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	<title>Gestik Archive - Dr. Jana Bressem</title>
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	<description>die Gestiktrainerin, die anders denkt</description>
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	<title>Gestik Archive - Dr. Jana Bressem</title>
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	<item>
		<title>Gestik in der Gesprächsführung: Wie Sie Meetings und Besprechungen gezielt steuern</title>
		<link>https://www.janabressem.de/gestik-gespraechsfuehrung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Jana Bressem]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Feb 2026 10:49:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gestik]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Führung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kennen Sie das? Eine Teambesprechung, bei der alle gleichzeitig reden. Ein Kollegiumsgespräch, das sich im Kreis dreht. Ein Elterngespräch, in dem der Gesprächsfaden immer wieder verloren geht. Oder eine Person, die sichtbar etwas sagen möchte, aber nie zum Zug kommt. Solche Situationen entstehen selten, weil der Inhalt fehlt. Sie entstehen, weil das Gespräch nicht ausreichend...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="kt-adv-heading3652_3de5ef-f9 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_3de5ef-f9">Kennen Sie das? Eine Teambesprechung, bei der alle gleichzeitig reden. Ein Kollegiumsgespräch, das sich im Kreis dreht. Ein Elterngespräch, in dem der Gesprächsfaden immer wieder verloren geht. Oder eine Person, die sichtbar etwas sagen möchte, aber nie zum Zug kommt.</p>



<p class="kt-adv-heading3652_9ce3c9-72 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_9ce3c9-72">Solche Situationen entstehen selten, weil der Inhalt fehlt. Sie entstehen, weil das Gespräch nicht ausreichend moderiert wird. Und Moderation bedeutet weit mehr als das Verwalten einer Rednerliste oder das Einhalten von Zeitfenstern. Es bedeutet: aktiv gestalten, wer spricht, wann gesprochen wird und wie der gemeinsame Austausch gelingt.</p>



<p class="kt-adv-heading3652_3085a5-f8 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_3085a5-f8">Sprache spielt dabei eine zentrale Rolle – das liegt auf der Hand. Und damit erlaube ich mir ein Wortspiel: Es liegt auch buchstäblich auf der Hand. Gezielte Gestik in der Gesprächsführung: das klingt nach einer Kleinigkeit. Und ist doch einer der wirksamsten Hebel, um Meetings, Besprechungen und Gespräche professionell zu steuern. Wer Körpersignale bewusst wahrnimmt und einsetzt, gestaltet Gespräche, statt sie nur zu begleiten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was Körpersignale und Hände über die Gesprächsdynamik verraten</h2>



<p class="kt-adv-heading3652_edb935-5e wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_edb935-5e">Gespräche haben eine Struktur, auch wenn sie uns nicht immer bewusst ist. Wer spricht, wer zuhört, wer das Wort übernehmen möchte: All das wird nicht nur verbal ausgehandelt, sondern auch körperlich signalisiert.</p>



<p class="kt-adv-heading3652_65b1b1-d4 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_65b1b1-d4">Beugt sich jemand nach vorne, beginnt zu gestikulieren oder richtet den Blick intensiv auf die sprechende Person dann möchte diese Person das Wort. Lehnt sich jemand zurück, legt die Hände in den Schoß, stützt den Kopf ab dann befindet sie sich gerade bewusst in einer Zuhörerrolle.</p>



<p class="kt-adv-heading3652_a7a659-2b wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_a7a659-2b">Diese Signale sind kein Zufall. Die Gestikforschung zeigt: Menschen zeigen ihren Wunsch nach dem Rederecht oft bereits durch sogenannte Pre-Beginnings, körperliche Ankündigungen, noch bevor sie verbal beginnen. Eine Hand, die sich aus der Ruheposition hebt. Ein Zeigefinger, der sachte nach oben geht. Eine offene Handinnenfläche, die sich in Richtung der Sprechenden orientiert.</p>



<p class="kt-adv-heading3652_cbaf6b-81 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_cbaf6b-81">Wer diese Signale lesen kann, hat als moderierende Person einen entscheidenden Vorteil: Sie sehen, wer reden möchte, auch wenn diese Person sich (noch) nicht traut, laut zu werden. Und Sie können die Gesprächsdynamik aktiv steuern, bevor Unruhe oder Ungleichgewicht entsteht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gestik in der Gesprächsführung: Die wichtigsten Techniken</h2>



<h3 class="kt-adv-heading3652_66cfcc-89 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_66cfcc-89"><strong>Das Wort vergeben – klar und einladend</strong></h3>



<p class="kt-adv-heading3652_a19b8e-1a wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_a19b8e-1a">Eine nach oben geöffnete, flache Handinnenfläche: in der Gestikforschung als Palm Up Open Hand (PUOH) bekannt, ist eine der grundlegendsten Moderationsgesten. Sie signalisiert unmissverständlich: Du bist jetzt dran. Kombiniert mit einem kurzen Blickkontakt und einem leichten Nicken schafft diese Geste einen klaren Rahmen, ohne das Gespräch zu unterbrechen.</p>



<h3 class="kt-adv-heading3652_66a2d6-32 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_66a2d6-32"><strong>Den Redefluss sichern – ohne zu unterbrechen</strong></h3>



<p class="kt-adv-heading3652_7c08ef-27 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_7c08ef-27">Auch Sprechende selbst nutzen Gestik strategisch: Eine kurze Stopp-Geste – die offene Hand kurz in Richtung der Gruppe gehalten – signalisiert: Ich bin gleich fertig, aber noch nicht so weit. Diese Geste verhindert Unterbrechungen, ohne jemanden zu übergehen. Gleichzeitig zeigt sie der wartenden Person: Ich habe dich gesehen.</p>



<p class="kt-adv-heading3652_b90255-d3 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_b90255-d3">Das Ende eines Redebeitrags wird umgekehrt oft durch das Zurücklegen der Hände in eine Ruheposition oder durch gezielten Blickkontakt signalisiert: eine Einladung an andere, den Faden aufzunehmen.</p>



<h3 class="kt-adv-heading3652_f389d5-1c wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_f389d5-1c"><strong>Rückmeldung geben – ohne das Wort zu ergreifen</strong></h3>



<p class="kt-adv-heading3652_18388c-a5 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_18388c-a5">Nicken, kleine Handbewegungen, eine leichte Vorwärtsbewegung des Oberkörpers: Diese körperlichen Zeichen geben Sprechenden kontinuierliches Feedback, ohne sie zu unterbrechen. Sie signalisieren: Ich folge dir. Mach weiter. Oder auch: Ich bin nicht ganz sicher, was du meinst. Erkläre das nochmal.</p>



<h3 class="kt-adv-heading3652_c72a88-82 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_c72a88-82"><strong>Dringlichkeit sichtbar machen</strong></h3>



<p class="kt-adv-heading3652_c65422-d2 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_c65422-d2">Der Wechsel von einhändiger zu beidhändiger Gestik, signalisiert gesteigerte Dringlichkeit oder Emotionalität. Wer das bei Teilnehmenden beobachtet, sollte darauf reagieren und dieser Person das Wort gezielt anbieten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Drei Herausforderungen – eine Lösung</h2>



<p class="kt-adv-heading3652_5e6feb-a2 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_5e6feb-a2">Gezielte Gestik hilft bei den drei zentralen Herausforderungen jeder Gesprächsführung:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size"><strong>Rederechtsvergabe und Turn-Taking: </strong>Wer spricht wann? Gestik macht den Übergang zwischen Redebeiträgen sichtbar und regelbar, auch in größeren Runden.</li>



<li class="has-medium-font-size"><strong>Gesprächsfluss und Tempo: </strong>Stockt das Gespräch? Läuft es aus dem Ruder? Körpersignale helfen, den Rhythmus aktiv zu gestalten, ohne verbal eingreifen zu müssen.</li>



<li class="has-medium-font-size"><strong>Feedback und Beteiligung: </strong>Wer wird still? Wer wird unruhig? Wer zieht sich zurück? Moderierende, die körperliche Signale lesen, können gezielt gegensteuern und alle Stimmen einbinden.</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Was das für Führung und Leitung bedeutet</h2>



<p class="kt-adv-heading3652_872911-10 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_872911-10">Gute Gesprächsformate sind keine Kür: sie sind Kernaufgabe von Führung. Das gilt in Bildungseinrichtungen ebenso wie in Unternehmen und Organisationen.</p>



<p class="has-medium-font-size"><strong>Für Schulleitungen, Kita-Leitungen und Bildungsträger:</strong></p>



<p class="kt-adv-heading3652_0b6883-06 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_0b6883-06">Ob Kollegiumssitzung, Teamentwicklung, Elterngespräch oder Konferenz: Die Qualität der Gesprächsführung entscheidet darüber, ob Besprechungen Energie kosten oder Energie erzeugen. Gerade in Einrichtungen, die unter Fachkräftemangel, steigendem Veränderungsdruck und wachsender Teamkomplexität arbeiten, ist professionelle Moderation kein Luxus: sie ist ein Hebel für Zusammenarbeit und Organisationsentwicklung.</p>



