Prozess denkt — Handbewegung entlang einer Achse — oder als Zustand, den man hält oder bewacht. Das sind keine trivialen Unterschiede. Sie können erklären, warum zwei Personen scheinbar über dasselbe reden und dabei komplett aneinander vorbeikommen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was man nicht ablesen kann — und warum das wichtig ist</h2>



<p class="has-medium-font-size">Ich komme zurück zu den Aussagen vom Anfang. Der Körper verrät die Lüge. Nervösität zeigt sich in der Gestik. Dominante Menschen gestikulieren mehr.</p>



<p class="has-medium-font-size">Die Forschungslage dazu ist eindeutig: Es gibt keine zuverlässigen gestischen Marker für Deception — für Lügen. <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33381072/">Meta-Analysen</a> über Jahrzehnte der Forschung zeigen, dass kein einzelnes Verhaltenssignal zuverlässig Täuschung anzeigt. Wer glaubt, an bestimmten Handbewegungen erkennen zu können, ob jemand die Unwahrheit sagt, irrt sich: systematisch, mit realen Konsequenzen für Bewerbungsgespräche, Gerichtsverhandlungen, Elterngespräche.</p>



<p class="has-medium-font-size">Gleiches gilt für die Vorstellung, mit gezielter Gestik andere Menschen unbewusst in bestimmte Richtungen zu drängen. Die Wirkungsforschung dazu ist weit schwächer, als populäre Darstellungen suggerieren. Gestik <em>beeinflusst</em> Kommunikation: das ist unbestritten. Aber sie tut es auf eine Art, die weit weniger mechanisch, weit weniger manipulierbar ist, als es Serien wie &#8222;Lie to me&#8220; behaupten.</p>



<p class="kt-adv-heading4249_a32ca6-63 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4249_a32ca6-63">Das Faszinierende an Gestik liegt nicht in ihrer Eignung zur Kontrolle anderer. Es liegt darin, dass sie uns ein Fenster öffnet: ins Denken, in Vorstellungen, in das, was jemandem wirklich wichtig ist. Das ist, wenn man so will, respektvoller gegenüber dem Gegenüber. Und für Führungskräfte, Lehrende und Coaches erheblich nützlicher.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gestik lesen heißt besser zuhören</h2>



<p class="has-medium-font-size">Wie jemand sich ein Ereignis vorstellt und aus welcher Perspektive — Character oder Observer. Wie jemand abstrakte Konzepte im Raum verortet und was das über sein mentales Modell verrät. </p>



<p class="has-medium-font-size">Keines davon erfordert eine Ausbildung in Gestenforschung. Es erfordert Aufmerksamkeit und die Bereitschaft, das, was Hände tun, genauso ernst zu nehmen wie das, was wir sagen.</p>



<p class="has-medium-font-size">Eine Übung für die nächste Woche: Achten Sie in einem Gespräch oder einer Besprechung einmal gezielt darauf, ob Ihr Gegenüber eher in der Szene ist oder von außen beschreibt. Sie werden überrascht sein, was Sie sehen.</p>



<p class="has-medium-font-size">Wenn Sie noch mehr über Gesten und Denken wissen möchten,  lesen Sie hier weiter: <a href="https://www.janabressem.de/gesten-kommunikation-verbessern/">Gesten und Kommunikation</a></p>



<p class="kt-adv-heading4249_b30dcf-7b wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4249_b30dcf-7b">Gestik ist lernbar — wenn man weiß, wonach man schaut. Wenn Sie neugierig sind, was das für Ihr Team, Ihren Unterricht oder Ihre Beratungsarbeit bedeuten könnte — ich freue mich über Ihre <a href="https://www.janabressem.de/kontakt/" type="page" id="2580">Nachricht</a>.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Häufige Fragen</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Kann man an Gestik erkennen, ob jemand lügt?</h3>



<p class="has-medium-font-size">Nein. Die Gestenforschung zeigt eindeutig: Es gibt keine zuverlässigen gestischen Marker für Täuschung. Meta-Analysen über Jahrzehnte belegen, dass kein einzelnes Körpersignal verlässlich auf Lügen hinweist. Wer das behauptet, bringt keine Forschung mit.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Was ist der Unterschied zwischen Character Viewpoint und Observer Viewpoint?</h3>



<p class="has-medium-font-size">Character-Viewpoint-Gesten zeigen eine Handlung aus der Perspektive einer handelnden Figur — der Körper führt aus, was die Figur tut. Observer-Viewpoint-Gesten beschreiben das Geschehen von außen, wie auf einer Karte oder in einem Schaubild. Beide transportieren Bedeutung — aber unterschiedliche.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Was sind metaphorische Gesten?</h3>



<p class="has-medium-font-size">Metaphorische Gesten verräumlichen abstrakte Konzepte. Sie machen Ideen wie „Zeit“, „Spannung“ oder „gemeinsame Richtung“ körperlich sichtbar. Der Begriff stammt aus der Gestenforschung, geprägt durch David McNeill (1992).</p>



<h3 class="wp-block-heading">Warum ist Gestik für Führungskräfte und Lehrende relevant?</h3>



<p class="has-medium-font-size">Weil Gesten zeigen, wie jemand denkt: nicht ob jemand lügt. Für Führung und Unterricht bedeutet das: Man kann ablesen, aus welcher Perspektive jemand eine Situation erlebt, welche Konzepte mental klar sind, und welche Inhalte besonders wichtig sind. Das eröffnet Handlungsmöglichkeiten, die rein verbale Kommunikation nicht bietet.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Quellen</h2>



<p>Brennen, T. &amp; Magnussen, S. (2020). Research on Non-verbal Signs of Lies and Deceit: A Blind Alley. <em>Frontiers in Psychology</em>, <em>11</em>, 613410. https://doi.org/10.3389/fpsyg.2020.613410</p>



<p>Hinterwimmer S, Patil U and Ebert C (2021) On the Interaction of Gestural and Linguistic Perspective Taking. Front. Commun. 6:625757. doi: 10.3389/fcomm.2021.625757</p>



<p>McNeill, D. (1992). Hand and mind: What gestures reveal about thought. University of Chicago press.</p>



<p>Stites LJ, Özçalışkan Ş. (2017). Who Did What to Whom? Children Track Story Referents First in Gesture. J Psycholinguist Res. 2017 Aug;46(4):1019-1032. doi: 10.1007/s10936-017-9476-0. PMID: 28185052.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.janabressem.de/gestik-ablesen-was-wirklich-geht-und-was-nicht-dr-jana-bressem/">Was man an Gestik wirklich ablesen kann — und was nicht</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.janabressem.de">Dr. Jana Bressem</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Was wir von großen Rednerinnen über Gestik lernen können</title>
		<link>https://www.janabressem.de/gestik-beim-sprechen-was-gute-rednerinnen-zeigen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Jana Bressem]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Mar 2026 13:53:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gestik]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.janabressem.de/?p=4069</guid>

					<description><![CDATA[<p>Als Gestikforscherin, die zwei Jahrzehnte lang untersucht hat, wie Menschen mit ihrem Körper sprechen und denken, begegnet mir eine Frage immer wieder: Was macht Gestik eigentlich bei guten Rednerinnen aus und was können wir daraus lernen? Wenn über gute Rednerinnen gesprochen wird, geht es meist um Stimme, Argumente oder Charisma. Gestik wird dabei entweder unterschätzt...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.janabressem.de/gestik-beim-sprechen-was-gute-rednerinnen-zeigen/">Was wir von großen Rednerinnen über Gestik lernen können</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.janabressem.de">Dr. Jana Bressem</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="kt-adv-heading4069_d123c2-03 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_d123c2-03"><em>Als Gestikforscherin, die zwei Jahrzehnte lang untersucht hat, wie Menschen mit ihrem Körper sprechen und denken, begegnet mir eine Frage immer wieder: Was macht Gestik eigentlich bei guten Rednerinnen aus und was können wir daraus lernen?</em></p>



<p class="kt-adv-heading4069_186406-2c wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_186406-2c">Wenn über gute Rednerinnen gesprochen wird, geht es meist um Stimme, Argumente oder Charisma. Gestik wird dabei entweder unterschätzt — als bloßes Beiwerk — oder auf einfache Regeln reduziert: offene Hände, nicht zu viel fuchteln, möglichst natürlich bleiben.</p>



<p class="kt-adv-heading4069_dafc78-c4 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_dafc78-c4">Wer guten Rednerinnen wirklich zusieht, merkt schnell: Gestik ist kein Zusatz. Sie ist Teil des Denkens, Teil der Beziehung zum Publikum und Teil der Struktur einer Rede. Und sie sieht nicht bei allen gleich aus, weil sie nicht gleich sein muss.</p>



<p class="kt-adv-heading4069_8a9c68-e1 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_8a9c68-e1">Das zeigt sich besonders deutlich an drei sehr unterschiedlichen deutschsprachigen Rednerinnen: Maja Göpel, Mithu Sanyal und Mai Thi Nguyen-Kim. Ich nutze sie hier nicht als Typen als hätte jede nur eine einzige Gestik-Qualität. Alle drei tun vieles von dem, was ich bei den anderen beschreibe. Aber an jeder lässt sich eine bestimmte Funktion besonders klar beobachten. Und genau diese Bandbreite ist der eigentliche Punkt.</p>



<h2 class="wp-block-heading has--font-size">Gestik als Struktur: Prof. Dr. Maja Göpel</h2>



<p class="kt-adv-heading4069_fea19a-1f wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_fea19a-1f">Bei Maja Göpel fällt auf, dass ihre Gestik selten bloß illustriert. Sie bebildert keine Worte, sie ordnet Gedanken. Wenn sie spricht, gliedern ihre Hände Zusammenhänge, markieren Abwägungen und bringen Argumente in eine Form, der man folgen kann.</p>



<p class="kt-adv-heading4069_b76c62-4a wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_b76c62-4a">Das ist besonders relevant, weil ihre Themen oft komplex sind: gesellschaftlicher Wandel, Transformation, Zukunftsfragen. Gerade deshalb wird sichtbar, was Gestik leisten kann:  sie nimmt Komplexität nicht weg, aber sie gibt ihr Form.</p>



<p class="kt-adv-heading4069_611235-63 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_611235-63"><em>Wichtigste Erkenntnis: Gestik muss nicht emotional aufladen oder zuspitzen. Manche Gesten helfen dem Publikum schlicht dabei, beim Denken mitzukommen. Gute Gestik bedeutet nicht: möglichst eindrucksvoll auftreten. Sie bedeutet: Gedanken so führen, dass andere ihnen folgen können.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading has--font-size">Gestik als sichtbare Denkbewegung: Mithu Sanyal</h2>



