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	<title>Allgemein Archive - Dr. Jana Bressem</title>
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	<description>die Gestiktrainerin, die anders denkt</description>
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	<title>Allgemein Archive - Dr. Jana Bressem</title>
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		<title>Was sind Gesten und warum sie im Unterricht wichtig sind</title>
		<link>https://www.janabressem.de/was-sind-gesten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Jana Bressem]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Jul 2026 14:58:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>“Aber Gesten kann man ja auch falsch machen, weil die bedeuten ja nicht überall das Gleiche.” Das höre ich in [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.janabressem.de/was-sind-gesten/">Was sind Gesten und warum sie im Unterricht wichtig sind</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.janabressem.de">Dr. Jana Bressem</a>.</p>
<p>Mehr lesen unter <a href="https://www.janabressem.de/was-sind-gesten/">Dr. Jana Bressem</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size">“Aber Gesten kann man ja auch falsch machen, weil die bedeuten ja nicht überall das Gleiche.” </p>
</blockquote>



<p class="has-medium-font-size">Das höre ich in meinen Trainings und Workshops oft. Und es zeigt mir immer wieder, dass die Vorstellungen über Gesten oft diffus sind und viele gar nicht so genau wissen, was damit gemeint ist. Das ist nicht überraschend, denn Gesten werden im Alltag selten differenziert betrachtet und der Begriff ganz unterschiedlich genutzt. Vom „Daumen nach oben“ bis hin zu „Blumen schenken“ fällt landläufig einiges unter den Begriff der Geste.</p>



<p class="has-medium-font-size">Weil diese Fragen in meinen Workshops mit Lehrkräften so häufig auftauchen, möchte ich in diesem Beitrag genauer erklären, was Gesten sind und was das ganz konkret für den Unterricht bedeutet.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was versteht die Forschung denn nun unter Gesten?</h2>



<p class="has-medium-font-size">Meine Doktormutter <a href="https://www.kuwi.europa-uni.de/en/professuren-mitarbeitende/sprachgebr-multimodale-komm/team/lehrstuhlinhaber-in/pv-lehrstuhlinhaber-in/index.html">Cornelia Müller </a>hat in ihrem Buch von 1998 Gesten wie folgt definiert: </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Gesten sind „kommunikative Bewegungen der Hände und Arme, die – ähnlich wie Sprache – dazu verwendet werden, die Gedanken, Gefühle und Intentionen eines Sprechers zum Ausdruck zu bringen und die soziale Ordnung des Gesprächs aktiv herzustellen“. Auch wenn es viele verschiedene Definitionen von Gesten gibt, überzeugt mich diese noch immer am meisten. Ich finde, sie bringt den Kern von Gesten sehr gut auf den Punkt.</p>
</blockquote>



<p class="has-medium-font-size">In vielen Ansätzen werden Gesten als Bewegungen der Hände und Arme gefasst. Das heißt also: Andere körperliche Ausdrucksformen zählen nicht dazu. Haltungen des Körpers, Körperorientierungen oder Mimik gehören zwar ebenfalls zu unseren kommunikativen Ressourcen, werden aber in der Regel nicht als Gesten bezeichnet. Für diese Gesamtheit an Ausdrucksformen wird häufig der Begriff „Körpersprache“ verwendet: ein Begriff, der allerdings selbst nicht ganz unproblematisch ist.</p>



<p class="has-medium-font-size">Wichtig ist außerdem, dass Gesten kommunikativ genutzt werden, also mit dem Ziel, Bedeutung zu übermitteln. Damit fallen Bewegungen heraus, die nicht primär kommunikativ eingesetzt werden.</p>



<p class="has-medium-font-size">Dazu zählen zum Beispiel Selbstberührungen, die häufig auch als Adaptoren bezeichnet werden. Diese sind in der Regel nicht intentional kommunikativ, also nicht mit der Absicht produziert, dem Gegenüber eine bestimmte Botschaft zu vermitteln. Sie werden zwar wahrgenommen und können interpretiert werden, sind aber nicht dafür gemacht, etwas mitzuteilen. Kratzen am Kopf, Kleidung zurechtzupfen oder über den Arm streichen. All diese Adaptoren zählen daher nicht zu Gesten im engeren Sinne.</p>



<pre class="wp-block-verse has-medium-font-size">Was sind Gesten nun? Zusammengefasst kann man sagen: Gesten sind typischerweise Bewegungen der Hände und Arme im Raum vor dem Körper, die kommunikativ eingesetzt werden.</pre>



<p class="has-medium-font-size">Dabei lässt sich häufig beobachten, dass sich die Nutzung solcher Bewegungen je nach Rolle im Gespräch unterscheidet. Sprechende produzieren oft sichtbare, nach außen gerichtete Handbewegungen, während Zuhörende häufiger Bewegungen am eigenen Körper ausführen, etwa den Kopf abstützen oder sich ins Gesicht fassen. Diese Unterscheidung ist jedoch nicht strikt. Auch Zuhörende können kommunikative Gesten einsetzen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Welche unterschiedlichen Arten von Gesten gibt es?</h2>



<p class="has-medium-font-size">Gesten können – je nach Typ – auf unterschiedliche Weise Bedeutung tragen. In der Forschung wird hier häufig zwischen verschiedenen Gestentypen unterschieden (u. a. nach McNeill 1992):</p>