<p class="has-medium-font-size"><strong>Für Führungskräfte und Entscheider:</strong></p>



<p class="kt-adv-heading3652_6aeeca-92 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_6aeeca-92">In Führungsgesprächen, Strategiemeetings oder Jour fixes entscheidet oft nicht der Inhalt, sondern die Gesprächsdynamik darüber, ob Entscheidungen getragen werden und Beteiligung gelingt. Wer körperliche Signale lesen und Gestik gezielt einsetzen kann, führt Gespräche effizienter und inklusiver. Das schafft Vertrauen und stärkt die Gesprächskultur im Team.</p>



<p class="kt-adv-heading3652_e570a2-a4 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_e570a2-a4">In beiden Kontexten gilt: Gestik ist kein Trick. Sie ist Ausdruck von Haltung. Wer bewusst moderiert, zeigt: Ich nehme alle wahr. Ich sorge dafür, dass Raum entsteht. Ich gestalte Beteiligung aktiv. Moderationskompetenz, und dazu gehört der gezielte Einsatz von Gestik, lässt sich trainieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wie sieht es bei Ihnen aus?</h2>



<p class="kt-adv-heading3652_7a2019-0d wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_7a2019-0d">Welche Gesprächssituationen empfinden Sie als besonders herausfordernd? Und welche Strategien haben Sie bisher entwickelt, um Meetings und Besprechungen gut zu gestalten?</p>



<p class="kt-adv-heading3652_08f9ad-8f wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_08f9ad-8f">Ich freue mich über den Austausch!</p>



<h2 class="wp-block-heading">Regelmäßig Impulse zu Führung und Gesprächsführung</h2>



<p class="kt-adv-heading3652_e99cbe-af wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_e99cbe-af">Auf LinkedIn teile ich regelmäßig Gedanken und Impulse zu Gesprächsführung, Moderationskompetenz, Führung und Organisationsentwicklung in Bildungseinrichtungen und Unternehmen. Wenn Sie die Themen interessieren, freue ich mich über Ihre Verbindungsanfrage.</p>



<p class="has-medium-font-size">→ <a href="https://www.linkedin.com/in/dr-jana-bressem/">https://www.linkedin.com/in/dr-jana-bressem/</a></p>



<h2 class="wp-block-heading">Gesprächsführung als Thema für Ihre Einrichtung oder Ihr Team?</h2>



<p class="kt-adv-heading3652_d961b7-f3 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_d961b7-f3">Wenn Sie beim Lesen gemerkt haben, dass Moderationskompetenz und Gesprächsführung in Ihrer Einrichtung oder Ihrem Team ein Thema sein könnten – sprechen Sie mich gerne an. Ich unterstütze Bildungseinrichtungen und Führungskräfte dabei, Gesprächsformate professionell zu gestalten: in Workshops, Trainings und Begleitprozessen.</p>



<p class="kt-adv-heading3652_fd736d-43 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_fd736d-43">Kein Verkaufsgespräch, sondern ein erstes Kennenlernen, ob und wie ich Ihnen dabei helfen kann.</p>



<p>→ <a href="https://janabressem.tucalendi.com/erstgespraech/30minuten">https://janabressem.tucalendi.com/erstgespraech/30minuten</a></p>



<p></p>



<p></p>



<p class="kt-adv-heading3652_476362-1c wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3652_476362-1c"><strong>Referenzen</strong></p>



<p>Mondada, L. (2007). Turn Taking in multimodalen und multiaktionalen Kontexten.&nbsp;<em>Gespräch als Prozess. Linguistische Aspekte der Zeitlichkeit verbaler Interaktion</em>, 247-276. <a href="https://ids-pub.bsz-bw.de/frontdoor/index/index/docId/7231">https://ids-pub.bsz-bw.de/frontdoor/index/index/docId/7231</a></p>



<p>Müller, C. (1998). Redebegleitende Gesten: Kulturgeschichte, Theorie, Sprachvergleich.&nbsp;Spitz Verlag. <a href="https://openlibrary.org/books/OL19078048M/Redebegleitende_Gesten">https://openlibrary.org/books/OL19078048M/Redebegleitende_Gesten</a></p>



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			</item>
		<item>
		<title>Gestik im Unterricht: Warum Ihre Erklärungen nicht ankommen (und wie Sie das ändern)</title>
		<link>https://www.janabressem.de/gestik-im-unterricht-aufmerksamkeit-steuern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Jana Bressem]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Feb 2026 20:26:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gestik]]></category>
		<category><![CDATA[Lehre]]></category>
		<category><![CDATA[Workshops & Didaktik]]></category>
		<category><![CDATA[Didaktik]]></category>
		<category><![CDATA[Unterricht]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Viele Lehrkräfte kennen das Problem: Trotz guter Vorbereitung kommen Lerninhalte nicht an. Der Grund liegt oft nicht in der fachlichen Kompetenz, sondern in fehlender Aufmerksamkeitssteuerung. Dieser Artikel zeigt, wie gezielte Gestik im Unterricht die Aufmerksamkeit lenkt, das Verständnis fördert und Wissen nachhaltig verankert. Das Problem: Wenn Unterrichtsinhalte nicht ankommen Eine neue Unterrichtseinheit steht an. Die...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="kt-adv-heading3641_3e8259-28 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_3e8259-28">Viele Lehrkräfte kennen das Problem: Trotz guter Vorbereitung kommen Lerninhalte nicht an. Der Grund liegt oft nicht in der fachlichen Kompetenz, sondern in fehlender Aufmerksamkeitssteuerung. Dieser Artikel zeigt, wie gezielte Gestik im Unterricht die Aufmerksamkeit lenkt, das Verständnis fördert und Wissen nachhaltig verankert.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Problem: Wenn Unterrichtsinhalte nicht ankommen</h2>



<p class="kt-adv-heading3641_8b3abe-8b wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_8b3abe-8b">Eine neue Unterrichtseinheit steht an. Die Lehrkraft hat sich vorbereitet, die Inhalte sind durchdacht, die Materialien liegen bereit. Doch schon nach wenigen Minuten zeigt sich: Die Informationen kommen nicht an. Fragen werden mehrfach gestellt, Erklärungen müssen wiederholt werden, und spätestens in der nächsten Stunde wird deutlich: vieles ist nicht hängengeblieben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum Lerninhalte scheitern: Die Aufmerksamkeitslücke</h2>



<p class="kt-adv-heading3641_5c0829-3b wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_5c0829-3b">Doch woran liegt das? Oft ist es nicht die fachliche Kompetenz, die fehlt, sondern die <strong>Aufmerksamkeit</strong>. Wenn Lerninhalte nicht ankommen, liegt das häufig daran, dass die Aufmerksamkeit der Lernenden gar nicht dort ist, wo sie sein sollte.</p>



<p class="kt-adv-heading3641_843302-55 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_843302-55">Und genau hier kommt ein oft unterschätztes Werkzeug ins Spiel: <strong>Gestik im Unterricht</strong>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was ist Gestik und warum ist sie wichtig für den Unterricht?</h2>



<p class="kt-adv-heading3641_aa794f-54 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_aa794f-54">Gesten sind weit mehr als bloße Begleiterscheinungen des Sprechens. Sie sind <strong>präzise Steuerungsinstrumente</strong>, die:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Aufmerksamkeit gezielt lenken</li>



<li class="has-medium-font-size">Verständnis nachhaltig fördern</li>



<li class="has-medium-font-size">Lerninhalte im Gedächtnis verankern</li>
</ul>



<p class="kt-adv-heading3641_80256f-1e wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_80256f-1e"><strong>Wissenschaftlicher Hintergrund:</strong> Studien aus der Kognitionswissenschaft und Gestenforschung belegen, dass Gestik einen entscheidenden Einfluss auf Lernprozesse hat.</p>



<h2 class="wp-block-heading">3 wissenschaftlich fundierte Prinzipien: Wie Gestik im Unterricht wirkt</h2>



<h3 class="wp-block-heading">1. Zeigegesten als Wegweiser – Aufmerksamkeit gezielt aufbauen</h3>



<h3 class="wp-block-heading">Was sind Zeigegesten?</h3>



<p class="kt-adv-heading3641_050123-35 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_050123-35">Eine ausgestreckte Hand, ein Finger, der auf die Tafel deutet: <strong>Zeigegesten</strong> sind eines der wirksamsten Werkzeuge, um Aufmerksamkeit zu steuern. Sie schaffen eine unmittelbare Verbindung zwischen dem, was gesagt wird, und dem, worauf es ankommt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Das Prinzip der Joint Attention (geteilte Aufmerksamkeit)</h3>