<p class="kt-adv-heading4069_e10ee2-91 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_e10ee2-91">Bei Mithu Sanyal trägt Gestik das Denken selbst. Sie setzt ihre Hände nicht nur ein, um Gesagtes zu unterstreichen. Sie markiert Übergänge, macht Perspektivwechsel sichtbar und hält gedankliche Bewegung offen. </p>



<p class="kt-adv-heading4069_41d7f6-19 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_41d7f6-19">Das ist besonders bemerkenswert, weil starke Rednerinnen oft mit Geschlossenheit und Kontrolle verbunden werden. Bei Mithu Sanyal entsteht Wirkung auch durch etwas anderes: Man sieht, wie ein Gedanke sich entwickelt.</p>



<p class="kt-adv-heading4069_4d2707-a3 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_4d2707-a3">Für alle, die selbst vor Menschen sprechen — ob in Unterricht, Führungsgesprächen oder Beratungssituationen — ist das ein wichtiger Hinweis: Überzeugung entsteht nicht nur durch Eindeutigkeit. Manchmal entsteht sie dadurch, dass die Bewegung eines Gedankens nachvollziehbar wird.</p>



<p class="kt-adv-heading4069_8a18b5-06 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_8a18b5-06"><em>Wichtigste Erkenntnis: Gestik zeigt nicht nur Haltung. Sie kann gedankliche Beweglichkeit sichtbar machen. Sie begleitet nicht nur das Ergebnis eines Gedankens, sondern dessen Entstehen.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading has--font-size">Gestik als Aufmerksamkeitsführung: Dr. Mai Thi Nguyen-Kim</h2>



<p class="kt-adv-heading4069_df3511-b3 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_df3511-b3">Bei Mai Thi Nguyen-Kim zeigt sich noch eine andere Qualität. Ihre Gestik unterstützt das Erklären: sie setzt Akzente, lenkt den Blick und macht sichtbar, wo ein Gedanke besonders wichtig wird. Für wissensbasierte Kontexte ist das entscheidend: Wer komplexe Inhalte vermittelt, muss nicht nur verständlich sprechen, sondern auch sichtbar führen.</p>



<p class="kt-adv-heading4069_a64368-93 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_a64368-93">Hier wird eine Funktion von Gestik deutlich, die im Alltag oft übersehen wird: Gesten helfen, Relevanz zu markieren. Sie zeigen, wo ein Übergang stattfindet, wo etwas zugespitzt wird und wo das Gegenüber gedanklich mitgehen soll.</p>



<p class="kt-adv-heading4069_f14ce8-1f wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_f14ce8-1f">Das gilt nicht nur für Wissenschaftskommunikation. Es gilt genauso für den Unterricht, für Seminare, für Präsentationen und für komplexe Beratungsgespräche.</p>



<p class="kt-adv-heading4069_6dbe21-78 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_6dbe21-78"><em>Wichtigste Erkenntnis: Gute Gestik lenkt Aufmerksamkeit. Sie ist nicht nur Ausdruck — sie ist Didaktik. Der Körper erklärt mit.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Drei Rednerinnen, drei Funktionen — eine Erkenntnis</h2>



<p class="kt-adv-heading4069_684958-58 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_684958-58">Was diese drei Beispiele so aufschlussreich macht, ist die Bandbreite, die sie sichtbar machen. Noch einmal zur Erinnerung: Keine dieser Rednerinnen macht nur eine Sache. Sie alle ordnen, bewegen und führen. Ich habe bei jeder eine Funktion herausgegriffen, an der sie sich besonders klar zeigt:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">An Maja Göpel lässt sich besonders gut zeigen, wie Gestik Gedanken ordnet.</li>



<li class="has-medium-font-size">An Mithu Sanyal, wie sie gedankliche Beweglichkeit sichtbar macht.</li>



<li class="has-medium-font-size">An Mai Thi Nguyen-Kim, wie sie Aufmerksamkeit führt.</li>
</ul>



<p class="kt-adv-heading4069_57b9b4-61 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_57b9b4-61">Keine dieser Funktionen ist per se die wichtigste. Und genau das ist vielleicht die entscheidende Einsicht: Gute Gestik lässt sich nicht auf einen Stil reduzieren. Sie ist keine Technik, die bei allen gleich aussehen müsste. Sie erfüllt eine Funktion im jeweiligen Kontext.</p>



<p class="kt-adv-heading4069_b8226c-5d wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_b8226c-5d">Wer spricht, muss nicht lernen, &#8222;schön&#8220; zu gestikulieren. Die entscheidende Frage lautet: Was soll meine Gestik hier leisten?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was das für die eigene Praxis bedeutet</h2>



<p class="kt-adv-heading4069_cef3b8-82 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_cef3b8-82">Viele Menschen beobachten bei sich zuerst, ob sie zu viel oder zu wenig gestikulieren. Diese Frage ist verständlich, aber sie führt oft in die falsche Richtung. Entscheidend ist nicht die Menge der Gestik, sondern ihre Funktion und ihre Stimmigkeit.</p>



<p class="kt-adv-heading4069_2a87d5-03 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_2a87d5-03"><strong>Die produktivere Frage lautet deshalb nicht: Wie bewege ich meine Hände? Sondern: Was unterstützt meine Bewegung in diesem Moment?</strong></p>



<p class="kt-adv-heading4069_ddd6b9-27 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_ddd6b9-27">Eine Geste ist dann hilfreich, wenn sie dem Gesagten Richtung gibt: wenn sie Gedanken gliedert, Zusammenhänge sichtbar macht, Relevanz markiert oder einen Punkt nicht nur hörbar, sondern auch sichtbar werden lässt.</p>



<p class="kt-adv-heading4069_7c9702-45 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_7c9702-45">Wer von guten Rednerinnen lernen will, sollte deshalb nicht einzelne Bewegungen kopieren. Es geht nicht darum, sich eine äußere Form abzuschauen. Es geht darum zu verstehen, warum eine Geste in einem bestimmten Moment trägt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit: Gestik ist ein Werkzeug — kein Stilmittel</h2>



<p class="kt-adv-heading4069_850e5b-b4 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_850e5b-b4">Von großen Rednerinnen lernen wir nicht, wie Gestik aussehen muss. Wir lernen, was sie leisten kann: ordnen, gedankliche Beweglichkeit zeigen, Aufmerksamkeit führen.</p>



<p class="kt-adv-heading4069_b977b0-54 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_b977b0-54">Vielleicht ist genau das der Grund, warum gute Gestik oft nicht wie Technik wirkt. Sie wirkt nicht aufgesetzt, weil sie nicht neben dem Sprechen steht. Sie gehört dazu.</p>



<p class="kt-adv-heading4069_ee30c2-83 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_ee30c2-83">Und gute Gestik beginnt vielleicht nicht mit der Frage nach den Händenm sondern mit der Frage, was beim Sprechen überhaupt sichtbar werden soll.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Gestik bewusster einsetzen — in Unterricht, Präsentation und Gespräch</h3>



<p class="kt-adv-heading4069_254a25-7c wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_254a25-7c">Gestik ist kein Talent. Sie ist eine Kompetenz. Und wie jede Kompetenz lässt sie sich entwickeln: mit dem richtigen Verständnis, gezielter Reflexion und konkreter Praxis.</p>



<p class="kt-adv-heading4069_15d788-9c wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_15d788-9c">Wenn Sie Gestik als Werkzeug für Ihre Arbeit nutzen möchten — ob in der Lehre, in Präsentationen, in Führungssituationen oder im Coaching — finden Sie auf dieser Website verschiedene Formate: wissenschaftlich fundiert, zwei Jahrzehnte Forschungserfahrung, konsequent praxisnah.</p>



<p><strong>→ <a href="https://www.janabressem.de/trainings-zu-gestik-und-koerpesprache/" type="page" id="2882">Zu den Trainings &amp; Fortbildungsformaten</a></strong></p>



<p><strong>→ <a href="https://www.janabressem.de/keynotes/" type="page" id="3461">Zu den Keynotes</a></strong></p>



<p></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.janabressem.de/gestik-beim-sprechen-was-gute-rednerinnen-zeigen/">Was wir von großen Rednerinnen über Gestik lernen können</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.janabressem.de">Dr. Jana Bressem</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gestik in der Gesprächsführung: Wie Sie Meetings und Besprechungen gezielt steuern</title>
		<link>https://www.janabressem.de/gestik-gespraechsfuehrung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Jana Bressem]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Feb 2026 10:49:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gestik]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Führung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.janabressem.de/?p=3652</guid>

					<description><![CDATA[<p>Kennen Sie das? Eine Teambesprechung, bei der alle gleichzeitig reden. Ein Kollegiumsgespräch, das sich im Kreis dreht. Ein Elterngespräch, in dem der Gesprächsfaden immer wieder verloren geht. Oder eine Person, die sichtbar etwas sagen möchte, aber nie zum Zug kommt. Solche Situationen entstehen selten, weil der Inhalt fehlt. Sie entstehen, weil das Gespräch nicht ausreichend...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.janabressem.de/gestik-gespraechsfuehrung/">Gestik in der Gesprächsführung: Wie Sie Meetings und Besprechungen gezielt steuern</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.janabressem.de">Dr. Jana Bressem</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="kt-adv-heading3652_3de5ef-f9 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_3de5ef-f9">Kennen Sie das? Eine Teambesprechung, bei der alle gleichzeitig reden. Ein Kollegiumsgespräch, das sich im Kreis dreht. Ein Elterngespräch, in dem der Gesprächsfaden immer wieder verloren geht. Oder eine Person, die sichtbar etwas sagen möchte, aber nie zum Zug kommt.</p>



<p class="kt-adv-heading3652_9ce3c9-72 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_9ce3c9-72">Solche Situationen entstehen selten, weil der Inhalt fehlt. Sie entstehen, weil das Gespräch nicht ausreichend moderiert wird. Und Moderation bedeutet weit mehr als das Verwalten einer Rednerliste oder das Einhalten von Zeitfenstern. Es bedeutet: aktiv gestalten, wer spricht, wann gesprochen wird und wie der gemeinsame Austausch gelingt.</p>



<p class="kt-adv-heading3652_3085a5-f8 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_3085a5-f8">Sprache spielt dabei eine zentrale Rolle – das liegt auf der Hand. Und damit erlaube ich mir ein Wortspiel: Es liegt auch buchstäblich auf der Hand. Gezielte Gestik in der Gesprächsführung: das klingt nach einer Kleinigkeit. Und ist doch einer der wirksamsten Hebel, um Meetings, Besprechungen und Gespräche professionell zu steuern. Wer Körpersignale bewusst wahrnimmt und einsetzt, gestaltet Gespräche, statt sie nur zu begleiten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was Körpersignale und Hände über die Gesprächsdynamik verraten</h2>