<p class="has-medium-font-size">Gesten können die Aufmerksamkeit der Zuhörenden auf etwas richten (deiktische Gesten, z. B. Zeigen), sie können konkrete Gegenstände, Ereignisse oder Handlungen bildhaft darstellen (ikonische Gesten), oder auch abstrakte Konzepte sichtbar machen (metaphorische Gesten). So kann ein wiederkehrender Prozess durch eine kreisende Handbewegung dargestellt werden, ein Argument „liegt“ auf der flachen Hand, und steigende Preise werden als aufwärts gerichtete Bewegung im Raum sichtbar gemacht.</p>



<p class="has-medium-font-size">Gerade ikonische und metaphorische Gesten sind im Unterricht besonders hilfreich, weil sie abstrakte Inhalte in sichtbare Formen übersetzen und Lernenden beim Verstehen helfen.</p>



<p class="has-medium-font-size">Darüber hinaus gibt es auch Gesten, die vor allem der Strukturierung des Sprechens dienen, sogenannte Beats, kleine rhythmische Bewegungen, die das Gesagte gliedern.</p>



<p class="has-medium-font-size">All diese Gesten treten nicht isoliert auf, sondern im Zusammenspiel mit gesprochener Sprache. Ihre Bedeutung entsteht im Kontext dieses multimodalen Zusammenspiels. Gesten sind also kein Zusatz zur Sprache, sondern ein integraler Bestandteil von Kommunikation.</p>



<p class="has-medium-font-size">In all diesen Beispielen zeigt sich etwas, das Gesten von anderen körperlichen Ausdrucksmitteln unterscheidet: Sie können – ähnlich wie sprachliche Zeichen – bestimmte kommunikative Funktionen übernehmen. Der Sprachwissenschaftler Karl Bühler beschreibt drei zentrale Funktionen von Zeichen: die Darstellungsfunktion (Aussagen über die Welt), die Appellfunktion (Einfluss auf andere) und die Ausdrucksfunktion (Hinweise auf innere Zustände).</p>



<p class="has-medium-font-size">Diese Funktionen können auch von Gesten erfüllt werden. Genau darin sieht Cornelia Müller das sprachliche Potenzial von Gesten.</p>



<p class="has-medium-font-size">Besonders deutlich wird dieses Potenzial, wenn Gesten nicht mehr gemeinsam mit Sprache auftreten, sondern das alleinige kommunikative Mittel darstellen. In solchen Fällen können sie sich zu voll ausgebildeten Sprachen entwickeln – wie bei den Gebärdensprachen gehörloser Menschen. Diese unterscheiden sich von Lautsprachen nicht in ihrer Komplexität, sondern lediglich in der Modalität: Sie nutzen visuell-räumliche statt auditiv-vokaler Mittel.</p>



<pre class="wp-block-verse has-medium-font-size">Damit wird auch klar: Gesten sind nicht dasselbe wie Gebärden. Gebärden sind konventionalisierte, sprachliche Einheiten innerhalb eines vollständigen Sprachsystems.</pre>



<h2 class="wp-block-heading">Das „Kendonsche Kontinuum“ – von der Geste zur Gebärde</h2>



<p class="has-medium-font-size">Das sogenannte Kendonsche Kontinuum, das auf Arbeiten von Adam Kendon (1988) zurückgeht und von David McNeill (1992) aufgegriffen wurde, beschreibt genau dieses Verhältnis. Es ordnet verschiedene Formen von Handbewegungen entlang einer Skala an – je nachdem, wie stark sie an gesprochene Sprache gebunden sind und wie stark sie selbst sprachliche Eigenschaften aufweisen (z. B. Konventionalisierung oder semantische Stabilität).</p>



<p class="has-medium-font-size">Am einen Ende des Kontinuums stehen Gebärdensprachen mit vollständig ausgebildeter Grammatik. Weiter in Richtung Mitte finden sich Embleme – Gesten mit relativ stabiler Form-Bedeutungs-Zuordnung, deren Bedeutung sich oft in einem Wort oder einer kurzen Phrase ausdrücken lässt, wie etwa die Ring-Geste („ok“) oder eine Schwurgeste („ich schwöre“).</p>



<p class="has-medium-font-size">Am anderen Ende stehen redebegleitende Gesten – also genau jene kommunikativen Hand- und Armbewegungen, die eng mit dem Sprechen verzahnt sind und meist nicht ohne sprachlichen Kontext verstanden werden können.</p>



<figure data-spectra-id="spectra-mr26qh6t-5c0nb8" class="wp-block-image size-large is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="700" height="176" src="https://www.janabressem.de/wp-content/uploads/2026/07/Grafik-Beitrag-Bressem-Kontinuum-700x176.png" alt="grafik beitrag bressem kontinuum" class="wp-image-4933"  title="Was sind Gesten und warum sie im Unterricht wichtig sind" srcset="https://www.janabressem.de/wp-content/uploads/2026/07/Grafik-Beitrag-Bressem-Kontinuum-700x176.png 700w, https://www.janabressem.de/wp-content/uploads/2026/07/Grafik-Beitrag-Bressem-Kontinuum-300x75.png 300w, https://www.janabressem.de/wp-content/uploads/2026/07/Grafik-Beitrag-Bressem-Kontinuum-768x193.png 768w, https://www.janabressem.de/wp-content/uploads/2026/07/Grafik-Beitrag-Bressem-Kontinuum-1536x386.png 1536w, https://www.janabressem.de/wp-content/uploads/2026/07/Grafik-Beitrag-Bressem-Kontinuum.png 1745w" sizes="(max-width: 700px) 100vw, 700px" /></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Sind falsche Gesten wirklich ein Problem im Unterricht?</h2>



<p class="has-medium-font-size">Damit sind wir wieder bei der eingangs formulierten Sorge: Kann man Gesten falsch machen?</p>