<p class="kt-adv-heading3641_406b01-18 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_406b01-18">Wenn eine Lehrkraft auf etwas zeigt, folgt der Blick der Lernenden nahezu automatisch. Dieser Mechanismus wird als <strong>Joint Attention</strong> (geteilte Aufmerksamkeit) bezeichnet: ein fundamentales Prinzip menschlicher Kommunikation. Zeigegesten schaffen eine gemeinsame Referenz zwischen Lehrkraft und Lernenden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Praxisbeispiel: Mathematikunterricht</h3>



<p class="kt-adv-heading3641_af6938-f3 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_af6938-f3"><strong>Situation:</strong> Eine Lehrkraft erklärt eine quadratische Funktion anhand eines Graphen an der Tafel.</p>



<p class="kt-adv-heading3641_22ed64-2c wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_22ed64-2c"><strong>Ohne Gestik:</strong> „Der Scheitelpunkt ist der tiefste Punkt der Parabel.&#8220;</p>



<p class="kt-adv-heading3641_2b7261-16 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_2b7261-16"><strong>Mit gezielter Zeigegeste:</strong> Die Lehrkraft zeigt präzise auf die Stelle, an der die Parabel ihren tiefsten Punkt erreicht, während sie den Scheitelpunkt erklärt.</p>



<p class="kt-adv-heading3641_bfc068-d0 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_bfc068-d0"><strong>Ergebnis:</strong> Die Lernenden schauen dorthin, der abstrakte Begriff bekommt einen konkreten Ort. Die Verbindung zwischen Begriff und visueller Darstellung wird hergestellt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wichtig: Zeigegesten richtig einsetzen</h3>



<p class="kt-adv-heading3641_4798d1-78 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_4798d1-78"><strong>Effektiv:</strong> Die Zeigegeste verweist auf etwas Neues, das nicht bereits eindeutig in der Sprache enthalten ist.</p>



<p class="kt-adv-heading3641_247e09-55 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_247e09-55"><strong>Ineffektiv:</strong> Wer auf eine „2&#8243; zeigt, während er „2&#8243; sagt, schafft keine zusätzliche Orientierung.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Reflexionsfrage für Lehrkräfte</h3>



<p class="kt-adv-heading3641_d5daf1-70 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_d5daf1-70">Wer merkt, dass Erklärungen ins Leere laufen, kann innehalten und sich fragen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Wo schauen die Lernenden gerade hin?</li>



<li class="has-medium-font-size">Und wo sollten sie hinschauen?</li>
</ul>



<p class="kt-adv-heading3641_cde85a-14 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_cde85a-14">Eine klare Zeigegeste schließt diese Lücke, denn sie schafft geteilte Aufmerksamkeit.</p>



<h3 class="wp-block-heading">2. Ikonische Gesten als kognitive Entlastung – Verständnis erleichtern</h3>



<h3 class="wp-block-heading">Die kognitive Herausforderung im Unterricht</h3>



<p class="kt-adv-heading3641_a684e7-ca wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_a684e7-ca">Komplexe Lerninhalte fordern das <strong>Arbeitsgedächtnis</strong> stark. Lernende müssen gleichzeitig:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Informationen aufnehmen</li>



<li class="has-medium-font-size">Informationen verarbeiten</li>



<li class="has-medium-font-size">Mit Vorwissen verknüpfen</li>



<li class="has-medium-font-size">Neue Inhalte behalten</li>
</ul>



<p class="kt-adv-heading3641_0c5453-8c wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_0c5453-8c">Diese kognitive Last kann schnell überfordern. Hier helfen <strong>ikonische Gesten</strong> – Gesten, die Inhalte bildlich darstellen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wissenschaftliche Evidenz: Gesten reduzieren kognitive Belastung</h3>



<p class="kt-adv-heading3641_e959bf-af wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_e959bf-af">Studien aus der Gestenforschung belegen: <strong>Gesten reduzieren die kognitive Belastung – sowohl für die sprechende als auch für die zuhörende Person.</strong></p>



<p class="kt-adv-heading3641_f5646a-65 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_f5646a-65">Wenn eine Lehrkraft gestikuliert:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Wird das Gesagte visuell unterstützt</li>



<li class="has-medium-font-size">Werden Informationen leichter verarbeitbar</li>



<li class="has-medium-font-size">Muss das Gehirn weniger Energie aufwenden, um die Information zu dekodieren</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Praxisbeispiel: Naturwissenschaften</h3>



<p class="kt-adv-heading3641_51f024-d2 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_51f024-d2"><strong>Situation:</strong> Eine Lehrkraft erklärt den Wasserkreislauf.</p>



<p class="kt-adv-heading3641_05629b-03 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_05629b-03"><strong>Mit ikonischen Gesten:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size"><strong>Verdunstung:</strong> Aufsteigende Handbewegung</li>



<li class="has-medium-font-size"><strong>Kondensation:</strong> Schwebende Handflächen für Wolkenbildung</li>



<li class="has-medium-font-size"><strong>Niederschlag:</strong> Bewegte Finger für Regen</li>
</ul>



<p class="kt-adv-heading3641_344d6b-4b wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_344d6b-4b"><strong>Ergebnis:</strong> Die Lernenden sehen das Prinzip, während sie es hören. Zwei Sinneskanäle (auditiv + visuell) verstärken das Verständnis.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Doppelter Nutzen für Lehrkräfte</h3>



<p class="kt-adv-heading3641_b4d75e-ad wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_b4d75e-ad">Gestik hilft nicht nur den Lernenden, sondern auch der Lehrkraft selbst:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Das Sprechen fällt leichter</li>



<li class="has-medium-font-size">Die Gedanken werden klarer strukturiert</li>



<li class="has-medium-font-size">Die Erklärung wird flüssiger</li>
</ul>



<p class="kt-adv-heading3641_2b5d8c-ce wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_2b5d8c-ce"><strong>Fazit:</strong> Gestik ist kein zusätzlicher Aufwand, sondern ein Werkzeug, das Kommunikation auf beiden Seiten erleichtert.</p>



<h3 class="wp-block-heading">3. Räumliche Gesten – Erinnerung nachhaltig verankern</h3>



<h3 class="wp-block-heading">Visuelle Spuren im Raum: Wie Gesten im Gedächtnis bleiben</h3>



<p class="kt-adv-heading3641_e94a81-a8 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_e94a81-a8">Gesten verschwinden nicht einfach, wenn die Hand wieder sinkt. Sie hinterlassen <strong>mentale Anker im Raum</strong>.</p>



<p class="kt-adv-heading3641_e936da-b5 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_e936da-b5">Wenn eine Lehrkraft wiederholt an derselben Stelle im Raum gestikuliert, entsteht eine Verknüpfung: Der Ort wird mit dem Inhalt assoziiert. Lernende erinnern sich nicht nur an das Gesagte, sondern auch daran, wo es „stand&#8220;.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Das Prinzip der räumlichen Indexierung</h3>



<p class="kt-adv-heading3641_cf9e91-01 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_cf9e91-01">Dieses Phänomen wird in der Gedächtnisforschung als <strong>räumliche Indexierung</strong> beschrieben. Unser Gedächtnis arbeitet nicht nur mit Wörtern und Bildern, sondern auch mit räumlichen Informationen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Praxisbeispiel: Problemlösung im Unterricht</h3>



<p class="kt-adv-heading3641_d6d661-24 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_d6d661-24"><strong>Situation:</strong> Eine Lehrkraft führt eine neue Unterrichtseinheit ein und unterscheidet zwischen zwei Konzepten.</p>



<p class="kt-adv-heading3641_dcc2a2-a7 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_dcc2a2-a7"><strong>Mit räumlicher Gestik:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size"><strong>Das Problem:</strong> Geste nach links (z.B. offene Hand auf der linken Seite)</li>



<li class="has-medium-font-size"><strong>Die Lösung:</strong> Geste nach rechts (z.B. geschlossene Faust auf der rechten Seite)</li>
</ul>



<p class="kt-adv-heading3641_edffb7-8d wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_edffb7-8d"><strong>Im weiteren Verlauf:</strong> Die Lehrkraft zeigt immer wieder in dieselben Richtungen, wenn sie Problem oder Lösung thematisiert.</p>



<p class="kt-adv-heading3641_0e9819-18 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_0e9819-18"><strong>Ergebnis:</strong> Die Lernenden beginnen automatisch nach links oder rechts zu schauen, wenn sie an Problem oder Lösung denken. Die räumliche Verankerung unterstützt das Abrufen der Information.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Praktische Umsetzung: Einfach und wirkungsvoll</h3>



<p class="kt-adv-heading3641_12f80f-13 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_12f80f-13">Die visuellen Spuren müssen nicht kompliziert sein. Es reicht, wenn bestimmte Inhalte mit bestimmten Raumpositionen verknüpft werden durch:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Zeigegesten in bestimmte Richtungen</li>