<p class="kt-adv-heading3652_edb935-5e wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_edb935-5e">Gespräche haben eine Struktur, auch wenn sie uns nicht immer bewusst ist. Wer spricht, wer zuhört, wer das Wort übernehmen möchte: All das wird nicht nur verbal ausgehandelt, sondern auch körperlich signalisiert.</p>



<p class="kt-adv-heading3652_65b1b1-d4 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_65b1b1-d4">Beugt sich jemand nach vorne, beginnt zu gestikulieren oder richtet den Blick intensiv auf die sprechende Person dann möchte diese Person das Wort. Lehnt sich jemand zurück, legt die Hände in den Schoß, stützt den Kopf ab dann befindet sie sich gerade bewusst in einer Zuhörerrolle.</p>



<p class="kt-adv-heading3652_a7a659-2b wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_a7a659-2b">Diese Signale sind kein Zufall. Die Gestikforschung zeigt: Menschen zeigen ihren Wunsch nach dem Rederecht oft bereits durch sogenannte Pre-Beginnings, körperliche Ankündigungen, noch bevor sie verbal beginnen. Eine Hand, die sich aus der Ruheposition hebt. Ein Zeigefinger, der sachte nach oben geht. Eine offene Handinnenfläche, die sich in Richtung der Sprechenden orientiert.</p>



<p class="kt-adv-heading3652_cbaf6b-81 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_cbaf6b-81">Wer diese Signale lesen kann, hat als moderierende Person einen entscheidenden Vorteil: Sie sehen, wer reden möchte, auch wenn diese Person sich (noch) nicht traut, laut zu werden. Und Sie können die Gesprächsdynamik aktiv steuern, bevor Unruhe oder Ungleichgewicht entsteht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gestik in der Gesprächsführung: Die wichtigsten Techniken</h2>



<h3 class="kt-adv-heading3652_66cfcc-89 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_66cfcc-89"><strong>Das Wort vergeben – klar und einladend</strong></h3>



<p class="kt-adv-heading3652_a19b8e-1a wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_a19b8e-1a">Eine nach oben geöffnete, flache Handinnenfläche: in der Gestikforschung als Palm Up Open Hand (PUOH) bekannt, ist eine der grundlegendsten Moderationsgesten. Sie signalisiert unmissverständlich: Du bist jetzt dran. Kombiniert mit einem kurzen Blickkontakt und einem leichten Nicken schafft diese Geste einen klaren Rahmen, ohne das Gespräch zu unterbrechen.</p>



<h3 class="kt-adv-heading3652_66a2d6-32 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_66a2d6-32"><strong>Den Redefluss sichern – ohne zu unterbrechen</strong></h3>



<p class="kt-adv-heading3652_7c08ef-27 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_7c08ef-27">Auch Sprechende selbst nutzen Gestik strategisch: Eine kurze Stopp-Geste – die offene Hand kurz in Richtung der Gruppe gehalten – signalisiert: Ich bin gleich fertig, aber noch nicht so weit. Diese Geste verhindert Unterbrechungen, ohne jemanden zu übergehen. Gleichzeitig zeigt sie der wartenden Person: Ich habe dich gesehen.</p>



<p class="kt-adv-heading3652_b90255-d3 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_b90255-d3">Das Ende eines Redebeitrags wird umgekehrt oft durch das Zurücklegen der Hände in eine Ruheposition oder durch gezielten Blickkontakt signalisiert: eine Einladung an andere, den Faden aufzunehmen.</p>



<h3 class="kt-adv-heading3652_f389d5-1c wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_f389d5-1c"><strong>Rückmeldung geben – ohne das Wort zu ergreifen</strong></h3>



<p class="kt-adv-heading3652_18388c-a5 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_18388c-a5">Nicken, kleine Handbewegungen, eine leichte Vorwärtsbewegung des Oberkörpers: Diese körperlichen Zeichen geben Sprechenden kontinuierliches Feedback, ohne sie zu unterbrechen. Sie signalisieren: Ich folge dir. Mach weiter. Oder auch: Ich bin nicht ganz sicher, was du meinst. Erkläre das nochmal.</p>



<h3 class="kt-adv-heading3652_c72a88-82 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_c72a88-82"><strong>Dringlichkeit sichtbar machen</strong></h3>



<p class="kt-adv-heading3652_c65422-d2 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_c65422-d2">Der Wechsel von einhändiger zu beidhändiger Gestik, signalisiert gesteigerte Dringlichkeit oder Emotionalität. Wer das bei Teilnehmenden beobachtet, sollte darauf reagieren und dieser Person das Wort gezielt anbieten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Drei Herausforderungen – eine Lösung</h2>



<p class="kt-adv-heading3652_5e6feb-a2 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_5e6feb-a2">Gezielte Gestik hilft bei den drei zentralen Herausforderungen jeder Gesprächsführung:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size"><strong>Rederechtsvergabe und Turn-Taking: </strong>Wer spricht wann? Gestik macht den Übergang zwischen Redebeiträgen sichtbar und regelbar, auch in größeren Runden.</li>



<li class="has-medium-font-size"><strong>Gesprächsfluss und Tempo: </strong>Stockt das Gespräch? Läuft es aus dem Ruder? Körpersignale helfen, den Rhythmus aktiv zu gestalten, ohne verbal eingreifen zu müssen.</li>



<li class="has-medium-font-size"><strong>Feedback und Beteiligung: </strong>Wer wird still? Wer wird unruhig? Wer zieht sich zurück? Moderierende, die körperliche Signale lesen, können gezielt gegensteuern und alle Stimmen einbinden.</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Was das für Führung und Leitung bedeutet</h2>



<p class="kt-adv-heading3652_872911-10 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_872911-10">Gute Gesprächsformate sind keine Kür: sie sind Kernaufgabe von Führung. Das gilt in Bildungseinrichtungen ebenso wie in Unternehmen und Organisationen.</p>



<p class="has-medium-font-size"><strong>Für Schulleitungen, Kita-Leitungen und Bildungsträger:</strong></p>



<p class="kt-adv-heading3652_0b6883-06 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_0b6883-06">Ob Kollegiumssitzung, Teamentwicklung, Elterngespräch oder Konferenz: Die Qualität der Gesprächsführung entscheidet darüber, ob Besprechungen Energie kosten oder Energie erzeugen. Gerade in Einrichtungen, die unter Fachkräftemangel, steigendem Veränderungsdruck und wachsender Teamkomplexität arbeiten, ist professionelle Moderation kein Luxus: sie ist ein Hebel für Zusammenarbeit und Organisationsentwicklung.</p>



<p class="has-medium-font-size"><strong>Für Führungskräfte und Entscheider:</strong></p>



<p class="kt-adv-heading3652_6aeeca-92 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_6aeeca-92">In Führungsgesprächen, Strategiemeetings oder Jour fixes entscheidet oft nicht der Inhalt, sondern die Gesprächsdynamik darüber, ob Entscheidungen getragen werden und Beteiligung gelingt. Wer körperliche Signale lesen und Gestik gezielt einsetzen kann, führt Gespräche effizienter und inklusiver. Das schafft Vertrauen und stärkt die Gesprächskultur im Team.</p>



<p class="kt-adv-heading3652_e570a2-a4 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_e570a2-a4">In beiden Kontexten gilt: Gestik ist kein Trick. Sie ist Ausdruck von Haltung. Wer bewusst moderiert, zeigt: Ich nehme alle wahr. Ich sorge dafür, dass Raum entsteht. Ich gestalte Beteiligung aktiv. Moderationskompetenz, und dazu gehört der gezielte Einsatz von Gestik, lässt sich trainieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wie sieht es bei Ihnen aus?</h2>



<p class="kt-adv-heading3652_7a2019-0d wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_7a2019-0d">Welche Gesprächssituationen empfinden Sie als besonders herausfordernd? Und welche Strategien haben Sie bisher entwickelt, um Meetings und Besprechungen gut zu gestalten?</p>



<p class="kt-adv-heading3652_08f9ad-8f wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_08f9ad-8f">Ich freue mich über den Austausch!</p>



<h2 class="wp-block-heading">Regelmäßig Impulse zu Führung und Gesprächsführung</h2>



<p class="kt-adv-heading3652_e99cbe-af wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_e99cbe-af">Auf LinkedIn teile ich regelmäßig Gedanken und Impulse zu Gesprächsführung, Moderationskompetenz, Führung und Organisationsentwicklung in Bildungseinrichtungen und Unternehmen. Wenn Sie die Themen interessieren, freue ich mich über Ihre Verbindungsanfrage.</p>



<p class="has-medium-font-size">→ <a href="https://www.linkedin.com/in/dr-jana-bressem/">https://www.linkedin.com/in/dr-jana-bressem/</a></p>



<h2 class="wp-block-heading">Gesprächsführung als Thema für Ihre Einrichtung oder Ihr Team?</h2>



<p class="kt-adv-heading3652_d961b7-f3 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_d961b7-f3">Wenn Sie beim Lesen gemerkt haben, dass Moderationskompetenz und Gesprächsführung in Ihrer Einrichtung oder Ihrem Team ein Thema sein könnten – sprechen Sie mich gerne an. Ich unterstütze Bildungseinrichtungen und Führungskräfte dabei, Gesprächsformate professionell zu gestalten: in Workshops, Trainings und Begleitprozessen.</p>



<p class="kt-adv-heading3652_fd736d-43 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_fd736d-43">Kein Verkaufsgespräch, sondern ein erstes Kennenlernen, ob und wie ich Ihnen dabei helfen kann.</p>



<p>→ <a href="https://janabressem.tucalendi.com/erstgespraech/30minuten">https://janabressem.tucalendi.com/erstgespraech/30minuten</a></p>



<p></p>



<p></p>



<p class="kt-adv-heading3652_476362-1c wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_476362-1c"><strong>Referenzen</strong></p>



<p>Mondada, L. (2007). Turn Taking in multimodalen und multiaktionalen Kontexten.&nbsp;<em>Gespräch als Prozess. Linguistische Aspekte der Zeitlichkeit verbaler Interaktion</em>, 247-276. <a href="https://ids-pub.bsz-bw.de/frontdoor/index/index/docId/7231">https://ids-pub.bsz-bw.de/frontdoor/index/index/docId/7231</a></p>



<p>Müller, C. (1998). Redebegleitende Gesten: Kulturgeschichte, Theorie, Sprachvergleich.&nbsp;Spitz Verlag. <a href="https://openlibrary.org/books/OL19078048M/Redebegleitende_Gesten">https://openlibrary.org/books/OL19078048M/Redebegleitende_Gesten</a></p>