<p class="has-medium-font-size">Ja, das kann passieren, vor allem bei Emblemen. Diese „Gestenwörter“ können in unterschiedlichen Sprach- und Kulturräumen unterschiedliche Bedeutungen haben. Wer diese Konventionen nicht kennt, kann missverstanden werden.</p>



<p class="has-medium-font-size">Im Unterricht spielen solche Gesten jedoch meist eine untergeordnete Rolle. Viel wichtiger sind redebegleitende Gesten, also jene Gesten, mit denen wir Inhalte darstellen, strukturieren und veranschaulichen.</p>



<p class="has-medium-font-size">Gerade diese Gesten sind didaktisch besonders wertvoll: Sie helfen dabei, abstrakte Inhalte sichtbar zu machen, entlasten die sprachliche Erklärung und geben Einblick in Denkprozesse. Genau hier liegt ihr großes Potenzial für Lehr- und Lernprozesse.</p>



<p class="has-medium-font-size">Wie solche Gesten im Unterricht konkret helfen können, können Sie <a href="https://www.janabressem.de/gestik-im-unterricht-aufmerksamkeit-steuern/" type="post" id="3641">hier nachlesen</a>.</p>



<p class="has-medium-font-size">Oder direkt mit Ihrem Kollegium ausprobieren. Ich biete Workshops und Trainings für Lehrende an Schulen, Hochschulen und Bildungsorganisationen an. Kontaktieren Sie mich gern. </p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>Referenzen: </p>



<p>Bühler, Karl (1934): <em>Sprachtheorie. Die Darstellungsfunktion der Sprache.</em> Jena: Fischer.</p>



<p>Kendon, Adam (1988): <em>How Gestures Can Become Like Words.</em> In: Fernando Poyatos (Hg.): <em>Cross-Cultural Perspectives in Nonverbal Communication.</em> Toronto: C. J. Hogrefe, S. 131–141.</p>



<p>McNeill, David (1992): <em>Hand and Mind. What Gestures Reveal about Thought.</em> Chicago: The University of Chicago Press.</p>



<p>Müller, Cornelia (1998): Redebegleitende Gesten. Kulturgeschichte – Theorie – Sprachvergleich. Berlin: Arno Spitz.</p>



<p></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.janabressem.de/was-sind-gesten/">Was sind Gesten und warum sie im Unterricht wichtig sind</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.janabressem.de">Dr. Jana Bressem</a>.</p>
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			</item>
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		<title>Was wir von großen Rednerinnen über Gestik lernen können</title>
		<link>https://www.janabressem.de/gestik-beim-sprechen-was-gute-rednerinnen-zeigen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Jana Bressem]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Mar 2026 13:53:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gestik]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als Gestikforscherin, die zwei Jahrzehnte lang untersucht hat, wie Menschen mit ihrem Körper sprechen und denken, begegnet mir eine Frage [&#8230;]</p>
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<p>Mehr lesen unter <a href="https://www.janabressem.de/gestik-beim-sprechen-was-gute-rednerinnen-zeigen/">Dr. Jana Bressem</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="kt-adv-heading4069_d123c2-03 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_d123c2-03"><em>Als Gestikforscherin, die zwei Jahrzehnte lang untersucht hat, wie Menschen mit ihrem Körper sprechen und denken, begegnet mir eine Frage immer wieder: Was macht Gestik eigentlich bei guten Rednerinnen aus und was können wir daraus lernen?</em></p>



<p class="kt-adv-heading4069_186406-2c wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_186406-2c">Wenn über gute Rednerinnen gesprochen wird, geht es meist um Stimme, Argumente oder Charisma. Gestik wird dabei entweder unterschätzt — als bloßes Beiwerk — oder auf einfache Regeln reduziert: offene Hände, nicht zu viel fuchteln, möglichst natürlich bleiben.</p>



<p class="kt-adv-heading4069_dafc78-c4 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_dafc78-c4">Wer guten Rednerinnen wirklich zusieht, merkt schnell: Gestik ist kein Zusatz. Sie ist Teil des Denkens, Teil der Beziehung zum Publikum und Teil der Struktur einer Rede. Und sie sieht nicht bei allen gleich aus, weil sie nicht gleich sein muss.</p>



<p class="kt-adv-heading4069_8a9c68-e1 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_8a9c68-e1">Das zeigt sich besonders deutlich an drei sehr unterschiedlichen deutschsprachigen Rednerinnen: Maja Göpel, Mithu Sanyal und Mai Thi Nguyen-Kim. Ich nutze sie hier nicht als Typen als hätte jede nur eine einzige Gestik-Qualität. Alle drei tun vieles von dem, was ich bei den anderen beschreibe. Aber an jeder lässt sich eine bestimmte Funktion besonders klar beobachten. Und genau diese Bandbreite ist der eigentliche Punkt.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading has--font-size">Gestik als Struktur: Prof. Dr. Maja Göpel</h2>



<p class="kt-adv-heading4069_fea19a-1f wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_fea19a-1f">Bei Maja Göpel fällt auf, dass ihre Gestik selten bloß illustriert. Sie bebildert keine Worte, sie ordnet Gedanken. Wenn sie spricht, gliedern ihre Hände Zusammenhänge, markieren Abwägungen und bringen Argumente in eine Form, der man folgen kann.</p>



<p class="kt-adv-heading4069_b76c62-4a wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_b76c62-4a">Das ist besonders relevant, weil ihre Themen oft komplex sind: gesellschaftlicher Wandel, Transformation, Zukunftsfragen. Gerade deshalb wird sichtbar, was Gestik leisten kann:  sie nimmt Komplexität nicht weg, aber sie gibt ihr Form.</p>