<li class="has-medium-font-size">Bewegung im Raum</li>



<li class="has-medium-font-size">Wiederholte Handhaltungen an derselben Stelle</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Zusammenfassung: Gestik als professionelles Werkzeug für Lehrkräfte</h2>



<p class="kt-adv-heading3641_397b5a-c8 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_397b5a-c8">Die drei beschriebenen Prinzipien zeigen: <strong>Gesten sind wirksame Mittel zur Steuerung von Aufmerksamkeit.</strong></p>



<h3 class="wp-block-heading">Die drei Säulen effektiver Gestik im Unterricht:</h3>



<ol class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size"><strong>Zeigegesten</strong> → Aufmerksamkeit lenken durch Joint Attention</li>



<li class="has-medium-font-size"><strong>Ikonische Gesten</strong> → Verständnis fördern durch kognitive Entlastung</li>



<li class="has-medium-font-size"><strong>Räumliche Gesten</strong> → Erinnerung verankern durch räumliche Indexierung</li>
</ol>



<p class="kt-adv-heading3641_e9d34c-73 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_e9d34c-73">Im Zusammenspiel mit Sprache entsteht eine gemeinsame Verständigungsebene, die Lerninhalte nicht nur transportiert, sondern auch nachhaltig verankert.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gestik über den Unterricht hinaus: Universelle Anwendung</h2>



<p class="kt-adv-heading3641_f79ecf-10 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_f79ecf-10">Was im Klassenzimmer funktioniert, gilt überall dort, wo Menschen Inhalte vermitteln:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size"><strong>Teamsitzungen:</strong> Wichtige Entscheidungen treffen und vermitteln</li>



<li class="has-medium-font-size"><strong>Coachings:</strong> Reflexionsprozesse begleiten</li>



<li class="has-medium-font-size"><strong>Präsentationen:</strong> Komplexe Zusammenhänge verständlich machen</li>



<li class="has-medium-font-size"><strong>Führungskommunikation:</strong> Teams effektiv leiten</li>
</ul>



<p class="kt-adv-heading3641_63ce5d-99 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_63ce5d-99">Die Art, wie wir Gesten einsetzen, beeinflusst, ob unsere Botschaften ankommen oder verpuffen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit: Gestik ist eine professionalisierbare Fähigkeit</h2>



<p class="kt-adv-heading3641_1c0f66-9a wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_1c0f66-9a">Gestik ist kein Zufall. Sie ist eine <strong>Fähigkeit, die entwickelt und professionalisiert werden kann</strong>.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Chance für Lehrkräfte:</h3>



<p class="kt-adv-heading3641_a9702b-59 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_a9702b-59">Wer lernt, Aufmerksamkeit bewusst zu steuern, schafft Raum für:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size"><strong>Verständnis:</strong> Inhalte werden klarer</li>



<li class="has-medium-font-size"><strong>Erinnerung:</strong> Wissen bleibt länger präsent</li>



<li class="has-medium-font-size"><strong>Wirkung:</strong> Unterricht wird nachhaltiger</li>
</ul>



<p></p>



<p class="kt-adv-heading3641_2ec834-fc wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_2ec834-fc">Referenzen:</p>



<p>Alibali, M. W., Young, A. G., Crooks, N. M., Yeo, A., Wolfgram, M. S., Ledesma, I. M., Nathan, M. J., Church, R.B., &amp; Knuth, E. J. (2013). Students learn more when their teacher has learned to gesture effectively. Gesture,13(2), 210–233. <a href="https://doi.org/10.1075/gest.13.2.05aliAtit"></a><a href="https://doi.org/10.1075/gest.13.2.05ali">https://doi.org/10.1075/gest.13.2.05ali</a></p>



<p>Church, R.B., Perry, M., Singer, M.A., Cook, S.W. and Alibali, M.W. (2025), Teachers’ Gestures and How They Matter. Top. Cogn. Sci., 17: 545-568.&nbsp;<a href="https://doi.org/10.1111/tops.12755">https://doi.org/10.1111/tops.12755</a></p>



<p>Rueckert, L., Church, R. B., Avila, A., &amp; Trejo, T. (2017). Gesture enhances learning of a complex statisticalconcept. Cognitive Research: Principles and Implications, 2(1), 2. <a href="https://doi.org/10.1186/s41235-016-0036-1Shein"></a><a href="https://doi.org/10.1186/s41235-016-0036-1">https://doi.org/10.1186/s41235-016-0036-1</a></p>



<p class="kt-adv-heading3641_3816db-25 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading3641_3816db-25">Gestik professionalisieren? Das geht. <a href="https://www.janabressem.de/trainings-zu-gestik-und-koerpesprache/">Mehr Infos zum Training</a></p>



<p></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.janabressem.de/gestik-im-unterricht-aufmerksamkeit-steuern/">Gestik im Unterricht: Warum Ihre Erklärungen nicht ankommen (und wie Sie das ändern)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.janabressem.de">Dr. Jana Bressem</a>.</p>
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		<title>Es gibt kein &#8218;zu viel Gestik&#8216; – und warum wir trotzdem daran glauben</title>
		<link>https://www.janabressem.de/gestik-richtig-einsetzen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Jana Bressem]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Dec 2025 17:48:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gestik]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Präsentation]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Mache ich zu viel mit meinen Händen?&#8220; – Eine Frage, die mir regelmäßig gestellt wird. Und in ihr steckt oft die Idee, man müsse seine Gestik regulieren. Hände dürfen nicht natürlich fließen, nicht zu große Bewegungen ausführen und stets bedacht eingesetzt werden. Diese Idee der „gezähmten Geste&#8220;, wie Cornelia Müller sie nennt, hat eine lange...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>„Mache ich zu viel mit meinen Händen?&#8220; – Eine Frage, die mir regelmäßig gestellt wird. Und in ihr steckt oft die Idee, man müsse seine Gestik regulieren.</p>



<p>Hände dürfen nicht natürlich fließen, nicht zu große Bewegungen ausführen und stets bedacht eingesetzt werden. Diese Idee der „gezähmten Geste&#8220;, wie Cornelia Müller sie nennt, hat eine lange Tradition und reicht bis in die Schriften antiker Rhetoriker zurück.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die gezähmte Geste: Eine jahrhundertealte Idee</h2>



<p>Quintilian erwähnt in seinem rhetorischen Standardwerk, dass Hände nicht über den Kopf gehen dürfen, nicht zu weit nach vorn oder zur Seite. Bei weit ausholendem Arm entblößt man die Seite des Körpers (die Toga war an der Seite offen) oder es wird gefährlich, neben der Person zu stehen (in der Agora war der Platz begrenzt). All dies, so Quintilian, lässt den ungeübten Redner erkennen, denn die Geste wird so alltäglich und schwächt die Mitteilungskraft der Gestik. Ihm geht es darum, die Geste und den Körper ausschließlich als Teil der öffentlichen Rede zu sehen. Und dieser Körper und damit auch die „öffentliche Geste muss sich diszipliniert und kontrolliert in einem klar begrenzten Raum bewegen.&#8220; (Müller, S.6).</p>



<p>Diese Idee der Zähmung der Gestik zieht sich von da an durch die Jahrhunderte. Im Mittelalter sind ruhige und bedächtige Bewegungen Ausdruck von Macht und Erhabenheit. In der höfischen Kultur lebt diese Idee weiter und es kommt die Vorstellung auf, dass man mit Mimik und Gestik den Gesprächspartner über die eigentlichen Ziele im Dunkeln lassen kann und die eigene Intention verdecken kann. Und später nimmt auch Freiherr von Knigge dieses Gebot auf und stellt heraus, dass sich die feine Erziehung in gemäßigten und zurückhaltenden Bewegungen von Kopf, Arm und anderen Gliedmaßen zeige und man sich damit vom einfachen Volk abhebe.</p>



<p>Letztlich gipfelt diese Vorstellung in unserem Sprichwort, das wir auch heute noch finden: „Man redet nicht mit Händen und Füßen&#8220; oder in dem Gebot „fuchtel nicht so mit deinen Händen rum.&#8220;</p>



<p>Und auch mit dem Konzept der „nonverbalen Kommunikation&#8220; werden Gesten weiterhin unnatürlich begrenzt. Nun auf die Beziehungsaspekte und Emotionen. Sprache, so die Vorstellung, ist für die Übermittlung von Sachinhalten zuständig. Gestik und andere körperliche Ausdrucksformen für Emotionen. Eine Idee, die auch noch heute sehr verlockend ist. Denn Emotion, Affekte, Stimmung und Persönlichkeit lassen sich vermeintlich aus dem körperlichen Ausdruck ableiten. Etwas, was wir heute aus zahlreicher Forschung wissen, nicht so möglich ist. Aber die Idee lebt weiter und führt dazu, dass wir uns heute fragen: Mache ich zu viel mit meinen Händen?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was die Gestenforschung wirklich zeigt</h2>