<p></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.janabressem.de/gestik-gespraechsfuehrung/">Gestik in der Gesprächsführung: Wie Sie Meetings und Besprechungen gezielt steuern</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.janabressem.de">Dr. Jana Bressem</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gestik im Unterricht: Warum Ihre Erklärungen nicht ankommen (und wie Sie das ändern)</title>
		<link>https://www.janabressem.de/gestik-im-unterricht-aufmerksamkeit-steuern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Jana Bressem]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Feb 2026 20:26:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gestik]]></category>
		<category><![CDATA[Lehre]]></category>
		<category><![CDATA[Workshops & Didaktik]]></category>
		<category><![CDATA[Didaktik]]></category>
		<category><![CDATA[Unterricht]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.janabressem.de/?p=3641</guid>

					<description><![CDATA[<p>Viele Lehrkräfte kennen das Problem: Trotz guter Vorbereitung kommen Lerninhalte nicht an. Der Grund liegt oft nicht in der fachlichen Kompetenz, sondern in fehlender Aufmerksamkeitssteuerung. Dieser Artikel zeigt, wie gezielte Gestik im Unterricht die Aufmerksamkeit lenkt, das Verständnis fördert und Wissen nachhaltig verankert. Das Problem: Wenn Unterrichtsinhalte nicht ankommen Eine neue Unterrichtseinheit steht an. Die...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.janabressem.de/gestik-im-unterricht-aufmerksamkeit-steuern/">Gestik im Unterricht: Warum Ihre Erklärungen nicht ankommen (und wie Sie das ändern)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.janabressem.de">Dr. Jana Bressem</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="kt-adv-heading3641_3e8259-28 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_3e8259-28">Viele Lehrkräfte kennen das Problem: Trotz guter Vorbereitung kommen Lerninhalte nicht an. Der Grund liegt oft nicht in der fachlichen Kompetenz, sondern in fehlender Aufmerksamkeitssteuerung. Dieser Artikel zeigt, wie gezielte Gestik im Unterricht die Aufmerksamkeit lenkt, das Verständnis fördert und Wissen nachhaltig verankert.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Problem: Wenn Unterrichtsinhalte nicht ankommen</h2>



<p class="kt-adv-heading3641_8b3abe-8b wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_8b3abe-8b">Eine neue Unterrichtseinheit steht an. Die Lehrkraft hat sich vorbereitet, die Inhalte sind durchdacht, die Materialien liegen bereit. Doch schon nach wenigen Minuten zeigt sich: Die Informationen kommen nicht an. Fragen werden mehrfach gestellt, Erklärungen müssen wiederholt werden, und spätestens in der nächsten Stunde wird deutlich: vieles ist nicht hängengeblieben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum Lerninhalte scheitern: Die Aufmerksamkeitslücke</h2>



<p class="kt-adv-heading3641_5c0829-3b wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_5c0829-3b">Doch woran liegt das? Oft ist es nicht die fachliche Kompetenz, die fehlt, sondern die <strong>Aufmerksamkeit</strong>. Wenn Lerninhalte nicht ankommen, liegt das häufig daran, dass die Aufmerksamkeit der Lernenden gar nicht dort ist, wo sie sein sollte.</p>



<p class="kt-adv-heading3641_843302-55 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_843302-55">Und genau hier kommt ein oft unterschätztes Werkzeug ins Spiel: <strong>Gestik im Unterricht</strong>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was ist Gestik und warum ist sie wichtig für den Unterricht?</h2>



<p class="kt-adv-heading3641_aa794f-54 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_aa794f-54">Gesten sind weit mehr als bloße Begleiterscheinungen des Sprechens. Sie sind <strong>präzise Steuerungsinstrumente</strong>, die:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Aufmerksamkeit gezielt lenken</li>



<li class="has-medium-font-size">Verständnis nachhaltig fördern</li>



<li class="has-medium-font-size">Lerninhalte im Gedächtnis verankern</li>
</ul>



<p class="kt-adv-heading3641_80256f-1e wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_80256f-1e"><strong>Wissenschaftlicher Hintergrund:</strong> Studien aus der Kognitionswissenschaft und Gestenforschung belegen, dass Gestik einen entscheidenden Einfluss auf Lernprozesse hat.</p>



<h2 class="wp-block-heading">3 wissenschaftlich fundierte Prinzipien: Wie Gestik im Unterricht wirkt</h2>



<h3 class="wp-block-heading">1. Zeigegesten als Wegweiser – Aufmerksamkeit gezielt aufbauen</h3>



<h3 class="wp-block-heading">Was sind Zeigegesten?</h3>



<p class="kt-adv-heading3641_050123-35 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_050123-35">Eine ausgestreckte Hand, ein Finger, der auf die Tafel deutet: <strong>Zeigegesten</strong> sind eines der wirksamsten Werkzeuge, um Aufmerksamkeit zu steuern. Sie schaffen eine unmittelbare Verbindung zwischen dem, was gesagt wird, und dem, worauf es ankommt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Das Prinzip der Joint Attention (geteilte Aufmerksamkeit)</h3>



<p class="kt-adv-heading3641_406b01-18 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_406b01-18">Wenn eine Lehrkraft auf etwas zeigt, folgt der Blick der Lernenden nahezu automatisch. Dieser Mechanismus wird als <strong>Joint Attention</strong> (geteilte Aufmerksamkeit) bezeichnet: ein fundamentales Prinzip menschlicher Kommunikation. Zeigegesten schaffen eine gemeinsame Referenz zwischen Lehrkraft und Lernenden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Praxisbeispiel: Mathematikunterricht</h3>



<p class="kt-adv-heading3641_af6938-f3 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_af6938-f3"><strong>Situation:</strong> Eine Lehrkraft erklärt eine quadratische Funktion anhand eines Graphen an der Tafel.</p>



<p class="kt-adv-heading3641_22ed64-2c wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_22ed64-2c"><strong>Ohne Gestik:</strong> „Der Scheitelpunkt ist der tiefste Punkt der Parabel.&#8220;</p>



<p class="kt-adv-heading3641_2b7261-16 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_2b7261-16"><strong>Mit gezielter Zeigegeste:</strong> Die Lehrkraft zeigt präzise auf die Stelle, an der die Parabel ihren tiefsten Punkt erreicht, während sie den Scheitelpunkt erklärt.</p>



<p class="kt-adv-heading3641_bfc068-d0 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_bfc068-d0"><strong>Ergebnis:</strong> Die Lernenden schauen dorthin, der abstrakte Begriff bekommt einen konkreten Ort. Die Verbindung zwischen Begriff und visueller Darstellung wird hergestellt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wichtig: Zeigegesten richtig einsetzen</h3>



<p class="kt-adv-heading3641_4798d1-78 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_4798d1-78"><strong>Effektiv:</strong> Die Zeigegeste verweist auf etwas Neues, das nicht bereits eindeutig in der Sprache enthalten ist.</p>



<p class="kt-adv-heading3641_247e09-55 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_247e09-55"><strong>Ineffektiv:</strong> Wer auf eine „2&#8243; zeigt, während er „2&#8243; sagt, schafft keine zusätzliche Orientierung.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Reflexionsfrage für Lehrkräfte</h3>



<p class="kt-adv-heading3641_d5daf1-70 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_d5daf1-70">Wer merkt, dass Erklärungen ins Leere laufen, kann innehalten und sich fragen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Wo schauen die Lernenden gerade hin?</li>



<li class="has-medium-font-size">Und wo sollten sie hinschauen?</li>
</ul>



<p class="kt-adv-heading3641_cde85a-14 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_cde85a-14">Eine klare Zeigegeste schließt diese Lücke, denn sie schafft geteilte Aufmerksamkeit.</p>



<h3 class="wp-block-heading">2. Ikonische Gesten als kognitive Entlastung – Verständnis erleichtern</h3>



<h3 class="wp-block-heading">Die kognitive Herausforderung im Unterricht</h3>



<p class="kt-adv-heading3641_a684e7-ca wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_a684e7-ca">Komplexe Lerninhalte fordern das <strong>Arbeitsgedächtnis</strong> stark. Lernende müssen gleichzeitig:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Informationen aufnehmen</li>



<li class="has-medium-font-size">Informationen verarbeiten</li>



<li class="has-medium-font-size">Mit Vorwissen verknüpfen</li>



<li class="has-medium-font-size">Neue Inhalte behalten</li>
</ul>



<p class="kt-adv-heading3641_0c5453-8c wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_0c5453-8c">Diese kognitive Last kann schnell überfordern. Hier helfen <strong>ikonische Gesten</strong> – Gesten, die Inhalte bildlich darstellen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wissenschaftliche Evidenz: Gesten reduzieren kognitive Belastung</h3>



<p class="kt-adv-heading3641_e959bf-af wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_e959bf-af">Studien aus der Gestenforschung belegen: <strong>Gesten reduzieren die kognitive Belastung – sowohl für die sprechende als auch für die zuhörende Person.</strong></p>



<p class="kt-adv-heading3641_f5646a-65 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_f5646a-65">Wenn eine Lehrkraft gestikuliert:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Wird das Gesagte visuell unterstützt</li>



<li class="has-medium-font-size">Werden Informationen leichter verarbeitbar</li>



<li class="has-medium-font-size">Muss das Gehirn weniger Energie aufwenden, um die Information zu dekodieren</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Praxisbeispiel: Naturwissenschaften</h3>



<p class="kt-adv-heading3641_51f024-d2 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_51f024-d2"><strong>Situation:</strong> Eine Lehrkraft erklärt den Wasserkreislauf.</p>



<p class="kt-adv-heading3641_05629b-03 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_05629b-03"><strong>Mit ikonischen Gesten:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size"><strong>Verdunstung:</strong> Aufsteigende Handbewegung</li>



<li class="has-medium-font-size"><strong>Kondensation:</strong> Schwebende Handflächen für Wolkenbildung</li>



<li class="has-medium-font-size"><strong>Niederschlag:</strong> Bewegte Finger für Regen</li>
</ul>



<p class="kt-adv-heading3641_344d6b-4b wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_344d6b-4b"><strong>Ergebnis:</strong> Die Lernenden sehen das Prinzip, während sie es hören. Zwei Sinneskanäle (auditiv + visuell) verstärken das Verständnis.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Doppelter Nutzen für Lehrkräfte</h3>



<p class="kt-adv-heading3641_b4d75e-ad wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_b4d75e-ad">Gestik hilft nicht nur den Lernenden, sondern auch der Lehrkraft selbst:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Das Sprechen fällt leichter</li>



<li class="has-medium-font-size">Die Gedanken werden klarer strukturiert</li>



<li class="has-medium-font-size">Die Erklärung wird flüssiger</li>
</ul>



<p class="kt-adv-heading3641_2b5d8c-ce wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_2b5d8c-ce"><strong>Fazit:</strong> Gestik ist kein zusätzlicher Aufwand, sondern ein Werkzeug, das Kommunikation auf beiden Seiten erleichtert.</p>