<p class="kt-adv-heading4069_611235-63 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_611235-63"><em>Wichtigste Erkenntnis: Gestik muss nicht emotional aufladen oder zuspitzen. Manche Gesten helfen dem Publikum schlicht dabei, beim Denken mitzukommen. Gute Gestik bedeutet nicht: möglichst eindrucksvoll auftreten. Sie bedeutet: Gedanken so führen, dass andere ihnen folgen können.</em></p>



<p class="has-medium-font-size">Was das in der Praxis aussieht, zeige ich in diesem kurzen Video: <a href="https://youtube.com/shorts/waZhMMAbUhY?si=1xsv0y_AqTphoyip">https://youtube.com/shorts/waZhMMAbUhY?si=1xsv0y_AqTphoyip</a></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading has--font-size">Gestik als sichtbare Denkbewegung: Mithu Sanyal</h2>



<p class="kt-adv-heading4069_e10ee2-91 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_e10ee2-91">Bei Mithu Sanyal trägt Gestik das Denken selbst. Sie setzt ihre Hände nicht nur ein, um Gesagtes zu unterstreichen. Sie markiert Übergänge, macht Perspektivwechsel sichtbar und hält gedankliche Bewegung offen. </p>



<p class="kt-adv-heading4069_41d7f6-19 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_41d7f6-19">Das ist besonders bemerkenswert, weil starke Rednerinnen oft mit Geschlossenheit und Kontrolle verbunden werden. Bei Mithu Sanyal entsteht Wirkung auch durch etwas anderes: Man sieht, wie ein Gedanke sich entwickelt.</p>



<p class="kt-adv-heading4069_4d2707-a3 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_4d2707-a3">Für alle, die selbst vor Menschen sprechen — ob in Unterricht, Führungsgesprächen oder Beratungssituationen — ist das ein wichtiger Hinweis: Überzeugung entsteht nicht nur durch Eindeutigkeit. Manchmal entsteht sie dadurch, dass die Bewegung eines Gedankens nachvollziehbar wird.</p>



<p class="kt-adv-heading4069_8a18b5-06 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_8a18b5-06"><em>Wichtigste Erkenntnis: Gestik zeigt nicht nur Haltung. Sie kann gedankliche Beweglichkeit sichtbar machen. Sie begleitet nicht nur das Ergebnis eines Gedankens, sondern dessen Entstehen.</em></p>



<p class="has-medium-font-size">Wer sehen möchte, wie das konkret aussieht, findet hier das Video dazu: <a href="https://youtube.com/shorts/rNqLMcHuZpw?si=BV9Obbh6wR3-ndyJ">https://youtube.com/shorts/rNqLMcHuZpw?si=BV9Obbh6wR3-ndyJ</a></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading has--font-size">Gestik als Aufmerksamkeitsführung: Dr. Mai Thi Nguyen-Kim</h2>



<p class="kt-adv-heading4069_df3511-b3 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_df3511-b3">Bei Mai Thi Nguyen-Kim zeigt sich noch eine andere Qualität. Ihre Gestik unterstützt das Erklären: sie setzt Akzente, lenkt den Blick und macht sichtbar, wo ein Gedanke besonders wichtig wird. Für wissensbasierte Kontexte ist das entscheidend: Wer komplexe Inhalte vermittelt, muss nicht nur verständlich sprechen, sondern auch sichtbar führen.</p>



<p class="kt-adv-heading4069_a64368-93 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_a64368-93">Hier wird eine Funktion von Gestik deutlich, die im Alltag oft übersehen wird: Gesten helfen, Relevanz zu markieren. Sie zeigen, wo ein Übergang stattfindet, wo etwas zugespitzt wird und wo das Gegenüber gedanklich mitgehen soll.</p>



<p class="kt-adv-heading4069_f14ce8-1f wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_f14ce8-1f">Das gilt nicht nur für Wissenschaftskommunikation. Es gilt genauso für den Unterricht, für Seminare, für Präsentationen und für komplexe Beratungsgespräche.</p>



<p class="kt-adv-heading4069_6dbe21-78 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_6dbe21-78"><em>Wichtigste Erkenntnis: Gute Gestik lenkt Aufmerksamkeit. Sie ist nicht nur Ausdruck — sie ist Didaktik. Der Körper erklärt mit.</em></p>



<p class="has-medium-font-size">Das zeige ich in diesem Video: <a href="https://youtube.com/shorts/kZ8yEjI1f9M?si=0KDHMNTYLU__kBxb">https://youtube.com/shorts/kZ8yEjI1f9M?si=0KDHMNTYLU__kBxb</a></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Drei Rednerinnen, drei Funktionen — eine Erkenntnis</h2>



<p class="kt-adv-heading4069_684958-58 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_684958-58">Was diese drei Beispiele so aufschlussreich macht, ist die Bandbreite, die sie sichtbar machen. Noch einmal zur Erinnerung: Keine dieser Rednerinnen macht nur eine Sache. Sie alle ordnen, bewegen und führen. Ich habe bei jeder eine Funktion herausgegriffen, an der sie sich besonders klar zeigt:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">An Maja Göpel lässt sich besonders gut zeigen, wie Gestik Gedanken ordnet.</li>



<li class="has-medium-font-size">An Mithu Sanyal, wie sie gedankliche Beweglichkeit sichtbar macht.</li>



<li class="has-medium-font-size">An Mai Thi Nguyen-Kim, wie sie Aufmerksamkeit führt.</li>
</ul>



