Ich wollte Journalistin werden. Heute bin ich Gestiktrainerin und das ist kein Zufall. Denn ich hörte einen Satz in einer Grammatikvorlesung und habe meine Pläne umgeschmissen.

„Colorless green ideas sleep furiously.“

Noam Chomsky

Nicht aus Vernunft. Sondern weil in mir etwas klick gemacht hat, das seitdem nicht mehr aufgehört hat. Der Satz war von Noam Chomsky. Er war grammatisch korrekt und vollkommen sinnlos. Und er hat mich gelehrt, dass Sprache viel mehr ist als das, was wir sagen.

Seitdem frage ich: Was passiert eigentlich, wenn wir kommunizieren? Nicht nur mit Worten, sondern mit dem ganzen Körper?

Mein Weg zur Gestiktrainerin

Ich habe Sprachwissenschaft studiert, an der FU Berlin, später promoviert an der Europa-Universität Viadrina. Schon im Studium habe ich in meiner Freizeit Gesten analysiert: aus purer Neugier, mit erstaunlicher Ausdauer. Jede Hausarbeit, die ich irgendwie über Gestik schreiben konnte: geschrieben.

Nach der Promotion wurde aus der Leidenschaft ein Beruf. Ich stieg in ein interdisziplinäres Forschungsprojekt ein und habe Gesten bei Menschen und Menschenaffen untersucht, zusammen mit Neurologinnen und Primatologinnen. Ich habe Bewegungen transkribiert, Muster verglichen, Bedeutungen entschlüsselt.

Seit 2012 leite ich an der TU Chemnitz die Arbeitsstelle Gestenforschung und Sprechwissenschaft und arbeite parallel als Gestiktrainerin. Und frage mich seitdem jeden Tag, wie dieses Wissen wirklich nützlich wird. Nicht im Labor. Sondern für Menschen, die täglich kommunizieren.

Eines der faszinierendsten Dinge, die ich aus der Zusammenarbeit mit Neurologinnen mitgenommen habe: Gesten und Sprache sind im Gehirn nicht voneinander zu trennen. Wir denken nicht zuerst — und gestikulieren dann. Beides entsteht gleichzeitig. Das verändert, wie man über Gestik nachdenkt. Sie ist kein Beiwerk. Sie ist Teil des Denkens selbst.

Forschung

Über 20 Jahre Gestenforschung: Bildung, Führung, Alltag, interkulturelle Kommunikation, Mensch-Maschine-Interaktion.

Praxis

Trainings, Vorträge und Beratungen: wissenschaftlich fundiert, ohne Standardprogramme von der Stange.

Es geht nicht ums Antrainieren.

Es geht ums Freilegen.

mein Ansatz als Gestiktrainerin

Ich bin keine Trainerin für Gestik und Körpersprache, die sagt, was man mit den Händen tun soll. Und keine, die Tipps verteilt, die man sich merken und dann anwenden muss.

Was mich immer wieder überrascht: Die meisten Menschen, die zu mir kommen, gestikulieren bereits sehr ausdrucksstark — sie trauen sich nur nicht. Irgendwann hat ihnen jemand gesagt, sie sollen die Hände reduzieren oder ruhig halten. Meine Arbeit beginnt fast immer damit, genau diesen Moment rückgängig zu machen.

Aber sie haben keine Gestik-Probleme. Sie haben Gestik-Hemmungen. Unsicherheiten. Regeln im Kopf, die ihnen jemand irgendwann eingepflanzt hat. Und sie wissen nicht, wie sie Gestik als Werkzeug nutzen können. Ich arbeite daran, diese aufzulösen. Damit das, was bereits da ist, auch wirklich sichtbar wird.

Das bedeutet: keine Dont’s, keine starren Vorgaben. Stattdessen echter Blick auf das, was funktioniert. Stärken, nicht Schwächen. Und weil ich Sprachwissenschaftlerin bin, trenne ich Gestik nie vom Sprechen — beides gehört zusammen.

Was ich mir für die Menschen wünsche, mit denen ich arbeite: dass sie nach einem Training nicht mehr das Gefühl haben, ihre Hände irgendwo unterbringen oder bekämpfen zu müssen. Sondern dass sie sie annehmen, schätzen und bewusst einsetzen.

Ich bin keine Trainerin, die Forschung gelesen hat. Ich habe sie selbst gemacht.

Dr. Jana Bressem – Gestiktrainerin und Gestenforscherin
Dr. Jana Bressem – Gestiktrainerin und Gestenforscherin

Für wen

Ich arbeite nicht mit Checklisten und nicht für Menschen, die nach dem einen Trick suchen. Ich arbeite mit Menschen, die neugierig sind: auf Gestik, auf sich selbst, auf das, was in Kommunikation wirklich passiert.

Wenn Sie das Gefühl haben, es könnte passen …

… dann freue ich mich, von Ihnen zu hören.
Ob Sie ein Training planen, einen Vortrag buchen oder einfach wissen möchten, wie eine Zusammenarbeit aussehen kann – schreiben Sie mir gern. Ich melde mich zeitnah zurück.