<h3 class="wp-block-heading">3. Räumliche Gesten – Erinnerung nachhaltig verankern</h3>



<h3 class="wp-block-heading">Visuelle Spuren im Raum: Wie Gesten im Gedächtnis bleiben</h3>



<p class="kt-adv-heading3641_e94a81-a8 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_e94a81-a8">Gesten verschwinden nicht einfach, wenn die Hand wieder sinkt. Sie hinterlassen <strong>mentale Anker im Raum</strong>.</p>



<p class="kt-adv-heading3641_e936da-b5 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_e936da-b5">Wenn eine Lehrkraft wiederholt an derselben Stelle im Raum gestikuliert, entsteht eine Verknüpfung: Der Ort wird mit dem Inhalt assoziiert. Lernende erinnern sich nicht nur an das Gesagte, sondern auch daran, wo es „stand&#8220;.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Das Prinzip der räumlichen Indexierung</h3>



<p class="kt-adv-heading3641_cf9e91-01 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_cf9e91-01">Dieses Phänomen wird in der Gedächtnisforschung als <strong>räumliche Indexierung</strong> beschrieben. Unser Gedächtnis arbeitet nicht nur mit Wörtern und Bildern, sondern auch mit räumlichen Informationen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Praxisbeispiel: Problemlösung im Unterricht</h3>



<p class="kt-adv-heading3641_d6d661-24 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_d6d661-24"><strong>Situation:</strong> Eine Lehrkraft führt eine neue Unterrichtseinheit ein und unterscheidet zwischen zwei Konzepten.</p>



<p class="kt-adv-heading3641_dcc2a2-a7 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_dcc2a2-a7"><strong>Mit räumlicher Gestik:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size"><strong>Das Problem:</strong> Geste nach links (z.B. offene Hand auf der linken Seite)</li>



<li class="has-medium-font-size"><strong>Die Lösung:</strong> Geste nach rechts (z.B. geschlossene Faust auf der rechten Seite)</li>
</ul>



<p class="kt-adv-heading3641_edffb7-8d wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_edffb7-8d"><strong>Im weiteren Verlauf:</strong> Die Lehrkraft zeigt immer wieder in dieselben Richtungen, wenn sie Problem oder Lösung thematisiert.</p>



<p class="kt-adv-heading3641_0e9819-18 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_0e9819-18"><strong>Ergebnis:</strong> Die Lernenden beginnen automatisch nach links oder rechts zu schauen, wenn sie an Problem oder Lösung denken. Die räumliche Verankerung unterstützt das Abrufen der Information.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Praktische Umsetzung: Einfach und wirkungsvoll</h3>



<p class="kt-adv-heading3641_12f80f-13 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_12f80f-13">Die visuellen Spuren müssen nicht kompliziert sein. Es reicht, wenn bestimmte Inhalte mit bestimmten Raumpositionen verknüpft werden durch:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Zeigegesten in bestimmte Richtungen</li>



<li class="has-medium-font-size">Bewegung im Raum</li>



<li class="has-medium-font-size">Wiederholte Handhaltungen an derselben Stelle</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Zusammenfassung: Gestik als professionelles Werkzeug für Lehrkräfte</h2>



<p class="kt-adv-heading3641_397b5a-c8 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_397b5a-c8">Die drei beschriebenen Prinzipien zeigen: <strong>Gesten sind wirksame Mittel zur Steuerung von Aufmerksamkeit.</strong></p>



<h3 class="wp-block-heading">Die drei Säulen effektiver Gestik im Unterricht:</h3>



<ol class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size"><strong>Zeigegesten</strong> → Aufmerksamkeit lenken durch Joint Attention</li>



<li class="has-medium-font-size"><strong>Ikonische Gesten</strong> → Verständnis fördern durch kognitive Entlastung</li>



<li class="has-medium-font-size"><strong>Räumliche Gesten</strong> → Erinnerung verankern durch räumliche Indexierung</li>
</ol>



<p class="kt-adv-heading3641_e9d34c-73 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_e9d34c-73">Im Zusammenspiel mit Sprache entsteht eine gemeinsame Verständigungsebene, die Lerninhalte nicht nur transportiert, sondern auch nachhaltig verankert.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gestik über den Unterricht hinaus: Universelle Anwendung</h2>



<p class="kt-adv-heading3641_f79ecf-10 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_f79ecf-10">Was im Klassenzimmer funktioniert, gilt überall dort, wo Menschen Inhalte vermitteln:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size"><strong>Teamsitzungen:</strong> Wichtige Entscheidungen treffen und vermitteln</li>



<li class="has-medium-font-size"><strong>Coachings:</strong> Reflexionsprozesse begleiten</li>



<li class="has-medium-font-size"><strong>Präsentationen:</strong> Komplexe Zusammenhänge verständlich machen</li>



<li class="has-medium-font-size"><strong>Führungskommunikation:</strong> Teams effektiv leiten</li>
</ul>



<p class="kt-adv-heading3641_63ce5d-99 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_63ce5d-99">Die Art, wie wir Gesten einsetzen, beeinflusst, ob unsere Botschaften ankommen oder verpuffen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit: Gestik ist eine professionalisierbare Fähigkeit</h2>



<p class="kt-adv-heading3641_1c0f66-9a wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_1c0f66-9a">Gestik ist kein Zufall. Sie ist eine <strong>Fähigkeit, die entwickelt und professionalisiert werden kann</strong>.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Chance für Lehrkräfte:</h3>



<p class="kt-adv-heading3641_a9702b-59 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_a9702b-59">Wer lernt, Aufmerksamkeit bewusst zu steuern, schafft Raum für:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size"><strong>Verständnis:</strong> Inhalte werden klarer</li>



<li class="has-medium-font-size"><strong>Erinnerung:</strong> Wissen bleibt länger präsent</li>



<li class="has-medium-font-size"><strong>Wirkung:</strong> Unterricht wird nachhaltiger</li>
</ul>



<p></p>



<p class="kt-adv-heading3641_2ec834-fc wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_2ec834-fc">Referenzen:</p>



<p>Alibali, M. W., Young, A. G., Crooks, N. M., Yeo, A., Wolfgram, M. S., Ledesma, I. M., Nathan, M. J., Church, R.B., &amp; Knuth, E. J. (2013). Students learn more when their teacher has learned to gesture effectively. Gesture,13(2), 210–233. <a href="https://doi.org/10.1075/gest.13.2.05aliAtit"></a><a href="https://doi.org/10.1075/gest.13.2.05ali">https://doi.org/10.1075/gest.13.2.05ali</a></p>



<p>Church, R.B., Perry, M., Singer, M.A., Cook, S.W. and Alibali, M.W. (2025), Teachers’ Gestures and How They Matter. Top. Cogn. Sci., 17: 545-568.&nbsp;<a href="https://doi.org/10.1111/tops.12755">https://doi.org/10.1111/tops.12755</a></p>



<p>Rueckert, L., Church, R. B., Avila, A., &amp; Trejo, T. (2017). Gesture enhances learning of a complex statisticalconcept. Cognitive Research: Principles and Implications, 2(1), 2. <a href="https://doi.org/10.1186/s41235-016-0036-1Shein"></a><a href="https://doi.org/10.1186/s41235-016-0036-1">https://doi.org/10.1186/s41235-016-0036-1</a></p>



<p class="kt-adv-heading3641_3816db-25 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_3816db-25">Gestik professionalisieren? Das geht. <a href="https://www.janabressem.de/trainings-zu-gestik-und-koerpesprache/">Mehr Infos zum Training</a></p>



<p></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.janabressem.de/gestik-im-unterricht-aufmerksamkeit-steuern/">Gestik im Unterricht: Warum Ihre Erklärungen nicht ankommen (und wie Sie das ändern)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.janabressem.de">Dr. Jana Bressem</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Es gibt kein &#8218;zu viel Gestik&#8216; – und warum wir trotzdem daran glauben</title>
		<link>https://www.janabressem.de/gestik-richtig-einsetzen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Jana Bressem]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Dec 2025 17:48:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gestik]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Präsentation]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.janabressem.de/?p=3630</guid>

					<description><![CDATA[<p>„Mache ich zu viel mit meinen Händen?&#8220; – Eine Frage, die mir regelmäßig gestellt wird. Und in ihr steckt oft die Idee, man müsse seine Gestik regulieren. Hände dürfen nicht natürlich fließen, nicht zu große Bewegungen ausführen und stets bedacht eingesetzt werden. Diese Idee der „gezähmten Geste&#8220;, wie Cornelia Müller sie nennt, hat eine lange...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.janabressem.de/gestik-richtig-einsetzen/">Es gibt kein &#8218;zu viel Gestik&#8216; – und warum wir trotzdem daran glauben</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.janabressem.de">Dr. Jana Bressem</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>„Mache ich zu viel mit meinen Händen?&#8220; – Eine Frage, die mir regelmäßig gestellt wird. Und in ihr steckt oft die Idee, man müsse seine Gestik regulieren.</p>



<p>Hände dürfen nicht natürlich fließen, nicht zu große Bewegungen ausführen und stets bedacht eingesetzt werden. Diese Idee der „gezähmten Geste&#8220;, wie Cornelia Müller sie nennt, hat eine lange Tradition und reicht bis in die Schriften antiker Rhetoriker zurück.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die gezähmte Geste: Eine jahrhundertealte Idee</h2>



<p>Quintilian erwähnt in seinem rhetorischen Standardwerk, dass Hände nicht über den Kopf gehen dürfen, nicht zu weit nach vorn oder zur Seite. Bei weit ausholendem Arm entblößt man die Seite des Körpers (die Toga war an der Seite offen) oder es wird gefährlich, neben der Person zu stehen (in der Agora war der Platz begrenzt). All dies, so Quintilian, lässt den ungeübten Redner erkennen, denn die Geste wird so alltäglich und schwächt die Mitteilungskraft der Gestik. Ihm geht es darum, die Geste und den Körper ausschließlich als Teil der öffentlichen Rede zu sehen. Und dieser Körper und damit auch die „öffentliche Geste muss sich diszipliniert und kontrolliert in einem klar begrenzten Raum bewegen.&#8220; (Müller, S.6).</p>