<p class="kt-adv-heading4069_57b9b4-61 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_57b9b4-61">Keine dieser Funktionen ist per se die wichtigste. Und genau das ist vielleicht die entscheidende Einsicht: Gute Gestik lässt sich nicht auf einen Stil reduzieren. Sie ist keine Technik, die bei allen gleich aussehen müsste. Sie erfüllt eine Funktion im jeweiligen Kontext.</p>



<p class="kt-adv-heading4069_b8226c-5d wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_b8226c-5d">Wer spricht, muss nicht lernen, &#8222;schön&#8220; zu gestikulieren. Die entscheidende Frage lautet: Was soll meine Gestik hier leisten?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was das für die eigene Praxis bedeutet</h2>



<p class="kt-adv-heading4069_cef3b8-82 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_cef3b8-82">Viele Menschen beobachten bei sich zuerst, ob sie zu viel oder zu wenig gestikulieren. Diese Frage ist verständlich, aber sie führt oft in die falsche Richtung. Entscheidend ist nicht die Menge der Gestik, sondern ihre Funktion und ihre Stimmigkeit.</p>



<p class="kt-adv-heading4069_2a87d5-03 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_2a87d5-03"><strong>Die produktivere Frage lautet deshalb nicht: Wie bewege ich meine Hände? Sondern: Was unterstützt meine Bewegung in diesem Moment?</strong></p>



<p class="kt-adv-heading4069_ddd6b9-27 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_ddd6b9-27">Eine Geste ist dann hilfreich, wenn sie dem Gesagten Richtung gibt: wenn sie Gedanken gliedert, Zusammenhänge sichtbar macht, Relevanz markiert oder einen Punkt nicht nur hörbar, sondern auch sichtbar werden lässt.</p>



<p class="kt-adv-heading4069_7c9702-45 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_7c9702-45">Wer von guten Rednerinnen lernen will, sollte deshalb nicht einzelne Bewegungen kopieren. Es geht nicht darum, sich eine äußere Form abzuschauen. Es geht darum zu verstehen, warum eine Geste in einem bestimmten Moment trägt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit: Gestik ist ein Werkzeug — kein Stilmittel</h2>



<p class="kt-adv-heading4069_850e5b-b4 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_850e5b-b4">Von großen Rednerinnen lernen wir nicht, wie Gestik aussehen muss. Wir lernen, was sie leisten kann: ordnen, gedankliche Beweglichkeit zeigen, Aufmerksamkeit führen.</p>



<p class="kt-adv-heading4069_b977b0-54 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_b977b0-54">Vielleicht ist genau das der Grund, warum gute Gestik oft nicht wie Technik wirkt. Sie wirkt nicht aufgesetzt, weil sie nicht neben dem Sprechen steht. Sie gehört dazu.</p>



<p class="kt-adv-heading4069_ee30c2-83 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_ee30c2-83">Und gute Gestik beginnt vielleicht nicht mit der Frage nach den Händenm sondern mit der Frage, was beim Sprechen überhaupt sichtbar werden soll.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Gestik bewusster einsetzen — in Unterricht, Präsentation und Gespräch</h3>



<p class="kt-adv-heading4069_254a25-7c wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_254a25-7c">Gestik ist kein Talent. Sie ist eine Kompetenz. Und wie jede Kompetenz lässt sie sich entwickeln: mit dem richtigen Verständnis, gezielter Reflexion und konkreter Praxis.</p>



<p class="kt-adv-heading4069_15d788-9c wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading4069_15d788-9c">Wenn Sie Gestik als Werkzeug für Ihre Arbeit nutzen möchten — ob in der Lehre, in Präsentationen, in Führungssituationen oder im Coaching — finden Sie auf dieser Website verschiedene Formate: wissenschaftlich fundiert, zwei Jahrzehnte Forschungserfahrung, konsequent praxisnah.</p>



<p><strong>→ <a href="https://www.janabressem.de/gestiktraining-fortbildung-lehrende/" type="page" id="3842">Zu den Trainings &amp; Fortbildungsformaten</a></strong></p>



<p><strong>→ <a href="https://www.janabressem.de/keynotes/" type="page" id="3461">Zu den Keynotes</a></strong></p>