<p>Schaut man aber mit der Brille der Gestenforschung auf unsere Hände und auf das, was sie tun, wenn wir sprechen, so wird schnell klar: Nein, wir machen nicht zu viel. Gesten, die im natürlichen Fluss mit dem Gesagten entstehen, erfüllen immer eine Funktion. Sie visualisieren, strukturieren und entlasten das Denken.</p>



<p>Anzahl und Häufigkeit von Gesten können variieren: je nach Redegegenstand, Kontext und Gesprächspartner und ja, auch zu einem gewissen Teil nach kulturellem und sprachlichem Umfeld. (Italienische Sprecherinnen zum Beispiel verwenden mehr pragmatische Gesten, um z.B. etwas als offensichtlich zu kennzeichnen. Schwedinnen nutzen hingegen mehr referentielle Gesten, die konkrete Objekte oder Handlungen darstellen.)</p>



<p>Egal ob Experiment, Beobachtung oder Korpusstudie: Forschung zeigt ganz eindeutig, dass Gestik untrennbar zum Sprechen dazugehört und für unseren sprachlichen Ausdruck und unsere Rede unverzichtbar ist. Experimente zeigen sogar, dass der Redefluss zusammenbricht, wenn wir unsere Hände nicht bewegen dürfen. Wir kommen ins Stocken, suchen nach Worten und produzieren mehr ähms und ähs. In diesem Sinne gibt es also eigentlich kein ‚zu viel&#8216;. Gestik und Rede bilden immer eine Einheit: inhaltlich und bei dem, was sie erreichen wollen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wann Gestik tatsächlich &#8218;zu viel&#8216; wird</h2>



<p>Ein ‚zu viel an Gesten&#8216; kann es aber durchaus geben. Weniger durch die Anzahl oder die Art der Gesten: Reden wir uns in Rage, zeigt sich das in der Stimme (lauter, schneller) und auch in der Gestik (größer und schneller). Wir hören und sehen also die Aufregung. In dem Moment haben wir zu viel Gestik, genauso wie wir zu viel Stimme haben.</p>



<p>Dann geht es darum, diesen Ausdruck zu mäßigen. Aber nicht, indem wir einfach weniger gestikulieren, sondern nur, indem wir Kopf und Körper in Einklang bringen. Also innerlich ruhiger werden, unsere Aufregung in den Griff bekommen – durch Atmung zum Beispiel – und so dann auch Stimme und unsere Hände zur Ruhe bringen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit</h2>



<p>Vertraue deinen Händen. Sie wissen, was sie tun – wenn du sie lässt. Und wenn du das Gefühl hast, deine Gestik arbeitet gegen dich statt für dich? Dann liegt das Problem meist woanders: in der inneren Aufregung, nicht in den Händen selbst.</p>



<p>Referenzen: </p>



<p>Müller, C. (2002). Eine kleine Kulturgeschichte der Gestenbetrachtung.&nbsp;<em>Psychotherapie und Sozialforschung</em>,&nbsp;<em>4</em>(1), 3-29.</p>



<p>Graziano, M., &amp; Gullberg, M. (2024). Providing evidence for a well-worn stereotype: Italians and Swedes do gesture differently. <a href="https://www.frontiersin.org/journals/communication/articles/10.3389/fcomm.2024.1314120/full">Frontiers in Communication, 9, 1314120. </a></p>



<p></p>
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		<title>Warum Online-Meetings nicht wie Präsenz sind und wie Gesten trotzdem helfen</title>
		<link>https://www.janabressem.de/warum-online-meetings-nicht-wie-praesenz-sind-und-wie-gesten-trotzdem-helfen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Jana Bressem]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Nov 2025 11:16:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gestik]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Online]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Online ist nicht Präsenz. Und das ist gut so. In den letzten Wochen habe ich immer wieder darüber nachgedacht, was Online-Meetings mit uns und unserer Kommunikation machen. Denn auch wenn ich vieles dafür tue, dass Online-Meetings für alle Beteiligten so angenehm wie möglich sind: Es wird nie so sein, als würden wir uns gemeinsam in...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Online ist nicht Präsenz. Und das ist gut so.</h2>



<p>In den letzten Wochen habe ich immer wieder darüber nachgedacht, was Online-Meetings mit uns und unserer Kommunikation machen. Denn auch wenn ich vieles dafür tue, dass Online-Meetings für alle Beteiligten so angenehm wie möglich sind: Es wird nie so sein, als würden wir uns gemeinsam in einem Raum aufhalten.</p>



<p>Und hier kommt meine steile These: <strong>Das ist auch gut so.</strong></p>



<p>Online ist nicht Face-to-Face und sollte es auch nicht sein. Warum? Weil die Präsenz uns anders kommunizieren, verhalten und erleben lässt. Gleichzeitig bietet uns die Online-Kommunikation aber auch völlig neue Möglichkeiten, die wir in Präsenz nicht haben.</p>



<p>In diesem Beitrag möchte ich erklären, warum Online eben nicht Präsenz ist, wie wir uns von der Idee lösen können, dass es so sein muss und wie wir dennoch, vor allem mit unserem körperlichen Verhalten und unseren Gesten, das Beste aus Online-Begegnungen herausholen können.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was unsere Online-Kommunikation so besonders macht</h2>



<p>In der realen Welt begegnen wir anderen Menschen, indem wir sie sehen, hören und berühren. Absichten und Gefühle werden durch Gesten, Mimik, Körperhaltung und körperlichen Ausdruck vermittelt. Wir teilen uns die Welt, weil wir mit unserer Umgebung interagieren und gemeinsame Aufgaben ausführen können.</p>



<p><strong>Online werden Aspekte unserer verkörperten Interaktionen verändert und manchmal eingeschränkt:</strong></p>



<p>Bildschirme und Mikrofone vermitteln uns nur eine Repräsentation der anderen Person – nicht die Person selbst. Technische Störungen und Zeitverzögerungen unterbrechen die Kommunikation. Bei Zoom ist der visuelle Zugang meist auf Kopf und Schultern beschränkt. Dieser eingeschränkte Bildausschnitt verhindert eine ganzheitliche Wahrnehmung der körperlichen Ausdruckskraft.</p>



<p>Unsere eingeschränkte Bewegung vor dem Bildschirm limitiert den Zugang zur Vitalität und zum Stil des Gegenübers. Bei mehreren Teilnehmenden ist es schwierig, Richtung und Orientierung von Körperbewegungen und Gesten zu erkennen. Die gemeinsame Interaktion mit physischen Objekten entfällt weitgehend. Und wir werden uns unserer Selbstdarstellung überbewusst, da wir unser eigenes Verhalten in Echtzeit beobachten können.</p>



<p>Online ist also nicht offline. Punkt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum das völlig okay ist</h2>



<p>Meine These: Wir sollten nicht in die Falle tappen zu denken, dass Online-Kommunikation nur dann wertvoll ist, wenn sie persönliche Treffen perfekt nachahmt und ersetzt.</p>



<p>Wenn wir Online-Begegnungen nur danach beurteilen, ob sie ein guter Ersatz für echte Treffen sind, übersehen wir etwas Wichtiges: Wir verpassen kreative und neue Wege, wie wir uns online begegnen können.</p>



<p><strong>Wenn wir aufhören, Online-Kommunikation als reinen Ersatz zu sehen, können wir sie neu denken.</strong> Dann können wir digitale Tools fordern und gestalten, die nicht einfach Offline-Interaktionen nachahmen, sondern völlig neue Arten unterstützen, einander zu begegnen.</p>



<p>Dass wir statisch vor einem Bildschirm sitzen, ist übrigens kein notwendiges Merkmal von Online-Meetings, sondern vielmehr die derzeitige <a href="http://Osler, L., &amp; Zahavi, D. (2023). Sociality and embodiment: Online communication during and after Covid-19. Foundations of Science, 28(4), 1125-1142.">normative Praxis</a>. Wir könnten uns zum Beispiel vorstellen, riesige Bildschirme an Wänden zu installieren, die die gesamte Körperbewegung erfassen würden. Das würde uns von den Zwängen unserer Stühle befreien und freie Bewegung im Raum ermöglichen.</p>



<p>Soweit sind wir noch nicht. Bleiben wir also dabei, was wir nutzen können um Online nicht wie Offline erscheinen zu lassen, aber um einige unserer Schwierigkeiten zu minimieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">4 praktische Tipps, um Ihre Online-Meetings zu verbessern</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Tipp 1: Nutzen Sie verschiedene Layout-Optionen</h3>



<p>Ein größerer Ausschnitt von uns macht uns in unserer Körperlichkeit auch dem Gegenüber sichtbarer. Wir bleiben zwar zweidimensional, aber man sieht mehr von uns.</p>