<p>Diese Idee der Zähmung der Gestik zieht sich von da an durch die Jahrhunderte. Im Mittelalter sind ruhige und bedächtige Bewegungen Ausdruck von Macht und Erhabenheit. In der höfischen Kultur lebt diese Idee weiter und es kommt die Vorstellung auf, dass man mit Mimik und Gestik den Gesprächspartner über die eigentlichen Ziele im Dunkeln lassen kann und die eigene Intention verdecken kann. Und später nimmt auch Freiherr von Knigge dieses Gebot auf und stellt heraus, dass sich die feine Erziehung in gemäßigten und zurückhaltenden Bewegungen von Kopf, Arm und anderen Gliedmaßen zeige und man sich damit vom einfachen Volk abhebe.</p>



<p>Letztlich gipfelt diese Vorstellung in unserem Sprichwort, das wir auch heute noch finden: „Man redet nicht mit Händen und Füßen&#8220; oder in dem Gebot „fuchtel nicht so mit deinen Händen rum.&#8220;</p>



<p>Und auch mit dem Konzept der „nonverbalen Kommunikation&#8220; werden Gesten weiterhin unnatürlich begrenzt. Nun auf die Beziehungsaspekte und Emotionen. Sprache, so die Vorstellung, ist für die Übermittlung von Sachinhalten zuständig. Gestik und andere körperliche Ausdrucksformen für Emotionen. Eine Idee, die auch noch heute sehr verlockend ist. Denn Emotion, Affekte, Stimmung und Persönlichkeit lassen sich vermeintlich aus dem körperlichen Ausdruck ableiten. Etwas, was wir heute aus zahlreicher Forschung wissen, nicht so möglich ist. Aber die Idee lebt weiter und führt dazu, dass wir uns heute fragen: Mache ich zu viel mit meinen Händen?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was die Gestenforschung wirklich zeigt</h2>



<p>Schaut man aber mit der Brille der Gestenforschung auf unsere Hände und auf das, was sie tun, wenn wir sprechen, so wird schnell klar: Nein, wir machen nicht zu viel. Gesten, die im natürlichen Fluss mit dem Gesagten entstehen, erfüllen immer eine Funktion. Sie visualisieren, strukturieren und entlasten das Denken.</p>



<p>Anzahl und Häufigkeit von Gesten können variieren: je nach Redegegenstand, Kontext und Gesprächspartner und ja, auch zu einem gewissen Teil nach kulturellem und sprachlichem Umfeld. (Italienische Sprecherinnen zum Beispiel verwenden mehr pragmatische Gesten, um z.B. etwas als offensichtlich zu kennzeichnen. Schwedinnen nutzen hingegen mehr referentielle Gesten, die konkrete Objekte oder Handlungen darstellen.)</p>



<p>Egal ob Experiment, Beobachtung oder Korpusstudie: Forschung zeigt ganz eindeutig, dass Gestik untrennbar zum Sprechen dazugehört und für unseren sprachlichen Ausdruck und unsere Rede unverzichtbar ist. Experimente zeigen sogar, dass der Redefluss zusammenbricht, wenn wir unsere Hände nicht bewegen dürfen. Wir kommen ins Stocken, suchen nach Worten und produzieren mehr ähms und ähs. In diesem Sinne gibt es also eigentlich kein ‚zu viel&#8216;. Gestik und Rede bilden immer eine Einheit: inhaltlich und bei dem, was sie erreichen wollen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wann Gestik tatsächlich &#8218;zu viel&#8216; wird</h2>



<p>Ein ‚zu viel an Gesten&#8216; kann es aber durchaus geben. Weniger durch die Anzahl oder die Art der Gesten: Reden wir uns in Rage, zeigt sich das in der Stimme (lauter, schneller) und auch in der Gestik (größer und schneller). Wir hören und sehen also die Aufregung. In dem Moment haben wir zu viel Gestik, genauso wie wir zu viel Stimme haben.</p>



<p>Dann geht es darum, diesen Ausdruck zu mäßigen. Aber nicht, indem wir einfach weniger gestikulieren, sondern nur, indem wir Kopf und Körper in Einklang bringen. Also innerlich ruhiger werden, unsere Aufregung in den Griff bekommen – durch Atmung zum Beispiel – und so dann auch Stimme und unsere Hände zur Ruhe bringen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit</h2>



<p>Vertraue deinen Händen. Sie wissen, was sie tun – wenn du sie lässt. Und wenn du das Gefühl hast, deine Gestik arbeitet gegen dich statt für dich? Dann liegt das Problem meist woanders: in der inneren Aufregung, nicht in den Händen selbst.</p>



<p>Referenzen: </p>



<p>Müller, C. (2002). Eine kleine Kulturgeschichte der Gestenbetrachtung.&nbsp;<em>Psychotherapie und Sozialforschung</em>,&nbsp;<em>4</em>(1), 3-29.</p>



<p>Graziano, M., &amp; Gullberg, M. (2024). Providing evidence for a well-worn stereotype: Italians and Swedes do gesture differently. <a href="https://www.frontiersin.org/journals/communication/articles/10.3389/fcomm.2024.1314120/full">Frontiers in Communication, 9, 1314120. </a></p>



<p></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.janabressem.de/gestik-richtig-einsetzen/">Es gibt kein &#8218;zu viel Gestik&#8216; – und warum wir trotzdem daran glauben</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.janabressem.de">Dr. Jana Bressem</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Warum Online-Meetings nicht wie Präsenz sind und wie Gesten trotzdem helfen</title>
		<link>https://www.janabressem.de/warum-online-meetings-nicht-wie-praesenz-sind-und-wie-gesten-trotzdem-helfen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Jana Bressem]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Nov 2025 11:16:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gestik]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Online]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.janabressem.de/?p=3625</guid>

					<description><![CDATA[<p>Online ist nicht Präsenz. Und das ist gut so. In den letzten Wochen habe ich immer wieder darüber nachgedacht, was Online-Meetings mit uns und unserer Kommunikation machen. Denn auch wenn ich vieles dafür tue, dass Online-Meetings für alle Beteiligten so angenehm wie möglich sind: Es wird nie so sein, als würden wir uns gemeinsam in...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.janabressem.de/warum-online-meetings-nicht-wie-praesenz-sind-und-wie-gesten-trotzdem-helfen/">Warum Online-Meetings nicht wie Präsenz sind und wie Gesten trotzdem helfen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.janabressem.de">Dr. Jana Bressem</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Online ist nicht Präsenz. Und das ist gut so.</h2>



<p>In den letzten Wochen habe ich immer wieder darüber nachgedacht, was Online-Meetings mit uns und unserer Kommunikation machen. Denn auch wenn ich vieles dafür tue, dass Online-Meetings für alle Beteiligten so angenehm wie möglich sind: Es wird nie so sein, als würden wir uns gemeinsam in einem Raum aufhalten.</p>



<p>Und hier kommt meine steile These: <strong>Das ist auch gut so.</strong></p>



<p>Online ist nicht Face-to-Face und sollte es auch nicht sein. Warum? Weil die Präsenz uns anders kommunizieren, verhalten und erleben lässt. Gleichzeitig bietet uns die Online-Kommunikation aber auch völlig neue Möglichkeiten, die wir in Präsenz nicht haben.</p>



<p>In diesem Beitrag möchte ich erklären, warum Online eben nicht Präsenz ist, wie wir uns von der Idee lösen können, dass es so sein muss und wie wir dennoch, vor allem mit unserem körperlichen Verhalten und unseren Gesten, das Beste aus Online-Begegnungen herausholen können.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was unsere Online-Kommunikation so besonders macht</h2>



<p>In der realen Welt begegnen wir anderen Menschen, indem wir sie sehen, hören und berühren. Absichten und Gefühle werden durch Gesten, Mimik, Körperhaltung und körperlichen Ausdruck vermittelt. Wir teilen uns die Welt, weil wir mit unserer Umgebung interagieren und gemeinsame Aufgaben ausführen können.</p>



<p><strong>Online werden Aspekte unserer verkörperten Interaktionen verändert und manchmal eingeschränkt:</strong></p>



<p>Bildschirme und Mikrofone vermitteln uns nur eine Repräsentation der anderen Person – nicht die Person selbst. Technische Störungen und Zeitverzögerungen unterbrechen die Kommunikation. Bei Zoom ist der visuelle Zugang meist auf Kopf und Schultern beschränkt. Dieser eingeschränkte Bildausschnitt verhindert eine ganzheitliche Wahrnehmung der körperlichen Ausdruckskraft.</p>



<p>Unsere eingeschränkte Bewegung vor dem Bildschirm limitiert den Zugang zur Vitalität und zum Stil des Gegenübers. Bei mehreren Teilnehmenden ist es schwierig, Richtung und Orientierung von Körperbewegungen und Gesten zu erkennen. Die gemeinsame Interaktion mit physischen Objekten entfällt weitgehend. Und wir werden uns unserer Selbstdarstellung überbewusst, da wir unser eigenes Verhalten in Echtzeit beobachten können.</p>



<p>Online ist also nicht offline. Punkt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum das völlig okay ist</h2>



<p>Meine These: Wir sollten nicht in die Falle tappen zu denken, dass Online-Kommunikation nur dann wertvoll ist, wenn sie persönliche Treffen perfekt nachahmt und ersetzt.</p>



<p>Wenn wir Online-Begegnungen nur danach beurteilen, ob sie ein guter Ersatz für echte Treffen sind, übersehen wir etwas Wichtiges: Wir verpassen kreative und neue Wege, wie wir uns online begegnen können.</p>



<p><strong>Wenn wir aufhören, Online-Kommunikation als reinen Ersatz zu sehen, können wir sie neu denken.</strong> Dann können wir digitale Tools fordern und gestalten, die nicht einfach Offline-Interaktionen nachahmen, sondern völlig neue Arten unterstützen, einander zu begegnen.</p>



<p>Dass wir statisch vor einem Bildschirm sitzen, ist übrigens kein notwendiges Merkmal von Online-Meetings, sondern vielmehr die derzeitige <a href="http://Osler, L., &amp; Zahavi, D. (2023). Sociality and embodiment: Online communication during and after Covid-19. Foundations of Science, 28(4), 1125-1142.">normative Praxis</a>. Wir könnten uns zum Beispiel vorstellen, riesige Bildschirme an Wänden zu installieren, die die gesamte Körperbewegung erfassen würden. Das würde uns von den Zwängen unserer Stühle befreien und freie Bewegung im Raum ermöglichen.</p>



<p>Soweit sind wir noch nicht. Bleiben wir also dabei, was wir nutzen können um Online nicht wie Offline erscheinen zu lassen, aber um einige unserer Schwierigkeiten zu minimieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">4 praktische Tipps, um Ihre Online-Meetings zu verbessern</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Tipp 1: Nutzen Sie verschiedene Layout-Optionen</h3>



<p>Ein größerer Ausschnitt von uns macht uns in unserer Körperlichkeit auch dem Gegenüber sichtbarer. Wir bleiben zwar zweidimensional, aber man sieht mehr von uns.</p>