<p></p>
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		<title>Was passiert mit Gesten, wenn man in einem Raumanzug steckt?</title>
		<link>https://www.janabressem.de/gesteninraumanzugen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Jana Bressem]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Aug 2024 08:05:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gestik]]></category>
		<category><![CDATA[All]]></category>
		<category><![CDATA[kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>📚 Seit diesem Sommer bin ich regelrecht in die Science-Fiction-Reihe &#8222;The Expanse&#8220; von James Corey eingetaucht. Ehrlich gesagt, eigentlich gar [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>📚 Seit diesem Sommer bin ich regelrecht in die Science-Fiction-Reihe &#8222;The Expanse&#8220; von James Corey eingetaucht. Ehrlich gesagt, eigentlich gar nicht mein Genre. Aber als mir ein Kollege die Bücher mit den Worten „Ich dachte, das wäre was für dich – schließlich kommen auch Gesten in Raumanzügen vor“ empfohlen hat, war mein Interesse geweckt.<br><br>💁‍♀️ Und tatsächlich, er hatte recht! Auch wenn Gesten in der Geschichte eher selten auftauchen, sind sie unglaublich faszinierend.<br><br>Ein paar Beispiele:<br><br>„Wie alle Gürtler hatte sie die Angewohnheit, zum Achselzucken nicht die Schultern, sondern beide Hände zu bewegen.“<br><br>„Uns bleibt ja sowieso nichts anderes übrig«, sagte Holden, und McDowell wedelte mit den großen schmalen Händen herum. Auch dies war eine der vielen Gürtler-Gesten, die sich entwickelt hatten, weil die normale Gestik im Raumanzug nicht zu erkennen war.“<br><br>„Havelock schüttelte abermals den Kopf, dieses Mal ein wenig ungläubig. Wäre er ein Gürtler gewesen, dann hätte er eine Geste mit den Händen gemacht, die man auch bei angelegtem Druckanzug noch wahrgenommen hätte.“<br><br>❓ Diese Szenen werfen eine spannende Frage auf: Was passiert mit unseren Gesten, wenn sie durch unsere Kleidung nicht mehr klar sichtbar sind?<br><br>👩‍🚀 Sie verändern sich – sie müssen sich verändern. Weil die Bewegung zu klein und nicht erkennbar ist. Oder weil die Kleidung nicht genügend Bewegungsfreiheit bietet.<br><br>♥ Spannend, wie anpassungsfähig unsere Gesten sind und wie sie unsere Umgebung und Bedürfnisse widerspiegeln.<br><br>🌌 Und eins ist mir dabei wieder mal klargeworden: Wir können nicht ohne sie – selbst im All und in einem Raumanzug. 😀<br><br>Sind Euch die Beschreibungen im Roman auch aufgefallen?<br><br>&#8212;<br>Referenz:<br>Corey, J. (2012). Leviathan erwacht: Roman (Vol. 1). Heyne Verlag.</p>
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		<title>Auf der Suche nach fesselnden Podcasts für neugierige Köpfe? Hier sind meine Top 5 Empfehlungen für Wissenshungrige!</title>
		<link>https://www.janabressem.de/auf-der-suche-nach-fesselnden-podcasts-fuer-neugierige-koepfe-hier-sind-meine-top-5-empfehlungen-fuer-wissenshungrige/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Jana Bressem]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Dec 2023 06:44:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In der Welt der Wissenschaft gibt es so viel mehr zu entdecken als nur Fakten und Zahlen: inspirierende Geschichten, spannende [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>In der Welt der Wissenschaft gibt es so viel mehr zu entdecken als nur Fakten und Zahlen: inspirierende Geschichten, spannende Forschungen und faszinierende Menschen hinter der Wissenschaft. Hier sind meine persönlichen Favoriten:</p>



<p>1️⃣ People of Science:&nbsp;<a href="https://www.linkedin.com/in/ACoAAAAIHaoBMOZfXhAp-SwKNuYrjeK6DwMBmaA">Bertolt Meyer</a>&nbsp;von der TU Chemnitz spricht mit Wissenschaftler*innen verschiedenster Disziplinen über ihre Karrieren, ihre Antrieb und ihre wissenschaftliche Leidenschaft . Spannend, weil man viel über die Menschen hinter der Forschung erfährt und tolle Einblicke in verschiedene wissenschaftliche Disziplinen bekommt.</p>



<p>2️⃣ TUCScicast: Ein Podcast, meiner Heimatuni, in dem man viel über aktuelle Forschungsthemen an der&nbsp;<a href="https://www.linkedin.com/company/technische-universitat-chemnitz/">Technische Universität Chemnitz</a>&nbsp;erfährt. Spannend, weil die Gesprächsthemen stets einen gesellschaftspolitischen Bezug haben und man viel über die Personen hinter der Forschung erfährt.</p>



<p>3️⃣ Science Sheroes: Hier blicken&nbsp;<a href="https://www.linkedin.com/in/ACoAADjaRCwB9XGx4CLLVpoGApacJng4k4V5XK8">Dr. Christiane Attig</a>&nbsp;und Dr. Rebecca Moltmann auf die Welt der Wissenschaft durch die Augen von Frauen und nicht-binären Personen. Spannend, weil es hier nicht nur um Forschung, sondern auch um Erfahrungen von Frauen und marginalisierten Gruppen im deutschen Wissenschaftssystem erfährt.</p>



<p>4️⃣ HerStory: Ein Podcast von&nbsp;<a href="https://www.linkedin.com/in/ACoAADSbSKsBHj8s_USPrNWtfZlWloty1AYDrdw">Jasmin Lörchner</a>&nbsp;über Frauen und Queers, die in der Geschichtsschreibung meist vergessen werden. Spannend, weil man nicht nur neue Forscher*innen kennenlernt, sondern auch weil nicht alle vorgestellten zu Vorbildern taugen.</p>



<p>5️⃣ Doktor Whatson: Streng genommen kein Podcast, weil es ein Youtubekanal ist, aber weil ich es so gut finde, muss er dennoch in die Liste. Hier bereitet Cedric Engels mit seinem Team Themen aus Wissenschaft und Technik auf. Spannend, weil man auf sehr zugängliche Weise viel Neues und oft auch Kurioses erfährt.</p>
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		<title>Ist KI wirklich besser in der Kommunikation als Menschen?</title>
		<link>https://www.janabressem.de/ist-ki-wirklich-besser-in-der-kommunikation-als-menschen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Jana Bressem]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Dec 2023 06:38:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine interessante Perspektive von Niels van Quaquebeke im Brand Eins Podcast &#8222;Wenn die KI die Führung übernimmt&#8220;. Im Gespräch stellt [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Eine interessante Perspektive von Niels van Quaquebeke im Brand Eins Podcast &#8222;Wenn die KI die Führung übernimmt&#8220;. </p>



<p>Im Gespräch stellt Niels van Quaquebeke die provokante Frage: Kann Künstliche Intelligenz (KI) in der Kommunikation wirklich besser sein als Menschen? Seine Antwort mag überraschend sein, denn er bejaht dies. Doch was genau macht gute Kommunikation wirklich aus?</p>



