đ Gemeinsam mit meiner Kollegin Claudia Wegener von der UniversitĂ€t zu Köln habe ich Gesten im Savosavo untersucht, einer Papua-Sprache, die auf den Salomonischen Inseln gesprochen wird.
đŁïž Claudia spricht Savosavo, ich jedoch nicht. Die Gesten habe ich trotzdem analysiert â aber meist nur in Zusammenarbeit mit Claudia und einem Muttersprachler. Warum?
đ Sprachliche Barrieren: Da ich Savosavo nicht spreche, muss ich auf Ăbersetzungen zurĂŒckgreifen. Trotz vollstĂ€ndiger Satzinformationen bleibt bei dieser Art der Ăbersetzung oft vieles unklar.
đ Kulturelles VerstĂ€ndnis: Ich kenne die Kultur der Sprachgemeinschaft nicht, die rituellen Geschichten und die Gemeinschaftsstruktur sind mir fremd. Ohne diesen Kontext ist das VerstĂ€ndnis der ĂuĂerungen stark eingeschrĂ€nkt.
âĄïž Unterschiedliche Gestenverwendungen: Manche Gesten, die ich aus anderen Sprachgemeinschaften kenne, werden hier anders verwendet. Zum Beispiel wird eine Geste, die wie das Wegfegen aussieht, in vielen Sprachen zur Verneinung genutzt. Im Savosavo hingegen dient sie zur Richtungsangabe.
đ Was habe ich also gemacht? Ich habe die Gesten zunĂ€chst ohne Sprache analysiert und mich auf die Beschreibung ihrer Form konzentriert. Und ich habe erste Ăberlegungen zu ihren Funktionen angestellt, alles weitere haben wir dann gemeinsam gemacht.
đ Und das hat unwahrscheinlich SpaĂ gemacht. Denn sprachvergleichende Studien zu Gesten sind unglaublich spannend und bereichernd, weil sie Einblicke in andere Sprachen und Kulturen ermöglichen, auch wenn sie besondere Herausforderungen darstellen.
đ Manchmal war es auch komisch. Immer dann, wenn ich Ideen hatte, die am Ende ĂŒberhaupt keinen Sinn gemacht haben.
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Mehr zu unserer Forschung gibt es hier: https://dobes.mpi.nl/projects/savosavo/