<p>In Präsentationen teilen wir oft den Bildschirm: Die Folien sind nun groß sichtbar, aber wir rutschen als kleines Fenster in die obere Ecke.</p>



<p><strong>Meine Empfehlung:</strong> Nutzen Sie die verschiedenen Layout-Versionen, die Zoom oder Teams bieten. Ordnen Sie die Folien neben sich an oder fügen Sie sie als Hintergrund ein. Sie bleiben sichtbar und Ihre Folien, Notizen oder Bilder, die Sie teilen wollen, bleiben trotzdem präsent.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Tipp 2: Vergrößern Sie Ihren Bildausschnitt</h3>



<p>In Meetings, in denen wir den Bildschirm nicht teilen, ist der Ausschnitt oft nicht optimal. Normalerweise sehen wir &#8222;Talking Heads&#8220;: nur den Kopf, vielleicht bis zur Schulter des Gegenübers. Der Rest des Körpers verschwindet. Das empfinden wir als merkwürdig, denn in Präsenz sehen wir mehr: die Person auf dem Stuhl, am Tisch, die Tiefe des Raumes, eventuell andere Personen drumherum.</p>



<p><strong>Meine Empfehlung</strong> Wenn möglich, vergrößern Sie den Ausschnitt so, dass Sie mindestens bis zur Bauchmitte sichtbar sind. Ihr Körper wird wieder sichtbarer, vermittelt mehr Eindruck von Ihnen und spielt wieder eine größere Rolle. Schöner Nebeneffekt: Ihr Gesicht wird kleiner und Sie fühlen sich vielleicht weniger beobachtet.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Tipp 3: Gestikulieren Sie natürlich</h3>



<p>Lassen Sie mehr Platz auf dem Bildschirm für Ihren Körper, schlagen Sie gleich noch eine andere Fliege mit der Klappe: Sie lassen Platz für die Bewegungen des Körpers und vor allem der Hände. Sie können gestikulieren, die Gesten sind für die anderen sichtbar und können Ihre Rede gut unterstützen.</p>



<p><strong>Meine Empfehlung:</strong> Gestikulieren Sie nicht extra hoch, damit die Gesten besonders sichtbar sind. Ist der Ausschnitt zu klein, neigen wir dazu, die Hände besonders prominent in die Kamera zu halten. Das können Sie manchmal tun, aber nicht die ganze Zeit. Und es ist auch nicht notwendig.</p>



<p>Denn <a href="https://escholarship.org/uc/item/3c59r5rd">Studien</a> zeigen: Unser Gegenüber nimmt unsere Gesten auch wahr und schätzt sie als relevant ein, wenn sie nicht ganz sichtbar sind, sondern vielleicht nur mal kurz hineinfliegen. </p>



<p>Denn ganz ehrlich, das passiert auch oft in Präsenz. Eine Person sitzt vor der anderen, die Hände sind nicht ganz sichtbar. Es ist also kein Problem, wenn die eine oder andere Geste nicht zu 100% zu sehen ist. Relevant und für die anderen hilfreich ist sie dennoch.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Tipp 4: Setzen Sie Gesten bewusst ein</h3>



<p>Wenn Sie etwas besonders bildlich erklären wollen, dann nutzen Sie Gesten bewusst. Bewegen Sie Ihre Hände – sofern Sie nicht bis zum Oberkörper sichtbar sind – in den Gestenraum vor Ihrem Körper und etwas höher.</p>



<p>Aber tun Sie das nicht die ganze Zeit! Unser normaler Gestenbereich ist vor dem Bauch. Nach oben heben wir die Hände nur, wenn wir etwas besonders hervorheben wollen: weil es groß ist oder besondere Bedeutung hat. Daher fühlt es sich auch manchmal so komisch an, wenn wir Gestik extra in Online-Meetings einsetzen und besonders sichtbar machen: Wir tun etwas, was wir sonst nicht tun.</p>



<p><strong>Fragen Sie sich also, wenn Sie nur in kleinem Ausschnitt sichtbar sind:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Will ich mit meiner Geste etwas besonders unterstreichen und illustrieren?</li>



<li>Ist meine Geste besonders hilfreich für das Gegenüber?</li>



<li>Ist sie für meine Idee zentral?</li>
</ul>



<p>Wenn Sie diese Fragen mit Ja beantworten, dann gehen Sie die extra Meile, um die Hände sichtbar zu machen. Wenn nicht, dann nutzen Sie den normalen Gestenraum.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit: Online-Meetings gestalten</h2>



<p>Online-Kommunikation ist anders als Präsenz – und das darf sie auch sein. Statt zu versuchen, Face-to-Face-Begegnungen perfekt zu imitieren, sollten wir die Eigenheiten des digitalen Raums anerkennen und produktiv nutzen.</p>



<p>Mit ein paar bewussten Anpassungen (einem größeren Bildausschnitt, natürlicher Gestik und dem gezielten Einsatz von Bewegung) können wir Online-Meetings zu einem Raum machen, der seine eigene Qualität hat. Nicht als Ersatz für Präsenz, sondern als eigenständige Form der Begegnung.</p>



<p>Interessiert daran, wie Gestik nicht nur in Online-Meetings unterstützt, sonder auch bei Präsentationen in Präsenz? Dann lesen Sie <a href="https://www.janabressem.de/veraendert-sich-unsere-gestik-vor-publikum/">hier</a> gern rein. </p>



<p></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.janabressem.de/warum-online-meetings-nicht-wie-praesenz-sind-und-wie-gesten-trotzdem-helfen/">Warum Online-Meetings nicht wie Präsenz sind und wie Gesten trotzdem helfen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.janabressem.de">Dr. Jana Bressem</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Multimodale Interaktion: Einblicke in meinen Lieblingskurs</title>
		<link>https://www.janabressem.de/multimodale-interaktion-praktische-einblicke-aus-dem-hochschulkurs/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Jana Bressem]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Feb 2025 07:50:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gestik und Körpersprache]]></category>
		<category><![CDATA[Workshops & Didaktik]]></category>
		<category><![CDATA[Gestik]]></category>
		<category><![CDATA[Körpersprache]]></category>
		<category><![CDATA[Workshop]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.janabressem.de/?p=2240</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das Semester neigt sich dem Ende zu – und damit auch einer meiner Lieblingskurse: Multimodale Interaktion. Gemeinsam mit den Studierenden tauche ich in die faszinierende Welt der Interaktionen ein. Wir erforschen, wie Menschen multimodal handeln – also wie sie Sprache, Gesten und andere Ausdrucksformen nutzen, um Bedeutung und Ordnung in alltäglichen Situationen zu schaffen. Spannende...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.janabressem.de/multimodale-interaktion-praktische-einblicke-aus-dem-hochschulkurs/">Multimodale Interaktion: Einblicke in meinen Lieblingskurs</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.janabressem.de">Dr. Jana Bressem</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Das Semester neigt sich dem Ende zu – und damit auch einer meiner Lieblingskurse: <strong>Multimodale Interaktion</strong>.</p>



<p>Gemeinsam mit den Studierenden tauche ich in die faszinierende Welt der Interaktionen ein. Wir erforschen, wie Menschen multimodal handeln – also wie sie Sprache, Gesten und andere Ausdrucksformen nutzen, um Bedeutung und Ordnung in alltäglichen Situationen zu schaffen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Spannende Projekte aus dem Grundschullehramt Deutsch</h2>



<p>In diesem Semester hatte ich das Vergnügen, mit <a href="http://www.tu-chemnitz.de">Studierenden des Grundschullehramts Deutsch</a> zu arbeiten – und es sind wieder großartige Projekte entstanden! Einige spannende Fragen, mit denen wir uns beschäftigt haben:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Wie gehen wir eigentlich gemeinsam spazieren?</li>



<li>Welche Rolle spielt der Raum, wenn Freunde zusammen Kekse backen?</li>



<li>Wie begrüßen sich Studierende vor der Mensa?</li>



<li>Wie koordinieren sich Jogger und Fußgänger beim Überholen?</li>



<li>Wie motivieren sich Spielende beim Volleyball?</li>
</ul>



<p>Diese Fragen wurden nicht nur theoretisch untersucht – die Studierenden haben <strong>eigene kleine Forschungsprojekte</strong> entwickelt. Von der ersten Idee über die Forschungsfrage bis hin zur Datensammlung, Analyse und Präsentation durchliefen sie alle Schritte einer empirischen Untersuchung. Ein intensiver Prozess, der aber – das zeigt mir das Feedback – viel Freude bereitet und beeindruckende Ergebnisse liefert.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Praxisnahes Lernen mit nachhaltigem Effekt</h2>



<p>Was mir an diesem Kurs besonders gefällt: Die Studierenden bekommen die Möglichkeit, <strong>eigene Ideen zu entwickeln, kreativ mit ihren Studieninhalten umzugehen und eigene Akzente zu setzen</strong>. Diese Freiheit steigert die Motivation und den Lernerfolg enorm.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Selbstständiges und kollaboratives Arbeiten</strong>: Die Studierenden arbeiten sowohl alleine als auch in Gruppen, oft auch asynchron in Selbstlernphasen. Diese Flexibilität fördert die Bereitschaft, dranzubleiben, und stärkt die Eigenverantwortung für den eigenen Lernprozess.</li>



<li><strong>Schärfung der Beobachtungsgabe</strong>: Sie lernen, wie Interaktionen entstehen, organisiert und koordiniert werden – eine wertvolle Kompetenz für ihre spätere Praxis als Lehrkräfte. Denn auch in der Schule spielt die Anordnung von Tischen und Objekten eine entscheidende Rolle für eine gute Lernatmosphäre.</li>



<li><strong>Komplexität reduzieren, ohne zu vereinfachen</strong>: Ihre Ergebnisse präsentieren die Studierenden auf Postern – eine wertvolle Übung, um komplexe Inhalte klar und verständlich darzustellen.</li>
</ul>



<p>In Zeiten von KI eröffnet mir dieses Prüfungsformat zudem neue Möglichkeiten: Wer ein Poster erstellt, muss sich intensiv mit den eigenen Daten auseinandersetzen – denn in der Fragerunde werden gezielte Rückfragen gestellt. 😉</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein kleines Lächeln zum Semesterende</h2>