<p>Van Quaquebeke argumentiert, dass KI anders fragt als Menschen. KI fragt, um zu verstehen, nicht um selbst etwas zu sagen. Sie ist besser darin, sich auf die Sachebene der Kommunikation zu konzentrieren und sich auf das Gegenüber zu fokussieren. Sie kann sich leicht an das Kommunikationsverhalten ihres Gegenübers anpassen und sich an vergangene Gespräche erinnern. Die Schlussfolgerung: KI könnte empathischer und mitarbeiterorientierter sein als eine durchschnittliche Führungskraft.</p>



<p>Das klingt spannend, doch hier hakt es für mich. Die objektiven Fakten mögen überzeugend sein, aber bedeutet das zwangsläufig, dass KI im zwischenmenschlichen Gespräch wirklich besser ist, nur weil sie dazu fähig ist?<br>Denn gute Kommunikation ist nicht nur das Befolgen von Gesprächsregeln. Sie geht darüber hinaus und stärkt Beziehungen und schafft soziale Verbindungen. All dies würde in einem Gespräch mit einer KI fehlen. Die Frage ist, ob das Feedback in solchen Fällen wirklich so nützlich ist, wie es sein sollte.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-rich is-provider-spotify wp-block-embed-spotify wp-embed-aspect-21-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe title="Spotify Embed: Wenn KI die Führung übernimmt" style="border-radius: 12px" width="100%" height="152" frameborder="0" allowfullscreen allow="autoplay; clipboard-write; encrypted-media; fullscreen; picture-in-picture" loading="lazy" src="https://open.spotify.com/embed/episode/2tC6S0RcZMmQew1wLcGvqG?si=8804875fbbe54cc2&amp;utm_source=oembed"></iframe>
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		<title>Kann Sprache unser Denken ändern?</title>
		<link>https://www.janabressem.de/kann-sprache-unser-denken-aendern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Jana Bressem]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Aug 2023 10:13:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Denken]]></category>
		<category><![CDATA[Gestik]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[aliens]]></category>
		<category><![CDATA[arrival]]></category>
		<category><![CDATA[denken]]></category>
		<category><![CDATA[kultur]]></category>
		<category><![CDATA[sapir-whorf]]></category>
		<category><![CDATA[sprache]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kann Sprache unser Denken ändern? Eine spannende Frage, die mich seit Beginn meines Studiums und eines meines erster Seminare zu indigenen Sprachen Nordamerikas immer wieder neu zum Nachdenken anregt.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="kt-adv-heading1835_c268dd-19 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading1835_c268dd-19">Eine spannende Frage, die mich seit Beginn meines Studiums und eines meines erster Seminare zu indigenen Sprachen Nordamerikas immer wieder neu zum Nachdenken anregt.</p>



<p class="kt-adv-heading1835_53f171-e0 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading1835_53f171-e0">Daher habe ich umso begeisterter mit <a href="https://sites.google.com/view/dananger-me">Dr. Daniel Angerhausen</a> und <a href="https://www.youtube.com/channel/UCesjlAoEgN_Sz_cKTvKEmmw" data-type="link" data-id="https://www.youtube.com/channel/UCesjlAoEgN_Sz_cKTvKEmmw">Dr. Whatson</a> unter anderem über dieses Thema diskutiert, basierend auf dem Film “Arrival” bei “Wissenschaftler reagieren” (<a href="https://www.youtube.com/@artede/videos">arte</a>).</p>



<h2 class="kt-adv-heading1835_be7bf2-8e wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading1835_be7bf2-8e">Arrival oder die Geschichte, wie unbekannte Sprachen beschrieben werden</h2>



<p class="kt-adv-heading1835_949334-e8 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading1835_949334-e8">“Arrival” ist ein Science-Fiction-Film, in dem eine Linguistin versucht, die geheimnisvollen Absichten außerirdischer Besucher zu entschlüsseln, indem sie deren Sprache zu verstehen versucht.</p>



<h2 class="kt-adv-heading1835_ce7946-62 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading1835_ce7946-62">Auf sehr spannende, wenn auch nicht immer ganz korrekte Weise, stellt der Film dar, was Sprachwissenschaftler*innen tun, um unbekannte Sprachen zu beschreiben. Sie identif</h2>



<p class="kt-adv-heading1835_26b637-56 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading1835_26b637-56">Bei der Beschreibung der Sprache der Aliens (Heptapod) lernt die Linguistin im Film aber nicht nur die Struktur der Sprache, bspw. wie Wörter, Phrasen oder Sätze gebildet werden, sondern erwirbt auch eine neue Welt des Denkens. Weil die Schriftzeichen der Aliens nicht linear, sondern kreisförmig sind, bilden sie auch deren Verständnis von Zeit ab: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind nicht getrennt voneinander. Die Linguistin kann dadurch auch in die Zukunft blicken.</p>



<h2 class="kt-adv-heading1835_82935a-19 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading1835_82935a-19">Die Sapir-Whorf Hypothese oder wie Sprachen Einfluss auf unser Denken nehmen können</h2>



<p class="kt-adv-heading1835_8d7f78-27 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading1835_8d7f78-27">Damit greift der Film eine alte Frage der Sprachwissenschaft auf, die bis zu Wilhelm von Humboldt zurückreicht. Wie hängen Sprache und Denken zusammen? Im Film wird die Sapir-Whorf-Hypothese herangezogen: Die Sprache, die eine Person spricht, beeinflusst ihre Wahrnehmung und ihr Denken, indem sie bestimmte Konzepte und Gedanken fördert oder einschränkt.</p>