<p>In Präsentationen teilen wir oft den Bildschirm: Die Folien sind nun groß sichtbar, aber wir rutschen als kleines Fenster in die obere Ecke.</p>



<p><strong>Meine Empfehlung:</strong> Nutzen Sie die verschiedenen Layout-Versionen, die Zoom oder Teams bieten. Ordnen Sie die Folien neben sich an oder fügen Sie sie als Hintergrund ein. Sie bleiben sichtbar und Ihre Folien, Notizen oder Bilder, die Sie teilen wollen, bleiben trotzdem präsent.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Tipp 2: Vergrößern Sie Ihren Bildausschnitt</h3>



<p>In Meetings, in denen wir den Bildschirm nicht teilen, ist der Ausschnitt oft nicht optimal. Normalerweise sehen wir &#8222;Talking Heads&#8220;: nur den Kopf, vielleicht bis zur Schulter des Gegenübers. Der Rest des Körpers verschwindet. Das empfinden wir als merkwürdig, denn in Präsenz sehen wir mehr: die Person auf dem Stuhl, am Tisch, die Tiefe des Raumes, eventuell andere Personen drumherum.</p>



<p><strong>Meine Empfehlung</strong> Wenn möglich, vergrößern Sie den Ausschnitt so, dass Sie mindestens bis zur Bauchmitte sichtbar sind. Ihr Körper wird wieder sichtbarer, vermittelt mehr Eindruck von Ihnen und spielt wieder eine größere Rolle. Schöner Nebeneffekt: Ihr Gesicht wird kleiner und Sie fühlen sich vielleicht weniger beobachtet.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Tipp 3: Gestikulieren Sie natürlich</h3>



<p>Lassen Sie mehr Platz auf dem Bildschirm für Ihren Körper, schlagen Sie gleich noch eine andere Fliege mit der Klappe: Sie lassen Platz für die Bewegungen des Körpers und vor allem der Hände. Sie können gestikulieren, die Gesten sind für die anderen sichtbar und können Ihre Rede gut unterstützen.</p>



<p><strong>Meine Empfehlung:</strong> Gestikulieren Sie nicht extra hoch, damit die Gesten besonders sichtbar sind. Ist der Ausschnitt zu klein, neigen wir dazu, die Hände besonders prominent in die Kamera zu halten. Das können Sie manchmal tun, aber nicht die ganze Zeit. Und es ist auch nicht notwendig.</p>



<p>Denn <a href="https://escholarship.org/uc/item/3c59r5rd">Studien</a> zeigen: Unser Gegenüber nimmt unsere Gesten auch wahr und schätzt sie als relevant ein, wenn sie nicht ganz sichtbar sind, sondern vielleicht nur mal kurz hineinfliegen. </p>



<p>Denn ganz ehrlich, das passiert auch oft in Präsenz. Eine Person sitzt vor der anderen, die Hände sind nicht ganz sichtbar. Es ist also kein Problem, wenn die eine oder andere Geste nicht zu 100% zu sehen ist. Relevant und für die anderen hilfreich ist sie dennoch.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Tipp 4: Setzen Sie Gesten bewusst ein</h3>



<p>Wenn Sie etwas besonders bildlich erklären wollen, dann nutzen Sie Gesten bewusst. Bewegen Sie Ihre Hände – sofern Sie nicht bis zum Oberkörper sichtbar sind – in den Gestenraum vor Ihrem Körper und etwas höher.</p>



<p>Aber tun Sie das nicht die ganze Zeit! Unser normaler Gestenbereich ist vor dem Bauch. Nach oben heben wir die Hände nur, wenn wir etwas besonders hervorheben wollen: weil es groß ist oder besondere Bedeutung hat. Daher fühlt es sich auch manchmal so komisch an, wenn wir Gestik extra in Online-Meetings einsetzen und besonders sichtbar machen: Wir tun etwas, was wir sonst nicht tun.</p>



<p><strong>Fragen Sie sich also, wenn Sie nur in kleinem Ausschnitt sichtbar sind:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Will ich mit meiner Geste etwas besonders unterstreichen und illustrieren?</li>



<li>Ist meine Geste besonders hilfreich für das Gegenüber?</li>



<li>Ist sie für meine Idee zentral?</li>
</ul>



<p>Wenn Sie diese Fragen mit Ja beantworten, dann gehen Sie die extra Meile, um die Hände sichtbar zu machen. Wenn nicht, dann nutzen Sie den normalen Gestenraum.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit: Online-Meetings gestalten</h2>



<p>Online-Kommunikation ist anders als Präsenz – und das darf sie auch sein. Statt zu versuchen, Face-to-Face-Begegnungen perfekt zu imitieren, sollten wir die Eigenheiten des digitalen Raums anerkennen und produktiv nutzen.</p>



<p>Mit ein paar bewussten Anpassungen (einem größeren Bildausschnitt, natürlicher Gestik und dem gezielten Einsatz von Bewegung) können wir Online-Meetings zu einem Raum machen, der seine eigene Qualität hat. Nicht als Ersatz für Präsenz, sondern als eigenständige Form der Begegnung.</p>



<p>Interessiert daran, wie Gestik nicht nur in Online-Meetings unterstützt, sonder auch bei Präsentationen in Präsenz? Dann lesen Sie <a href="https://www.janabressem.de/veraendert-sich-unsere-gestik-vor-publikum/">hier</a> gern rein. </p>



<p></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.janabressem.de/warum-online-meetings-nicht-wie-praesenz-sind-und-wie-gesten-trotzdem-helfen/">Warum Online-Meetings nicht wie Präsenz sind und wie Gesten trotzdem helfen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.janabressem.de">Dr. Jana Bressem</a>.</p>
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		<title>Wie Gesten und Sprache zusammenwirken: Ein kleiner Einblick in ihr enge Verbindung</title>
		<link>https://www.janabressem.de/wie-gesten-und-sprache-zusammenwirken-ein-kleine-einblick-in-ihr-enge-verbindung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Jana Bressem]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Oct 2024 09:29:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gestik]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[sprache]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.janabressem.de/?p=2218</guid>

					<description><![CDATA[<p>1. Die Rolle von Gesten im Alltag In unserer täglichen Kommunikation sind Sprache und Gesten eng miteinander verwoben. Gesten sind aus der Rede nicht wegzudenken. Ob beim Erzählen von Erlebnissen oder bei der Beschreibung von Objekten – mit unseren Händen geben wir oft wertvolle Hinweise. Sie helfen uns, komplexe Zusammenhänge zu veranschaulichen und vermitteln Informationen,...</p>
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<h2 class="wp-block-heading"><strong>1. Die Rolle von Gesten im Alltag</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size">In unserer täglichen Kommunikation sind Sprache und Gesten eng miteinander verwoben. Gesten sind aus der Rede nicht wegzudenken. Ob beim Erzählen von Erlebnissen oder bei der Beschreibung von Objekten – mit unseren Händen geben wir oft wertvolle Hinweise. Sie helfen uns, komplexe Zusammenhänge zu veranschaulichen und vermitteln Informationen, die über das Gesprochene hinausgehen. Sie sind ein wesentlicher Bestandteil des Sprechens und helfen uns unter anderem dabei:<br><br>&#8211; Ereignisse in der Welt nachzuzeichnen,<br>&#8211; darauf zu referieren,<br>&#8211; Gegenstände und Handlungen nachzuahmen<br>&#8211; räumliche Angaben zu machen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>2. Wie Gesten die Sprache ergänzen</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size">Gesten dienen als Erweiterung des Gesagten, indem sie Details wie Form oder Größe veranschaulichen. So könnten wir zum Beispiel die Dimension eines Gegenstandes durch die Hände andeuten, während wir lediglich „das war groß“ sagen. Diese Ergänzung unterstützt unser Gegenüber dabei, sich ein klareres Bild zu machen. </p>



<p class="has-medium-font-size">Oder aber wir ahmen die Art und Weise einer Handlung nach und benennen sprachlich nur die Tätigkeit selbst. In vielen Fällen sind die Gesten dann auch sehr eng mit der Grammatik der Lautsprache verknüpft – so eng, dass wir sie häufig über das Demonstrativum &#8222;so&#8220; in die Äußerung integrieren, wie etwa: &#8222;Das war ungefähr so groß.&#8220; </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>3. Warum Gesten uns helfen</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size">Und all dies tun wir nicht nur für unser Gegenüber, sondern für uns. Denn die Gesten helfen uns, das Gesagte anschaulicher zu machen und unsere Gedanken zu strukturieren.</p>



<h3 class="kt-adv-heading2218_4c38f6-61 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading2218_4c38f6-61">Literaturtipps:</h3>