<p>Nun freue ich mich auf die Semesterpause – und denke ab und an mit einem Schmunzeln daran zurück, dass nicht nur Spaziergänger aufmerksam auf Jogger reagieren, sondern oft auch ihre Hunde.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.janabressem.de/multimodale-interaktion-praktische-einblicke-aus-dem-hochschulkurs/">Multimodale Interaktion: Einblicke in meinen Lieblingskurs</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.janabressem.de">Dr. Jana Bressem</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Welche Rolle spielt Gestik in Moderationen von Meetings oder Workshops?</title>
		<link>https://www.janabressem.de/gestik-in-moderationen-wirkungsvoll-praesentieren-in-meetings-und-workshops/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Jana Bressem]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Nov 2024 12:19:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gestik und Körpersprache]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur & Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Gestik]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Körpersprache]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.janabressem.de/?p=2222</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die erfolgreiche Moderation von Meetings und Workshops hängt nicht nur von verbaler Kommunikation ab. Besonders die gezielte Nutzung von Gestik spielt eine entscheidende Rolle für einen strukturierten Gesprächsablauf. In diesem Artikel erfahren Sie, auf welche Weise Gesten in Moderationen oder Meetings hilfreich sind. Die wichtigsten Gesten für erfolgreiche Moderationen 1. Das Rederecht zuweisen Eine der...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.janabressem.de/gestik-in-moderationen-wirkungsvoll-praesentieren-in-meetings-und-workshops/">Welche Rolle spielt Gestik in Moderationen von Meetings oder Workshops?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.janabressem.de">Dr. Jana Bressem</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Die erfolgreiche Moderation von Meetings und Workshops hängt nicht nur von verbaler Kommunikation ab. Besonders die gezielte Nutzung von Gestik spielt eine entscheidende Rolle für einen strukturierten Gesprächsablauf. In diesem Artikel erfahren Sie, auf welche Weise Gesten in Moderationen oder Meetings hilfreich sind.  </p>



<h2 class="wp-block-heading">Die wichtigsten Gesten für erfolgreiche Moderationen</h2>



<h3 class="wp-block-heading">1. Das Rederecht zuweisen</h3>



<p>Eine der grundlegendsten Moderationsgesten ist die nach oben geöffnete Handfläche. Diese einladende Geste signalisiert Gesprächsteilnehmern unmissverständlich, dass sie jetzt das Wort ergreifen dürfen. Sie schafft einen klaren Rahmen für die Gesprächsstruktur und ermutigt zur aktiven Teilnahme.</p>



<h3 class="wp-block-heading">2. Aufmerksamkeit signalisieren</h3>



<p>Der erhobene Zeigefinger, kombiniert mit einem bestätigenden Nicken, ist ein wichtiges Tool im Moderations-Arsenal. Wir organisieren Teilnehmende in einer Diskussion, indem wir mit dem erhobenen Zeigefinger und einem Nicken signalisieren, dass wir die Person wahrgenommen haben.</p>



<h3 class="wp-block-heading">3. Geduld erbitten</h3>



<p>Die bekannte &#8222;Stopp-Geste&#8220; mit erhobener Handfläche ist besonders vielseitig einsetzbar. Sie kann:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>um einen kurzen Moment Geduld bitten</li>



<li>signalisieren, dass der aktuelle Redner seinen Gedanken noch zu Ende führen möchte</li>



<li>eine natürliche Pause im Gesprächsfluss erzeugen</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Praxisbeispiel: Gestik in TV-Talkshows</h2>



<p>Ein ausgezeichnetes Beispiel für den professionellen Einsatz von Moderationsgesten bieten TV-Talkshows. Besonders die &#8222;Stopp-Geste&#8220; wird hier häufig eingesetzt, um Redezeiten zu verlängern oder Unterbrechungen zu vermeiden. Beobachten Sie bei der nächsten Talkshow gezielt den Einsatz dieser Geste – Sie werden überrascht sein, wie häufig sie zum Einsatz kommt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit</h2>



<p>Gezielte Gestik ist ein unverzichtbares Werkzeug für erfolgreiche Moderationen. Sie:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Strukturiert den Gesprächsverlauf</li>



<li>Unterstützt einen reibungslosen Ablauf von Meetings und Workshops</li>



<li>Hilft bei der Integration aller Teilnehmenden</li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.janabressem.de/gestik-in-moderationen-wirkungsvoll-praesentieren-in-meetings-und-workshops/">Welche Rolle spielt Gestik in Moderationen von Meetings oder Workshops?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.janabressem.de">Dr. Jana Bressem</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Verändert sich unsere Gestik, wenn wir vor größerem Publikum sprechen?</title>
		<link>https://www.janabressem.de/veraendert-sich-unsere-gestik-vor-publikum/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Jana Bressem]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Oct 2024 12:28:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gestik und Körpersprache]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur & Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Gestik]]></category>
		<category><![CDATA[Körpersprache]]></category>
		<category><![CDATA[Präsentation]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.janabressem.de/?p=2225</guid>

					<description><![CDATA[<p>Vielleicht hast du schon mal bemerkt, dass die Gesten unseres Gegenübers manchmal größer erscheinen: Bei Vorträgen vor größerem Publikum, aber durchaus auch bei Meetings mit mehreren Personen. Aber warum ist das so? Zwei Hauptgründe für ausladendere Gesten 1. Verbesserte Sichtbarkeit 2. Aufbau von Nähe und Verbindung Praktische Tipps für Präsenzveranstaltungen Die Anpassung unserer Gestik an...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.janabressem.de/veraendert-sich-unsere-gestik-vor-publikum/">Verändert sich unsere Gestik, wenn wir vor größerem Publikum sprechen?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.janabressem.de">Dr. Jana Bressem</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Vielleicht hast du schon mal bemerkt, dass die Gesten unseres Gegenübers manchmal größer erscheinen: Bei Vorträgen vor größerem Publikum, aber durchaus auch bei Meetings mit mehreren Personen. Aber warum ist das so?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zwei Hauptgründe für ausladendere Gesten</h2>



<h3 class="wp-block-heading">1. Verbesserte Sichtbarkeit</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li>Größere Gesten sind auch aus der letzten Reihe noch gut erkennbar</li>



<li>Die Körpersprache unterstützt die verbale Botschaft deutlicher</li>



<li>Wichtige Aussagen können durch prägnante Gesten unterstrichen werden</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">2. Aufbau von Nähe und Verbindung</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li>Ausladende Gesten überbrücken räumliche Distanz</li>



<li>Der erweiterte Gestikraum schafft eine unsichtbare Verbindung zum Publikum</li>



<li>Größere Bewegungen erzeugen mehr Präsenz und Aufmerksamkeit</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Praktische Tipps für Präsenzveranstaltungen</h2>



<ol class="wp-block-list">
<li>Nutzen Sie den verfügbaren Raum bewusst</li>



<li>Passen Sie die Größe der Gesten an den Raum an</li>



<li>Achten Sie auf die Sichtbarkeit Ihrer Gesten für alle Teilnehmenden</li>
</ol>



<p>Die Anpassung unserer Gestik an verschiedene Präsentationssituationen ist ein natürlicher und wichtiger Prozess. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.janabressem.de/veraendert-sich-unsere-gestik-vor-publikum/">Verändert sich unsere Gestik, wenn wir vor größerem Publikum sprechen?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.janabressem.de">Dr. Jana Bressem</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wie Gesten und Sprache zusammenwirken: Ein kleiner Einblick in ihr enge Verbindung</title>
		<link>https://www.janabressem.de/wie-gesten-und-sprache-zusammenwirken-ein-kleine-einblick-in-ihr-enge-verbindung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Jana Bressem]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Oct 2024 09:29:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gestik]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[sprache]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.janabressem.de/?p=2218</guid>

					<description><![CDATA[<p>1. Die Rolle von Gesten im Alltag In unserer täglichen Kommunikation sind Sprache und Gesten eng miteinander verwoben. Gesten sind aus der Rede nicht wegzudenken. Ob beim Erzählen von Erlebnissen oder bei der Beschreibung von Objekten – mit unseren Händen geben wir oft wertvolle Hinweise. Sie helfen uns, komplexe Zusammenhänge zu veranschaulichen und vermitteln Informationen,...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.janabressem.de/wie-gesten-und-sprache-zusammenwirken-ein-kleine-einblick-in-ihr-enge-verbindung/">Wie Gesten und Sprache zusammenwirken: Ein kleiner Einblick in ihr enge Verbindung</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.janabressem.de">Dr. Jana Bressem</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading"><strong>1. Die Rolle von Gesten im Alltag</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size">In unserer täglichen Kommunikation sind Sprache und Gesten eng miteinander verwoben. Gesten sind aus der Rede nicht wegzudenken. Ob beim Erzählen von Erlebnissen oder bei der Beschreibung von Objekten – mit unseren Händen geben wir oft wertvolle Hinweise. Sie helfen uns, komplexe Zusammenhänge zu veranschaulichen und vermitteln Informationen, die über das Gesprochene hinausgehen. Sie sind ein wesentlicher Bestandteil des Sprechens und helfen uns unter anderem dabei:<br><br>&#8211; Ereignisse in der Welt nachzuzeichnen,<br>&#8211; darauf zu referieren,<br>&#8211; Gegenstände und Handlungen nachzuahmen<br>&#8211; räumliche Angaben zu machen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>2. Wie Gesten die Sprache ergänzen</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size">Gesten dienen als Erweiterung des Gesagten, indem sie Details wie Form oder Größe veranschaulichen. So könnten wir zum Beispiel die Dimension eines Gegenstandes durch die Hände andeuten, während wir lediglich „das war groß“ sagen. Diese Ergänzung unterstützt unser Gegenüber dabei, sich ein klareres Bild zu machen. </p>



<p class="has-medium-font-size">Oder aber wir ahmen die Art und Weise einer Handlung nach und benennen sprachlich nur die Tätigkeit selbst. In vielen Fällen sind die Gesten dann auch sehr eng mit der Grammatik der Lautsprache verknüpft – so eng, dass wir sie häufig über das Demonstrativum &#8222;so&#8220; in die Äußerung integrieren, wie etwa: &#8222;Das war ungefähr so groß.&#8220; </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>3. Warum Gesten uns helfen</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size">Und all dies tun wir nicht nur für unser Gegenüber, sondern für uns. Denn die Gesten helfen uns, das Gesagte anschaulicher zu machen und unsere Gedanken zu strukturieren.</p>



<h3 class="kt-adv-heading2218_4c38f6-61 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading2218_4c38f6-61">Literaturtipps:</h3>



<p>Bressem, Jana (2021). <a href="https://www.degruyter.com/view/title/576631?rskey=d047UH&amp;result=1"><em>Repetitions in gesture: A cognitive-linguistic and usage based perspective</em></a>. “Applications of Cognitive Linguistics (ACL)”, De Gruyter Mouton.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.janabressem.de/wie-gesten-und-sprache-zusammenwirken-ein-kleine-einblick-in-ihr-enge-verbindung/">Wie Gesten und Sprache zusammenwirken: Ein kleiner Einblick in ihr enge Verbindung</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.janabressem.de">Dr. Jana Bressem</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