<p class="kt-adv-heading1835_6fda35-c6 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading1835_6fda35-c6">In dieser starken Form, nämlich als sprachlicher Determinismus, dass Sprache die Art und Weise bestimmt, wie wir die Realität sehen und wahrnehmen, wird die These heute in der Wissenschaft nicht mehr unterstützt. Und auch die Idee, die im Film postuliert wird, dass “man sein Gehirn neu vernetzen kann, wenn man in eine andere Sprache eintaucht”, hat keine empirische Evidenz.</p>



<p class="kt-adv-heading1835_d64eb1-48 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading1835_d64eb1-48">Für eine abgeschwächte Variante aber, die Hypothese der sprachlichen Relativät, gibt es durchaus wissenschaftliche Belege, die zeigen, dass es einen Zusammenhang zwischen Sprache und unserem Denken gibt.</p>



<h2 class="kt-adv-heading1835_7cad77-57 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading1835_7cad77-57">Wie hängen Sprache, Denken und Wahrnehmung zusammen?</h2>



<p class="kt-adv-heading1835_c119e4-83 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading1835_c119e4-83">Studien zur Untersuchung von Raumreferenzen in verschiedenen Sprachen, haben gezeigt, dass kulturelle und sprachliche Unterschiede tatsächlich Einflüsse auf die Kategorisierung von Konzepten haben können. So sind Menschen, die Sprachen sprechen, die auf absoluten Richtungen basieren, sehr gut darin, den Überblick über ihre Position zu behalten, auch wenn sie sich in unbekannten Landschaften oder innerhalb fremder Gebäude aufhalten (Lucy, 1992; Levinson, 2003).</p>



<p class="kt-adv-heading1835_0b0935-31 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading1835_0b0935-31">Ebenso belegen Studien, dass Sprecher*innen von Sprachen, in denen es notwendig ist, die Quelle der Information oder des Wissens sichtbar zu machen, auch dazu neigen, dies präziser und vielfältiger Weise zu tun. Die “Herkunft” von Wissen hat in manchen Sprachen eine größere Relevanz als für andere und führt damit zu einer gesteigerten Aufmerksamkeit, auf die Frage, woher jemand etwas weiß (Matsui, &amp; Fitneva, 2009).</p>



<p class="kt-adv-heading1835_f4d8dd-62 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading1835_f4d8dd-62">Und auch beim Sprechen über Bewegungsereignisse zeigen sich Einflüsse der sprachlichen Struktur. Und das interessanterweise nicht nur beim Sprechen, sondern auch beim Gestikulieren. Je nachdem Sprachen sprechen, die Art und Weise sowie den Weg einer Bewegung in einer oder zwei Phrasen kodieren, umso unterschiedlicher auch die dazugehörigen Gesten und die hervorgehobenen Aspekte des Ereignisses (Kita &amp; Özyrek, 2003).</p>



<h3 class="kt-adv-heading1835_c5449f-93 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading1835_c5449f-93">Ändert Sprache unser Denken?</h3>



<p class="kt-adv-heading1835_cab9e4-b5 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading1835_cab9e4-b5">Sprache kann unsere Konzeptualisierung beeinflussen und die Art und Weise wie wir Ereignisse oder Gegenstände in der Welt wahrnehmen formen. “Thinking for speaking”, Denken für das Sprechen wie Slobin es genannt hat, ist durchaus empirisch belegt. Neue neuronale Verbindungen, die uns völlig neue Erkenntnisse erlauben, bringt das Lernen neuer Sprachen aber nicht mit sich.</p>



<p class="kt-adv-heading1835_d1af14-fa wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading1835_d1af14-fa">Wer noch mehr über dieses Thema erfahren möchte, dem sei einer meiner liebsten TED-Talks empfohlen:</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-ted wp-block-embed-ted wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe title="Lera Boroditsky: How language shapes the way we think" src="https://embed.ted.com/talks/lera_boroditsky_how_language_shapes_the_way_we_think" width="1200" height="676" frameborder="0" scrolling="no" webkitAllowFullScreen mozallowfullscreen allowFullScreen></iframe>
</div></figure>



<p class="kt-adv-heading1835_32b5af-b0 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading1835_32b5af-b0">Spannende Informationen zur Dokumentation bedrohter Sprachen findet man bei DOBES (<a href="https://dobes.mpi.nl/">https://dobes.mpi.nl/</a>) oder beim ELDP (<a href="https://www.eldp.net/">https://www.eldp.net/</a>).</p>



<h3 class="kt-adv-heading1835_b41f1d-1d wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading1835_b41f1d-1d">Referenzen:</h3>



<p class="kt-adv-heading1835_a81b3e-eb wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading1835_a81b3e-eb">Kita, S., &amp; Özyürek, A. (2003). What does cross-linguistic variation in semantic coordination of speech and gesture reveal?: Evidence for an interface representation of spatial thinking and speaking.&nbsp;<em>Journal of Memory and language</em>,&nbsp;<em>48</em>(1), 16-32.</p>



<p class="kt-adv-heading1835_323865-4a wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading1835_323865-4a">Levinson, S. C. (2003). Space in language and cognition: Explorations in cognitive diversity. Cambridge: Cambridge University Press.</p>



<p class="kt-adv-heading1835_991976-64 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading1835_991976-64">Lucy, J. A. (1992). Grammatical categories and cognition. A case study of the linguistic relativity hypothesis. Cambridge: Cambridge Univ. Press.</p>



<p class="kt-adv-heading1835_2f0078-e1 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading1835_2f0078-e1">Matsui, T., &amp; Fitneva, S. A. (2009). Knowing how we know: Evidentiality and cognitive development. New directions for child and adolescent development, 2009(125), 1-11.</p>
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