<p>Bressem, Jana (2021). <a href="https://www.degruyter.com/view/title/576631?rskey=d047UH&amp;result=1"><em>Repetitions in gesture: A cognitive-linguistic and usage based perspective</em></a>. “Applications of Cognitive Linguistics (ACL)”, De Gruyter Mouton.</p>
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		<title>Was passiert mit Gesten, wenn man in einem Raumanzug steckt?</title>
		<link>https://www.janabressem.de/gesteninraumanzugen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Jana Bressem]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Aug 2024 08:05:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gestik]]></category>
		<category><![CDATA[All]]></category>
		<category><![CDATA[kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>📚 Seit diesem Sommer bin ich regelrecht in die Science-Fiction-Reihe &#8222;The Expanse&#8220; von James Corey eingetaucht. Ehrlich gesagt, eigentlich gar nicht mein Genre. Aber als mir ein Kollege die Bücher mit den Worten „Ich dachte, das wäre was für dich – schließlich kommen auch Gesten in Raumanzügen vor“ empfohlen hat, war mein Interesse geweckt. 💁‍♀️...</p>
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<p>📚 Seit diesem Sommer bin ich regelrecht in die Science-Fiction-Reihe &#8222;The Expanse&#8220; von James Corey eingetaucht. Ehrlich gesagt, eigentlich gar nicht mein Genre. Aber als mir ein Kollege die Bücher mit den Worten „Ich dachte, das wäre was für dich – schließlich kommen auch Gesten in Raumanzügen vor“ empfohlen hat, war mein Interesse geweckt.<br><br>💁‍♀️ Und tatsächlich, er hatte recht! Auch wenn Gesten in der Geschichte eher selten auftauchen, sind sie unglaublich faszinierend.<br><br>Ein paar Beispiele:<br><br>„Wie alle Gürtler hatte sie die Angewohnheit, zum Achselzucken nicht die Schultern, sondern beide Hände zu bewegen.“<br><br>„Uns bleibt ja sowieso nichts anderes übrig«, sagte Holden, und McDowell wedelte mit den großen schmalen Händen herum. Auch dies war eine der vielen Gürtler-Gesten, die sich entwickelt hatten, weil die normale Gestik im Raumanzug nicht zu erkennen war.“<br><br>„Havelock schüttelte abermals den Kopf, dieses Mal ein wenig ungläubig. Wäre er ein Gürtler gewesen, dann hätte er eine Geste mit den Händen gemacht, die man auch bei angelegtem Druckanzug noch wahrgenommen hätte.“<br><br>❓ Diese Szenen werfen eine spannende Frage auf: Was passiert mit unseren Gesten, wenn sie durch unsere Kleidung nicht mehr klar sichtbar sind?<br><br>👩‍🚀 Sie verändern sich – sie müssen sich verändern. Weil die Bewegung zu klein und nicht erkennbar ist. Oder weil die Kleidung nicht genügend Bewegungsfreiheit bietet.<br><br>♥ Spannend, wie anpassungsfähig unsere Gesten sind und wie sie unsere Umgebung und Bedürfnisse widerspiegeln.<br><br>🌌 Und eins ist mir dabei wieder mal klargeworden: Wir können nicht ohne sie – selbst im All und in einem Raumanzug. 😀<br><br>Sind Euch die Beschreibungen im Roman auch aufgefallen?<br><br>&#8212;<br>Referenz:<br>Corey, J. (2012). Leviathan erwacht: Roman (Vol. 1). Heyne Verlag.</p>
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		<title>Wie analysiert man Gesten in einer fremden Sprache?</title>
		<link>https://www.janabressem.de/wie-analysiert-man-gesten-in-einer-fremden-sprache/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Jana Bressem]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Aug 2024 06:44:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gestik]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[kultur]]></category>
		<category><![CDATA[sprache]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>🌍 Gemeinsam mit meiner Kollegin Claudia Wegener von der Universität zu Köln habe ich Gesten im Savosavo untersucht, einer Papua-Sprache, die auf den Salomonischen Inseln gesprochen wird. 🗣️ Claudia spricht Savosavo, ich jedoch nicht. Die Gesten habe ich trotzdem analysiert – aber meist nur in Zusammenarbeit mit Claudia und einem Muttersprachler. Warum? 🌐 Sprachliche Barrieren:...</p>
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<p><br>🌍 Gemeinsam mit meiner Kollegin Claudia Wegener von der Universität zu Köln habe ich Gesten im Savosavo untersucht, einer Papua-Sprache, die auf den Salomonischen Inseln gesprochen wird.<br><br>🗣️ Claudia spricht Savosavo, ich jedoch nicht. Die Gesten habe ich trotzdem analysiert – aber meist nur in Zusammenarbeit mit Claudia und einem Muttersprachler. Warum?<br><br>🌐 Sprachliche Barrieren: Da ich Savosavo nicht spreche, muss ich auf Übersetzungen zurückgreifen. Trotz vollständiger Satzinformationen bleibt bei dieser Art der Übersetzung oft vieles unklar.<br><br>📜 Kulturelles Verständnis: Ich kenne die Kultur der Sprachgemeinschaft nicht, die rituellen Geschichten und die Gemeinschaftsstruktur sind mir fremd. Ohne diesen Kontext ist das Verständnis der Äußerungen stark eingeschränkt.<br><br>➡️ Unterschiedliche Gestenverwendungen: Manche Gesten, die ich aus anderen Sprachgemeinschaften kenne, werden hier anders verwendet. Zum Beispiel wird eine Geste, die wie das Wegfegen aussieht, in vielen Sprachen zur Verneinung genutzt. Im Savosavo hingegen dient sie zur Richtungsangabe.<br><br>🔍 Was habe ich also gemacht? Ich habe die Gesten zunächst ohne Sprache analysiert und mich auf die Beschreibung ihrer Form konzentriert. Und ich habe erste Überlegungen zu ihren Funktionen angestellt, alles weitere haben wir dann gemeinsam gemacht.<br><br>🌟 Und das hat unwahrscheinlich Spaß gemacht. Denn sprachvergleichende Studien zu Gesten sind unglaublich spannend und bereichernd, weil sie Einblicke in andere Sprachen und Kulturen ermöglichen, auch wenn sie besondere Herausforderungen darstellen.<br><br>😁 Manchmal war es auch komisch. Immer dann, wenn ich Ideen hatte, die am Ende überhaupt keinen Sinn gemacht haben.</p>



<p>&#8212;</p>



<p>Mehr zu unserer Forschung gibt es hier: <a href="https://dobes.mpi.nl/projects/savosavo/">https://dobes.mpi.nl/projects/savosavo/</a></p>
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		<title>Stereotyp bestätigt? Gestikulieren Italienerinnen wirklich mehr?</title>
		<link>https://www.janabressem.de/stereotyp-bestaetigt-gestikulieren-italienerinnen-wirklich-mehr/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Jana Bressem]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Aug 2024 06:37:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gestik]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>🗣️ Zwei Kolleginnen von der Universität Lund, Marianne Gullberg und Maria Graziano haben diese Frage kürzlich untersucht. Sie verglichen, ob Italienerinnen mehr gestikulieren als Schwedinnen, wenn sie einen Zeichentrickfilm nacherzählen. Und ja, es gibt tatsächlich Unterschiede im Gebrauch von Gesten: 🔹 Häufigkeit der Gesten: Italienerinnen produzieren insgesamt mehr Gesten als Schwedinnen.🔹 Art der Gesten: Italienische...</p>
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<p><br>🗣️ Zwei Kolleginnen von der Universität Lund, <a href="https://www.linkedin.com/in/ACoAAAbU_xgB3hIbr0H0EvVru_n4x5h4BHuQvkM"></a><a href="https://www.linkedin.com/in/marianne-gullberg-38847832/">Marianne Gullberg</a> und <a href="https://www.linkedin.com/in/ACoAAAmjaREBtZxgm4NbsSHKqT6hWG1tIyKfkvI"></a><a href="https://www.linkedin.com/in/maria-graziano-9a91a246/">Maria Graziano</a> haben diese Frage kürzlich untersucht. Sie verglichen, ob Italienerinnen mehr gestikulieren als Schwedinnen, wenn sie einen Zeichentrickfilm nacherzählen.<br><br>Und ja, es gibt tatsächlich Unterschiede im Gebrauch von Gesten:<br><br>🔹 Häufigkeit der Gesten: Italienerinnen produzieren insgesamt mehr Gesten als Schwedinnen.<br>🔹 Art der Gesten: Italienische Sprecherinnen verwenden mehr pragmatische Gesten, um z.B. etwas als offensichtlich zu kennzeichnen und die Nacherzählung zu strukturieren. Schwedinnen nutzen hingegen mehr referentielle Gesten, die konkrete Objekte oder Handlungen darstellen.<br>🔹 Narrative Ebenen: Während Schwedinnen beim Gestikulieren eher konkrete Ereignisse und Handlungen darstellen, wechseln italienische Sprecherinnen zwischen der Darstellung von Ereignissen und der Hervorhebung neuer Informationen. Beide Gruppen zeigen also unterschiedliche rhetorische Stile beim Nacherzählen.<br><br>🤯 Die Ergebnisse überraschten die Autorinnen selbst ein wenig, da sie im Widerspruch zu bisherigen Erkenntnissen stehen. Man hätte nämlich eher das Gegenteil erwartet: Mehr darstellende Gesten bei den Italienerinnen und mehr pragmatische Gesten bei den Schwedinnen.<br><br>🌍 Welche Schlüsse ziehen wir daraus? Ja, es gibt kulturelle Unterschiede im Gestengebrauch. Aber wir brauchen mehr vergleichende Studien, um diese besser einschätzen zu können und zu verstehen, wie Sprache und Gestik zusammenwirken, um unterschiedliche kommunikative Stile zu formen.<br><br>&#8212;<br>Referenz:<br><br>Graziano, M. &amp; Gullberg, M. (2024). Providing evidence for a well-worn stereotype: Italians and Swedes do gesture differently. *Frontiers in Communication*, *9*, 1314120.</p>
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		<title>Emotion AI: Eine Revolution oder ein ethisches Dilemma?</title>
		<link>https://www.janabressem.de/emotion-ai-eine-revolution-oder-ein-ethisches-dilemma/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Jana Bressem]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Jul 2024 12:33:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gestik]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Mensch-Maschine]]></category>
		<category><![CDATA[kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Mensche-Maschine]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Meine Reihe zu Emotion AI endet heute. In den letzten Wochen habe ich die Möglichkeiten und Gefahren dieser Technologie beleuchtet – oft kritisch. Warum? ❗️Weil sie die Vorstellung fördert, dass der wahre Ausdruck einer Person im Körperlichen zu finden sei, was theoretisch und ethisch fragwürdig ist. Eine Studie von Rhue (2018) zeigt z.B., dass Emotion...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.janabressem.de/emotion-ai-eine-revolution-oder-ein-ethisches-dilemma/">Emotion AI: Eine Revolution oder ein ethisches Dilemma?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.janabressem.de">Dr. Jana Bressem</a>.</p>
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<p>Meine Reihe zu Emotion AI endet heute. In den letzten Wochen habe ich die Möglichkeiten und Gefahren dieser Technologie beleuchtet – oft kritisch. Warum?<br><br>❗️Weil sie die Vorstellung fördert, dass der wahre Ausdruck einer Person im Körperlichen zu finden sei, was theoretisch und ethisch fragwürdig ist. Eine Studie von Rhue (2018) zeigt z.B., dass Emotion AI dunkelhäutigen Menschen häufiger negative Emotionen zuschreibt als hellhäutigen.<br><br>⚖️ Der European Union AI Act erlaubt die Erkennung von Emotionen, verbietet aber die Zuschreibung emotionaler Zustände. Das bedeutet, Call Center Manager können sagen, dass Mitarbeitende verärgert klingen, aber nicht, dass sie es tatsächlich sind. Doch reale Konsequenzen bleiben: Was passiert in Bewerbungsgesprächen, wenn Personen vermehrt Wut zugeschrieben wird? Oder wenn Kindern in der Schule zugeschrieben wird, dass sie unkonzentriert sind.<br><br>❔ Möchten wir wirklich, dass Maschinen uns in dieser Art vermessen und einordnen? Gerade weil die Technik so problematisch und fehleranfällig ist. Und wie sinnvoll ist es überhaupt, dass Maschinen unsere Emotionen lesen?<br><br>🤔 Auch nach Abschluss dieser Blogserie wird mich das Thema weiter beschäftigen. Seit fast 20 Jahren forsche ich zu Gesten und ärgere mich immer wieder über den Mythos „Der Körper lügt nicht“, weil Gesten dadurch so missverstanden und fälschlich darauf reduziert werden. Emotion AI befeuert diese Fehlvorstellung erneut mit ganz realen Konsequenzen für uns alle.<br><br>💭 Und ich frage mich, was ich als Wissenschaftlerin tun kann? Ein Versuch, diese kleine Blog-Reihe, mit der Hoffnung, die Fallstricke dieser Technologie verstehbar zu machen und zum differenzierten Nachdenken anzuregen.<br><br>Daher vielen Dank an Euch fürs Lesen! Wie schätzt Ihr diese Technologie ein? Welche Gedanken schwirren Euch im Kopf herum?<br><br>📚 P.S. Wer für sich das Thema der emotionalen KI noch etwas umfassender interessiert, dem kann ich nur wärmstens das Buch &#8222;Menschen Versteher: Wie Emotionale Künstliche Intelligenz unseren Alltag erobert &#8220; von Kenza Ait Si Abbou empfehlen.<br><br>&#8212;-<br>Referenzen: Rhue, Lauren, Racial Influence on Automated Perceptions of Emotions (November 9, 2018). Doi:10.2139/ssrn.3281765</p>
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		<item>
		<title>Andere Länder, andere Mimik?</title>
		<link>https://www.janabressem.de/andere-laender-andere-mimik/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Jana Bressem]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 08 Jun 2024 07:34:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gestik]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Mensch-Maschine]]></category>
		<category><![CDATA[Emotion]]></category>
		<category><![CDATA[kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Mensche-Maschine]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Andere Länder, andere Mimik? 😃 In der klassischen Emotionspsychologie gelten Gesichtsausdrücke als universell: Wut oder Freude sollen sich weltweit auf dieselbe Weise im Gesicht zeigen. Doch so einfach ist es nicht.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.janabressem.de/andere-laender-andere-mimik/">Andere Länder, andere Mimik?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.janabressem.de">Dr. Jana Bressem</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>😃 In der klassischen Emotionspsychologie gelten Gesichtsausdrücke als universell: Wut oder Freude sollen sich weltweit auf dieselbe Weise im Gesicht zeigen. Doch so einfach ist es nicht.<br><br>🔎Bereits im 19. Jahrhundert wiesen Anthropologen darauf hin, dass es kulturelle Unterschiede im mimischen Ausdruck gibt. Gesichtsausdrücke sind genauso sozial erlernt wie andere Verhaltensweisen und nicht nur instinktiv.<br><br>👩‍💻 In den letzten Jahren bestätigen immer mehr empirische Studien diese These. Lisa Barrett und ihre Kolleg*innen zeigen, dass kulturelle Einflüsse erheblich darauf wirken, wie Gefühle hervorgerufen, kontrolliert, ausgedrückt und interpretiert werden. So fixieren westliche Betrachter bei erschrockenen und spöttischen Gesichtern auf Augen, Nase und Mund, während ostasiatische Betrachter hauptsächlich die Augen fokussieren. Diese Fixierung führt dazu, dass Ostasiaten erschrockene Gesichter oft als Überraschung (statt Angst) und spöttische Gesichter als Wut (statt Ekel) wahrnehmen.<br><br>👀Auch der Kontext spielt eine entscheidende Rolle in unserer Wahrnehmung. Im echten Leben sehen wir Gesichter nicht isoliert, sondern eingebettet in soziale Situationen, Körperhaltungen, Gesten und Worte. Ein finsteres Gesicht wird als bedrohlich empfunden, wenn es mit einer Gefahrensituation kombiniert wird, in anderen Kontexten aber als angeekelt oder bestimmt.<br><br>😄Gesichtsausdrücke sind zudem soziale Werkzeuge in der Interaktion. So lachen Menschen besonders dann, wenn ihr Lachen von anderen bemerkt wird, und nicht nur, weil sie erfreut sind. Holländische Sprecher*innen ziehen z.B. die Augenbrauen zusammen, um mangelndes Verständnis anzuzeigen – ein kooperatives Signal, kein Ausdruck von Verärgerung. Deutsche Sprecher*innen heben oft die Augenbrauen und weiten die Augen, um Überraschung auszudrücken und Informationen als besonders bemerkenswert zu markieren.<br><br>‼️Es ist also offensichtlich, dass Gesichtsausdrücke nicht nur Emotionen, sondern auch soziale Funktionen vermitteln und dass es signifikante Unterschiede im Ausdruck und in der Wahrnehmung gibt.<br><br>⚠️Wenn große Tech-Unternehmen und Softwareentwickler behaupten, es gebe verlässliche Beweise dafür, dass Gesichtsausdrücke direkt Emotionen offenbaren, dann ist das problematisch.<br><br>Welche Gefahren und Risiken ich damit verbunden sehe, teile ich in Teil 4 der Serie zu Emotion AI.<br><br>——————<br>Referenzen:<br>Barrett, L. F., Mesquita, B., &amp; Gendron, M. (2011). <a href="https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/0963721411422522">Context in emotion perception. Current Directions in Psychological Science, 20(5), 286-290.</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.janabressem.de/andere-laender-andere-mimik/">Andere Länder, andere Mimik?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.janabressem.de">Dr. Jana Bressem</a>.</p>
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